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- Fotos: Hendrik Urbin

Die Borussen kaben gekämpft - und doch verloren...

29.10.08 - SPORT

Spielbericht der Fußball Hessenliga: Borussia Fulda - OSC Vellmar 0:1 (0:0)

Da konnte das Borussenherz heute Nachmittag gerade einmal wieder halbwegs ruhig schlagen. Und schon gibt es den nächsten Rückschlag für den Traditionsverein. Im Laufe des Tages hatte die Nachricht von dem zur Wahl bereitstehenden Gremium wie ein Blitz eingeschlagen. Doch auf dem Platz lassen die verantwortlichen Akteure weiterhin die Effizienz vermissen. In einer spielerisch niveauvollen Begegnung gegen den OSC Vellmar zog Borussia Fulda trotz deutlicher Überlegenheit letztlich den Kürzeren. Vor allem in der zweiten Hälfte ließ die Elf von Trainer Jörg Meinhardt mehrere Chancen zur Führung aus. Dies sollte sich 10 Minuten vor Spielende rächen. Der OSC Vellmar konterte die neu formierte Borussen-Abwehr gekonnt aus. Während die Nordhessen auf den vierten Rang vorrücken und somit ihre Erfolgsserie (16 von 18 möglichen Punkten aus den letzten sechs Partien) fortführen, rutscht Fulda nun ins "Niemandsland" zwischen Mittelfeld- und Abstiegsrängen ab.

Die Besucherzahl in der Fuldaer Johannisau glich eher der eines gut besuchten Trainingsgeländes. In etwa 200 Personen verirrten sich zu dem Nachholspiel der Hessenliga. Unter ihnen fanden sich dank des günstigen Termins aber auch Gesichter der lokalen Fußballprominenz: Trainer Oliver Bunzenthal und Kapitän Dominik Weber vom Hünfelder SV sowie Ex-Borusse Marklus Bloß vom SC Waldgirmes nahmen die Möglichkeit wahr und schauten sich die Begegnung ihrer Ligakonkurrenten an.

Eine große BILDERSERIE finden Sie in einem EXTRA-Bericht unter folgendem Link: http://www.angelstein-tv.de/OsthessenNews/beitrag_C.php?id=1157071

Fuldas Trainer Jörg Meinhardt stellte sein Team auf mehreren Positionen um. Den Ausfall von Innenverteidiger Artug Özbakir kompensierte er mit einer völlig neuen Variante: Özbakirs Abwehrkollege Seref Zangir rückte ins defensive Mittelfeld. Stattdessen übernahmen der wieder genesene Adam Benn und Außenverteidiger Steffen Schneider die Innenverteidigung. Auf Schneider Position rückte Freddy Braun. In der ersten Halbzeit bekam der beschauliche Haufen treuer Anhänger eine rasante Begegnung zu sehen. Beide Seiten zeigten Kombinationsfußball, der sich sehen ließ. Im Vorteil - vor allem in Sachen Torchancen - war jedoch deutlich Borussia Fulda. Benjamin Bunzenthal (17.) und Murat Anli (25.) hatten die besten Möglichkeiten. In die Pause ging man demnach mit gemischten Gefühlen in die Kabine: Die spielerische und kämpferische Leistung war da. Doch ein Tor musste her. Nach dem Seitenwechsel ging der Spielverlauf munter so weiter wie in der ersten Hälfte. Fulda dominierte. Aber Vellmar stand defensiv sicher und ließ auch ansonsten kaum nennenswerte Mäkel zum Vorschein kommen.

Nachdem Kahraman Damar (51., 53.), Benjamin Bunzenthal (63.) und vor allem Christopher Krause (65.) per Distanzschuss, für Gefahr vor dem Vellmarer Tor gesorgt hatten, wurden die Gäste jedoch unruhig. Fouls häuften sich. Schiedsrichter Michael Dutschmann (Solms) zeigte mehrfach die Gelbe Karte. Statt aber von der Verunsicherung der Vellmarer zu profitieren, wurde die Borussia selbst nervös. Fehlpässe und weitere individuelle Fehler ereigneten sich - eben die typische Schlussphase eines noch offenen Spiels, in der keiner mit einem Remis zufrieden ist. Die Fuldaer Defensive ließ schließlich den Atem der Zuschauer für einem Moment stocken, als sie Christian Wollenhaupt den Ball regelrecht vorlegte. Dank eines schlagartigen Reflexes von Keeper Masar Qosa blieb es jedoch vorerst beim 0:0.

In dieser kritischen Phase forderten die Zuschauer vehement die Einwechslung von Mark Jaksch. Nach 73 Minuten brachte Trainer Jörg Meinhardt den 18-jährigen schließlich. "Viel zu spät" meinten die einen. Man könne doch nicht alle Karten auf einen 18-jährigen setzen, hörte man von anderen. Letzlich blieb diese Einwechslung aber wirkungslos. Ebenso wirkungslos blieb die über weite Strecken vorhandene Überlegenheit der Borussen. In der 80. Minute war es Jörg Odensaß, der eine Hereingabe von Christian Wollenhaupt nur noch über die Linie schieben musste. Der Mittelfeldspieler hatte zu diesem Punkt das erste Mal auf das Fuldaer Tor geschossen. Er legte somit das an den Tag gelegt, was Borussia Fulda schmerzlichst vermissen ließ: Effizienz. Dies sollte zu denken geben.

Nun gilt es die Niederlage beiseite zu schieben und das Positive aus der Begegnung zu ziehen. Denn Wille und gute spielerische Ansätze zeigte Borussia Fulda definitiv. Lediglich in der Offensive fehlte der spielentscheidende kaltblütige Abschluss. Vielleicht reicht es am Samstag gegen die TSG Wörsdorf endlich einmal wieder zu drei Punkten. Um 14:30 Uhr beginnt die Begegnung in der heimischen Johannisau. Gerade in derart aussichtslosen Phasen, sind die Zuschauer gefragt. Denn wie heißt es so schön? "Wie in guten wie in schlechten Zeiten." (CHRISTIAN HOGE)

Borussia Fulda: Qosa – Braun, Benn, Schneider, Hose (88. Oymak) – Bunzenthal, Schimmelpfennig, Zangir, Krause – Damar, Anli (73. Jaksch).

OSC Vellmar: Schrieber; Keßebohm, I. Susilovic, P. Susilovic, Guthof (63. Radder), Glogic (74. Bek), Odensaß, Wollenhaupt, Menne, Semoski, Wolf (63. Cemali).

Schiedsrichter: Michael Dutschmann (Solms)

Tore: 0:1 Jörg Odensaß (80.)

Zuschauer: 200

Beste Spieler: Zangir, Schimmelpfennig - Schrieber, Wollenhaupt.

Einzelkritik der Fuldaer Akteure:

Masar Qosa: Hatte nicht besonders viel zu tun. Wenn es gefährlich wurde, war er aber stets aufmerksam. Beim Gegentor traf ihn keine Schuld.

Freddy Braun: Kämpfte kontinuierlich um jeden Ball. Impulse nach vorne waren allerdings eher rar.

Adam Benn: In der ersten Halbzeit mit einer stabilen Leistung. In der zweiten Hälfte merkte man ihm jedoch an, dass er nach seiner Verletzung noch Spielpraxis braucht. Gegen Ende des Spiels mutierte er zum Unsicherheitsfaktor in der Viererkette.

Steffen Schneider: Ihm fehlte der Raum, den er auf der Außenverteidigerposition normalerweise hat. Dort liegt auch seine wahre Stärke.

Alexander Hose: Brachte gute Impulse nach vorne. Dadurch fehlte er in der Defensive allerdings desöfteren.

Benjamin Bunzenthal: Er probierte einiges, blieb aber letztlich ohne Erfolg.

David Schimmelpfennig: Absolvierte eine starke Leistung. Vor allem kämpferisch trieb er "sein" Team an. Aber auch technisch konnte er wieder einmal überzeugen.

Seref Zangir: Auf der ungewohnten Position im defensiven Mittelfeld, zeigte er, was er im Aufbauspiel drauf hat. Dem Gegner immer einen Schritt voraus und stets kreativ.

Christopher Krause: Zwar mit guten Ansätzen, ging aber zu selten über außen.

Kahraman Damar: Rannte sich über 3/4 der Spielzeit platt. Ihm fehlte daher in der entscheidenden Schlussphase die nötige Energie. im Abschluss kennt man ihn stärker.

Murat Anli: Vor allem im Abschluss enttäuschend. Wirkte anfangs noch engagiert, was aber im Laufe des Spiels immer mehr abnahm.

Mark Jaksch: Kam 15 Minuten vor Spielende. Abgesehen von 1-2 Torschüssen konnte er aber keine nennenswerten Akzente mehr setzen.

Resul Oymak: Kam beinahe mit dem Abpfiff - und somit zu spät. +++



Freude bei Vellmar über das Siegestor



Schlimmer gehts nimmer? Borussen-Trainer Meinhardt

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