WÄCHTERSBACH
Drei Millionen Euro Umsatz
Bioenergie Wächtersbach verkauft so viel Energie wie noch nie
31.01.17 - Die Bioenergie Wächtersbach GmbH blickt auf das erfolgreichste Jahr seit ihrem Bestehen zurück: Im Jahr 2016 wurde aus dem Holzhackschnitzelheizkraftwerk des Unternehmens mit 20.000 Megawattstunden (MWh) so viel Wärme wie noch nie erzeugt und verkauft. Die Gesellschaft erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut 3 Millionen Euro und wird daraus einen Gewinn in Höhe von rund 160.000 Euro erzielen. 2016 war kälter als 2015, es wurde rund 15 Prozent mehr Wärme verbraucht. Dies bedeutet etwas höhere Vorauszahlungen für die Kunden in 2017. Da der Holzpreis erneut gesunken ist und auch der Ölpreis über das Jahr niedriger war als in 2015, verbilligt sich der Fernwärmepreis erneut in Durchschnitt um 1,5 Prozent. Bedingt durch den Mehrverbrauch von 15 Prozent zahlen die Kunden im nächsten Jahr vier Prozent mehr für die Fernwärme.
Bürgermeister Weiher lud hierzu alle Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats sowie den Ortsbeirat Innenstadt zu einer Besichtigung des Bioenergie-Kraftwerks in Wächtersbach ein. Ebenso lud Bürgermeister Weiß die Parlamentarier aus Bad Orb zur Besichtigung ein. Den Anwesenden aus Bad Orb und Wächtersbach wurden umfassende Einblicke in das Werk, der Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit gewährt. Hierbei stellte die Bioenergie außerdem die Möglichkeit eines Anschlusses von Bad Orb vor.
Zur Zeit ist eine Erweiterung des Kraftwerkes in Planung auch die restlichen Straßen in Wächtersbach sollen erschlossen werden. Eine Kombination mit einer Leitung nach Bad Orb erscheint da wirtschaftlich sinnvoll. Zunächst müssen noch einige Berechnungen erfolgen, eine erste Abschätzung verspricht jedoch, dass die günstigen Fernwärmebedingungen wie in Wächtersbach in etwa auch in Bad Orb möglich wären. Vieles spricht im wirtschaftlichen und ökologischen Interesse für eine Zusammenarbeit mit Bad Orb. Der Anschluss an Bad Orb durch ein eigenes Bioenergie-Kraftwerk wäre aufgrund der Novellierung des EEG unwirtschaftlich, jedoch durch die Anbindung einer Wärmeleitung technisch und wirtschaftlich sinnvoll. Wirtschaftlich ist es auch für Bad Orb lukrativ. Das Gewerbegebiet könnte durch die ökologische Energie profitieren, da dieses aufgrund einer Verlegung der Wärmetrasse als erstes angeschlossen werden kann. Zudem könnte aus dem Stadtwald Bad Orb Holzhackschnitzel für die Bioenergie geliefert werden.
Aus dem Heizkraftwerk wird die Stadt besonders klimafreundlich mit Energie versorgt. Schon heute erfüllt Wächtersbach zu einem beachtlichen Teil die im Dezember 2015 auf dem Pariser Klimagipfel verabschiedeten künftigen Klimaziele für die Wärme- und Stromversorgung Im Jahr 2016 hat es hier auch noch einmal einen erheblichen Ausbau gegeben: Ein Teil der Altstadt wurde erschlossen und auch das dort befindliche Schloss wird künftig mit CO2-neutraler Wärme versorgt.
Neben rund 340 Privathaushalten sind kommunale Liegenschaften, wie Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäude sowie Baugenossenschaft und Gewerbebetriebe an die Fernwärmeversorgung angeschlossen. Die Wärme und der Strom für die zwischen Frankfurt und Fulda gelegenen Kleinstadt werden besonders umweltfreundlich in einem Biomasseheizkraftwerk erzeugt. Hier werden Holzhackschnitzel verwertet, die beispielsweise bei der Baumpflege anfallen. Damit ist die Energieerzeugung klimaneutral, denn es wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie die Pflanzen vorher beim Wachsen der Atmosphäre entzogen haben.
Für die Heizenergie wurden in Wächtersbach in den letzten Jahren bereits über 30.000 Tonnen CO2 eingespart. Die Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und Kommune und auch die Einbindung der Bürger als mögliche Finanzierungspartner ist ein echtes Erfolgsmodell und kann als Vorbild für andere Kommunen gelten. Der Magdeburger Energiedienstleister GETEC heat & power AG hatte im Sommer 2014 mit 64,9 Prozent die Mehrheitsanteile an der Bioenergie Wächtersbach GmbH im Rahmen einer deutschlandweit einzigartigen Kooperation übernommen. +++