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- Archivfotos: Marion Eckert

BISCHOFSHEIM Kopf einer rechten Gruppe?

Rhöner Druide "Burgos von Buchonia" wurde festgenommen

27.01.17 - „Burgos nennet man mich, Burgos von Buchonia, geboren vor 2.500 Jahren. Mein Oheim war Merlin, der berühmte Zauberer und Druide“, so stellte sich der selbsternannte Rhöner Druide Burghard Bangert seinem Publikum in der Rhön stets vor. Aufs Wort glaubte man ihm diese Vorstellung, seine hünenhafte Gestalt, ein Bart wie ein Prophet, schneeweiß das bis an die Knöchel reichende Gewand, eine Sichel im Gurt und den Druidenstab in der Rechten. Obwohl die Zeit der keltischen Heiler längst abgelaufen ist, in Bischofsheim ließ Burghard Bangert sie wieder aufleben. Mit seiner Festnahme hat der Druide in dieser Woche für bundesweites Aufsehen gesorgt.

Viele Bischofsheimer kannten den Druiden „Burgos von Buchonia“. Er lud zu Führungen durch die Natur ein, erzählte dabei Märchen aus keltischer Zeit, sah sich als Heiler und Kräuterkundiger, der nach keltischen Riten lebte. Soweit so harmlos. Ein harmloser etwas exzentrischer Spinner, so erschien er Vielen. Er bot bei Veranstaltungen in Bischofsheim Bogenschießen für jung und alt an, es gab Honigwein zum Verkosten und das eine oder andere kuriose Gespräch. Und wer Interesse hatte, konnte sich mit ihm ins Schwitzzelt setzen, das er im Garten seiner Unterkunft selbst gebaut hatte. Auch einen kleinen Steinkreis für rituelle Zermonien hatte er zusammen getragen. Er lud zu Ritteressen ein, stilecht mit Trinkhörnern, Steingutschalen, Holzlöffel und Kräuterschnäpsen, auch die Dekoration mit Hirsch- und Rehgeweihen, Wildsaudecken und Kuhschädeln konnte er liefern. Dazu reichte er natürlich auch seinen „Zaubertrank“: selbst gemachtes Met.

Die Presse hat immer wieder über seine Ideen berichtet, auch TV-Teams waren vor Ort, um Schwitzzelt, Bogenschießen und räuchern mit Kräutern festzuhalten. Es waren nette und harmlos versponnene Geschichten, immer
unpolitisch und schon gar nicht rechtsextrem – zumindest in der öffentlichen Darstellung. Politisch fiel Burghard Bangert in Bischofsheim nur einmal auf, als er 2008 auf der SPD Liste für den Stadtrat kandidierte.

Nachdem der gewünschte wirtschaftliche Erfolg in der Rhön als Druide ausblieb und sich persönliche Verhältnisse veränderten, zog Burgos von Buchonia nach Schwetzingen. Aber auch dort kam er beruflich nicht auf die Beine. Stattdessen geriet er mehr und mehr in Kreise, in denen sich entwickelte, weswegen er nun festgenommen wurde. Wie der Bayerische Rundfunk und weitere Medien berichten, wurde Burghard Bangert, als Kopf einer rechtsextremistischen Vereinigung festgenommen. Öffentlich rief er im Internet zu Morden an Juden und Muslimen auf.

"Mein Selbsterhaltungstrieb sagt mir, dass ich die Juden und Moslems vernichten muss, bevor diese meine Sippe oder meine Familie vernichten“, so heißt es auf einer seiner Internetseite. Der Bayerische Rundfunkt berichtet, dass am Mittwoch die Bundesanwaltschaft gegen ein rechtsextremes Netzwerk vorgegangen sei. Der Verdacht: Seit Frühjahr 2016 sollen bewaffnete Angriffe auf Polizisten, Asylsuchende und Juden geplant worden sein. 200 Polizeibeamte durchsuchten zwölf Wohnungen in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt und fanden scharfe Schusswaffen und Munition. Mindestens zwei Männer seien festgenommen worden - darunter der 62-jährige selbsternannte Druide. Er soll der Kopf der Gruppe gewesen sein und der Reichsbürgerbewegung angehören.

Die sogenannten Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik und ihre staatlichen Autoritäten, wie die Polizei nicht an. Auf seiner Facebook-Seite teilt Bangert Sätze wie: „Wir wissen, dass unser Land seit 1945 besetzt ist. Wir wissen, dass wir sei diesem Zeitpunkt nicht mehr souverän sind.“ Und weiter: „Wer wählt, bestätigt das System der Besatzer. Er wird mitschuldig an den Entscheidungen der Marionetten." Selbsternannte Reichsbürger gehen davon aus, dass das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 noch existiert.

Der Bayerische Rundfunk berichtet: Am Dienstag rief B. erneut zur "Vernichtung" der "Feinde" auf: "Beginne noch heute." Der 62-Jährige wird zusammen mit anderen Beschuldigten der Bildung einer terroristischen Vereinigung verdächtigt, die sich Waffen und Munition beschafft haben soll. Beides wurde bei den Durchsuchungen in Brandenburg und in Schwetzingen gefunden.“ Erkenntnisse zu konkreten Anschlagsplanungen gebe es noch nicht. Ziel der Razzien sei gewesen, weitere Beweismittel für das tatsächliche Bestehen einer Vereinigungsstruktur sowie zu möglichen geplanten Straftaten zu gewinnen. (Marion Eckert) +++


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