- Fotos: Dieter Graulich

ULRICHSTEINStraffe Redezeitenbeschränkung

Windkraft wie ein „Roter Faden“ bei der Bürgerversammlung

06.10.17 - Vier feste und ein freies Thema waren am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung der Stadt Ulrichstein im Innovationszentrum vorgeben. Straffe Spielregeln gab Stadtverodnetenvorsteher Karl Weisensee zu Beginn für die Veranstaltung bekannt. So erhielt Bürgermeister Edwin Schneider jeweils fünf Minuten Zeit um das jeweilige Sachgebiet vorzustellen und anschließend hatten die etwa 100 Besucher Gelegenheit spezielle Fragen dazu zu stellen.

Als Themen waren vorgeben: Wasserversorgung Kernstadt Ulrichstein, Sanierung Kläranlagen Ulrichstein und Ober-Seibertenrod, Sraßeninfrastruktur und Windkraft sowie ein freies Thema, das dann sich dann auf die Informationspolitik der Stadt spezialisierte. Zur Wasserversorgung betonte Schneider, dass die Stadt seit über 100 Jahren aus Schürfquellen versorgt werde. Seit 1990 erfolge eine Chlorung wegen Keimen und Bakterien. Bei Trockenperioden reiche außerdem das Wasser nicht mehr aus. 2014 seien erstmals Chlostridien Perfringens festgestellt worden und daraufhin mit dem Umbau des Hochbehälters begonnen worden.

Ziel sei es: weg von den Schürfquellen. Seit 2014 wurde die Forschungsbohrung vom Land Hessen untersucht, es gab eine Brunnenbohrung im Oberwald bis 120 Meter tief mit Kosten von rund 150.000 Euro und der Anschluss an die Brunnen Ober-Seibertenrod/Unter-Seibertenrod wurde überprüft. Ergebnis: Das Wasser reicht für Ulrichstein nicht aus! Weitere Optionen seien die Bohrung von Flachbrunnen im Oberwald (Riedesel) und der Anschluss an den Hochbehälter Helpershain. Bohrpunkte seien auch von einem Wünschelrutengänger vorgeschlagen worden.

Bereits hier zeigte sich bei den Fragen der Bürger auf, das das Thema „Windkraft“ zu einem „Roten Faden“ durch alle Themen werden würde. Heidi Hühnergarth, Rüdiger und Dr. Dietmar von dem Borne schnitten erneut den Bau einer Windkraftanlage am Ulrichsteiner Kreuz an, die mit einem nicht genehmigten Fundament angeblich für die Wasserverunreinigungen verantwortlich sei. Bürgermeister Schneider wies dies zurück und verwies auf Gutachten und Stellungnahmen des Regierungspräsidiums Gießen die feststellten dass dies nicht der Fall sei.

Einen Anschluss an die Brunnen Ober- und Unter-Seibertenrod wünschte sich Albert Appel, obwohl Schneider vorher betont hatte, dass diese zu wenig Wasser lieferten. Seit 2010/2011 sei die Verbesserung der Einleiterwerte in die Ohm ein Thema. Dazu müssten bis zum 31. Dezember 2018 die Kläranlagen Ulrichstein mit 1,3 Millionen Euro und Ober-Seibertenrod mit 350.000 Euro saniert werden. Die Förderung des Landes Hessen beträgt 45 Prozent. Angeregt wurde hier, angesichts der immer höher werdenden Anforderung von oben, einmal den Ungehorsam zu üben. Das Stadtoberhaupt betonte, dass dies keinen Zweck habe, da die Bauarbeiten dann angeordnet und die Kosten damit höher würden.

Kritik gab es bei dem Thema Straßeninfrastruktur an den langen Bauzeiten bei den Maßnahmen. Im Vogelsberg gebe es fast nur noch Umleitungen und man müsse zu viele Kilometer zurücklegen um das Ziel zu erreichen. Hauptfragesteller beim Thema Windkraft waren dann erneut Heidi Hühnergarth, Rüdiger und Dr. Dietmar von dem Borne sowie Harald Keil und Albert Appel. Nach den vorgelegten Zahlen sei kein Ende abzusehen beim Bau neuer Anlagen und 53 seien bereits vorhanden. Harald Keil verwies dabei auf die zu vielen Standorte im Stadtgebiet und bat um Verständnis für die Menschen, die dagegen seien. Derzeit habe dies nichts mehr mit Energiewende zu tun. Der Wunsch der Bürger sei, dass sich die Stadt für sie einsetze und nicht selbst noch Anlagen baue.

Abschlussthema dann die Informationspolitik der Stadt. Hier wünschte sich Wolfgang Jung dass man schneller über Ereignisse wie zum Beispiel die Wasserverunreinigungen informiert werde. Hier verwies Schneider, dass dies mittels Lautsprecherdurchsagen, Handzettel, Mitteilungsblatt, Zeitung und sogar durch den Rundfunk geschehen sei. Jung wünschte, dass die Stadt sich auch mit Facebook und WhatsApp anfreunde, was jedoch vom Bürgermeister abgelehnt wurde. Die Bürger hätten bereits Gelegenheit sich über die Homepage der Stadt zu informieren.(gr)+++


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