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13.10.08 - FULDA

"Sie bleiben auf der Strecke" - Vater von SINKEWITZ droht Teamchef HOLCZER

Hans-Michael Holczer, Chef vom Radsportteam Gerolsteiner, wirft dem Vater des Radsportlers und überführten Doping-Sünders Patrik Sinkewitz versuchte Erpressung und Nötigung vor. Im SWR-Fernsehen präsentierte Holczer gestern Abend in der Sendung "Sport im Dritten" in Anwesenheit des Künzellers einen entsprechenden Brief vom 17. September 2008. In diesem soll Joachim Sinkewitz Folgendes geschrieben haben: "Sollte mein Sohn bis Ende des Jahres wegen irgendwelcher fadenscheiniger Einwände keinen Vertrag bei einem Team erhalten, können Sie davon ausgehen, dass Ihnen ihr Heiligenschein genommen wird und Sie entzaubert werden". Er fordert in dem Brief eine Stellungnahme, ansonsten wolle er Informationen veröffentlichen, die Holczer belasten würden. "Ich werde eine Lawine lostreten und nichts behaupten, was ich nicht beweisen kann. Wer alles auf der Strecke bleibt, ist im Vorraus nicht zu sagen - aber Sie sind dabei", zitiert Holczer.

Vater Joachim Sinkewitz bestätigte auf Anfrage von osthessen-news die Existenz dieses Schreibens. Allerdings seien die zitierten Passagen aus dem Zusammenhang gerissen. Es handele sich um keine Drohung oder Nötigung. "Wenn Holczer dies so auffasst, dann ist das halt so", so Sinkewitz senior. Angst vor rechtlichen Schritten seitens des Teams Gerolsteiner habe er keine. Mit seinem Schreiben habe er die Doppelmoral Holczers anprangen wollen, der den MPCC-Anti-Doping-Verband als Vizepräsident vertrete. In dieser Funktion sage Holczer, dass Dopingsünder, die die Kronzeugenregelung in Anspruch nehmen, nach Ablauf ihrer Sperre willkommen sind, aber "hintenherum" würde er betonen, dass sein Sohn im Radsport nichts mehr zu suchen habe. "Ich kann einfach diesen Untaten nicht mehr zusehen - dies wird alles auf den Kosten meines Sohnes ausgetragen", beklagt Sinkewitz. Dadurch werde eine Rückkehr seines Sohnes in den Radsport erschwert.

Die Aufzeichnung der Sendung kann unter http://www.swr.de/sport/-/id=1208948/nid=1208948/did=3941464/pv=video/gp1=4066658/5pvvtc/index.html angesehen werden. Ob Holczer rechtliche Schritte wegen des Briefes unternehmen will, ist unklar. Eine entsprechende Anfrage beim Pressebüro des Team Gerolsteiners blieb bislang unbeantwortet.

Ex-T-Mobile-Fahrer Patrick Sinkewitz (Foto links), der des Testosteron-Dopings überführt wurde und sich als Kronzeuge zur Verfügung stellte, blieb bislang mit seiner Suche nach einem neuen Arbeitgeber ohne Erfolg. Holczer wurde in der Vergangenheit von dem 27-Jährigen mehrfach attackiert. Dem Rennstall-Chef warf er laut Angaben des SWR jüngst "Betriebsblindheit" vor, nachdem Stefan Schumacher unter Doping-Verdacht geraten war.(jd)+++

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