Sport in der Region - das kann bloßes "Konsumieren" am Sportplatz oder in der Halle sein. Oder auch festes Engagement in einer Mannschaft mit Punktspielen, vielen Trainingsterminen oder Auswärtsfahrten. Doch so viel "Leistungsdruck" ist für manche Menschen heutzutage einfach zuviel. Wie man Sport - als Mischung aus Freizeitvergnügen und lockerem Wettkampf - auch noch fördern kann, beweist die Badminton-Abteilung der TSG Schlitz (Turn- und Sportgemeinschaft) nun schon im 14. Jahr. Jährlich im Oktober bieten sie eine ganz besondere Veranstaltung an, die Sportler aller Altersklassen aus ganz Hessen und angrenzenden Bundesländern anzieht. Zwei Tage lang steht zwar auch sportlicher Vergleich auf dem Programm - aber vor allem Freude an Bewegung und Gemeinschaft, fernab von verbissener Konkurrenz und Kampf um Zehntelpunkte, erklärt Uwe Höbler aus Schlitz von der Badminton-Abteilung. Lesen Sie im folgenden den Bericht über das diesjährige 14. Badmintonturnier in Schlitz, den Sven Völzke aus persönlicher Sicht geschrieben hat.
Eine etwas andere Philosophie vom Badminton...
"Am 25.+ 26. Oktober 2008 fand in Schlitz das 14. Badmintonturnier für Hobby und Freizeitspieler statt. Als wir vor 14 Jahren damit begonnen haben, in Schlitz ein Badmintonturnier für Hobbyspieler anzubieten, war nicht abzusehen, was sich daraus entwickelt. Mittlerweile ist das Schlitzer Turnier zu dem (vermutlich) größten Hobbyturnier in Hessen geworden. Es hat sich mit fast 200 Teilnehmern an zwei Tagen (Jugend am Samstag, Erwachsene am Sonntag) aus den Bundesländern Hessen, Thüringen, Bayern und - in vergangenen Jahren sogar - Niedersachsen zu einer festen Einrichtung in der Region gemausert. Diese Umstände scheinen auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich. Auch die Daten des Turniers (Rund 17.000 Ballwechsel in 714 Sätzen bei 357 Begegnungen auf neun Plätzen) sind nichts, was man nicht auch von anderen Turnieren kennt. Und doch, etwas ist anders…
…denn an dem Turnier nehmen nur Hobbysportler teil. Das bedeutet, dass nur Badmintonspieler zugelassen werden, die nie einen Spielerpass besaßen und nicht in einer Mannschaft gemeldet sind oder waren. Hier trifft sich alles. Vom blutigen Anfänger, bis zum tollen Spieler, der mit Sicherheit Stammspieler in so mancher Vereinsmannschaft wäre. Es spielen Schüler gegen Rentner (der älteste Teilnehmer war im Jahr 2005 ein 78jähriger Badmintonenthusiast!). Topsportler aus anderen Sportarten treten gegen Menschen mit Handicaps in ein und demselben Spielsystem an. Trotzdem sind viele Spiele (vor allem mit zunehmender Dauer des Turniers) eng umkämpft und werden engagiert geführt.
Sowohl beim Turnier, als auch im Verein steht dem leistungsmäßigen Wettkampfgedanken ein freundschaftliches Miteinander gegenüber. So wird ohne Druck darauf geachtet, für jeden individuell gute Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.
Im Turnier wird dieses Miteinander durch das Schweitzersystem erreicht, dass in einem System gewährleistet, dass Spieler der unterschiedlichsten Spielstärke miteinander spielen können. Schon nach wenigen Runden wird die Spielstärke der einzelnen Teams durch das System bewertet. Damit wird dafür sorgt, dass Spieler nur gegen Spieler mit der in etwa gleichen Spielstärke spielen. So erreicht man Begegnungen, die es jedem Sportler ermöglichen, die Leistungen auf dem eigenen Niveau zu messen.
Um unser Turnier zu einem solchen Erfolg werden zu lassen bedurfte es natürlich dem jahrelangen Engagements und Herzblut eines gut funktionierenden Teams, im Zusammenspiel unserem „badmintonverrückten“ Trainer Claus Friske.
Wer unser Turnier zum ersten Mal besucht, der mag wirklich nicht glauben, dass man so einen Aufwand als „Hobby“ betreibt. Die gesamte Sporthalle ist prächtig geschmückt und den Teilnehmern und Besuchern wird so einiges geboten. Es gibt ein Aufschlagspiel, mehrere Rätsel, Videoprojektionen, Info- und Verkaufsstände rund um das Thema „Badminton“. Außerdem kann man in der Cafeteria bei günstigen Preisen nette Gespräche führen.
Geehrt wurden nicht nur die Sieger, sondern auch die Spielerinnen und Spieler, die am häufigsten am Turnier teilnahmen (einige kamen bereits zum 13. Mal !). Auch die größte teilnehmende Mannschaft oder Spieler, die nicht so gut abgeschnitten haben bekamen einen Preis.
Wir sind der Meinung mit unserem Turnier und unserem „Hobbyverein“, für die Region eine gute Form gefunden zu haben, die Entwicklung der Sportart Badminton zu fördern. Durch das Turnier bieten wir Hobbyspielern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten im Rahmen eines „richtigen“ Wettkampfes miteinander zu vergleichen, ohne dabei die Verpflichtung von regelmäßigen Punktspielen zu haben. Wir hoffen, dass alle Teilnehmer in diesem Jahr viel Spaß hatten und dass wir uns noch häufig am letzten Oktoberwochenende zum Badminton spielen in Schlitz wieder sehen."
Nach diesem Bericht aus den Reihen der Badminton-Abteilung der TSG Schlitz sollen natürlich auch die Sieger in den jeweiligen Klassen genannt werden:
Sieger Damen-Doppel
1. Platz: Annika Carstens / Christina Holze (HTG Bad Homburg)
2. Platz: Margarete Greco / Astrid Kaiser ( TV Flieden )
3. Platz: Sylvia Faupel / Silvia Greb (FC Wehrda)
Sieger Herren-Doppel
1. Platz: Gerard Brewster / Matthias Schmitt ( SG Hettenhausen )
2. Platz: Stephan Reuleaux / Nicolas Bolt ( HTG Bad Homburg )
3. Platz: Sebastian Künemund / Niklas Noll ( Fulda )
Sieger im Mixed
1. Platz: Yvonne Grosch / Christian Streck ( TSG Schlitz / FC Wehrda )
2. Platz: Janet Gebers / Benjamin Schmitt ( TG Weisskirchen )
3. Platz: Lisa Schmitt / Oliver Temme ( TV Flieden)
Die größte teilnehmende Gruppe kam mit 12 Hobbyspielern aus Schenklengsfeld / Kreis Hersfeld-Rotenburg. +++