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Die deutlich erkennbaren Mängel am Sattelzug - Fotos: Polizeipräsidium Osthessen

BAD HERSFELD Vermögensabschöpfung von über 2.500 Euro

Viele Mängel an tschechischem Sattelzug - Ungesicherte Ladung

06.07.17 - Am Dienstag (05.07.), gegen 08:00 Uhr, fiel einer Streife des Regionalen Verkehrsdienstes der Polizei Bad Hersfeld ein tschechischer Sattelzug auf, dessen Plane sich stark nach außen beulte. Die Fahrzeugkombination wurde daher in Bad Hersfeld in einem Gewerbegebiet angehalten und kontrolliert. Hierbei kam das eigentliche Ausmaß zu Tage. Es wurde eine gravierender Verstoß im Bereich der Ladungssicherung festgestellt, da der tschechische Fahrer Altkleider und Altschuhe in sogenannten Big Bags (große Transportsäcke aus einem Polypropylengewebe) geladen hatte, die völlig ungesichert auf den Auflieger gestapelt waren.

Damit die lose liegenden Big Bags die Plane, die lediglich als Wetterschutz fungiert, jedoch keinerlei ladungssichernden Eigenschaften besitzt, nicht noch stärker nach außen drücken konnten, hatte das Unternehmen beim Beladen zwischen Plane und Ladung große Pappstücke geklemmt, um dies zu verhindern. Weiter fiel auf, dass der Auflieger technisch in einem desolaten Zustand war. Die Türen des Heckportals ließen sich nur mittels zwei bis drei kräftiger Fußtritte des Fahrers schließen. Da die Verschlussriegel teilweise durchgerostet waren, teilweise nicht mehr in der entsprechenden Verankerung einrasten konnten, wurden sie mittels handelsüblicher Schlossschrauben gesichert.

Außerdem wurde festgestellt, dass auf der rechten Seite des Heckportales die Verbindung zwischen der Seitenplanke und dem Rahmen nicht mehr bestand, sowie die Halteeinrichtung des Reserverades völlig locker war, was im schlimmsten Fall dazu führen könnte, dass der Fahrer das Rad einfach während der Fahrt verlieren könnte. Auch wurden an der hintersten Achse des Aufliegers zwei unterschiedliche hohe Luftbälge eingebaut, wodurch sich wiederum die Schieflage des Aufliegers erklärte. In Absprache mit einem Kraftfahrzeugsachverständigen wurde dem Fahrer eröffnet, welche Reparaturen vor Ort nötig seien, um die Weiterfahrt zu gestatten. Des Weiteren wurden beim Auslesen des digitalen Kontrollgerätes Hinweise für eine Manipulation der Fahr- und Ruhezeiten gefunden. Die Ermittlungen diesbezüglich dauern noch an. Auf jeden Fall erwarten den Halter des Sattelzuges, eine tschechische Firma, eine Vermögensabschöpfung von über 2.500 Euro sowie der Aufwand, die Ladung vor Ort auf ein geeignetes Fahrzeug umzuladen. +++


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