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Kreisbauamtsleiterin Diplom-Ingenieurin Urte Kelm. - Fotos: Hans-Hubertus Braune

21.11.08 - LAUTERBACH

"Die Eishalle ist auch für meine Familie eine beliebte Freizeiteinrichtung", sagte Diplom-Ingenieurin Urte Kelm am Ende der heutigen Pressekonferenz des Vogelsberger Kreisbauamtes. Wie mehrfach berichtet wurde die Eishalle am Mittwoch dieser Woche aufgrund der deutlichen Überschreitung der Grenzwerte vom Betreiber, den Stadtwerken Lauterbach geschlossen. Vorausgegangen waren intensive Diskussionen um das geeignete Messverfahren. Die Dachkonstruktion weist inzwischen erhebliche Risse auf und könnte bei einer erhöhten Schneelast einbrechen. Dies ging auch aus einem Gutachten des Sachverständigen Professor Dr. Stefan Winter hervor.

"Wir haben dem Betreiber einen Weg skizziert, wie der Betrieb der Eishalle in dieser Saison hätte aufrecht erhalten werden können. Die Alternative wäre die sofortige Schließung gewesen", sagte Kelm. Sie berichtete von einem jahrelangen Dialog zwischen dem Kreisbauamt als Bauaufsicht, dem Betreiber der Halle und dem allgemein anerkannten Sachverständigen Winter. Bereits im Jahre 2006 wurde ein dreistufiges Sanierungskonzept vereinbart. Zunächst wurden Vollgewindestangen zur Erhöhung der Tragfähigkeit eingebaut (im Jahre 2007). Das Verpressen der Risse und Erhöhen des Binderquerschnittes durch Kertoplatten sollte der nächste Schritt in diesem Jahr gewesen sein. Für das nächste Jahr sei eine "energetische Ertüchtigung der Halle" geplant. Heißt, die bisher offene Halle sollte komplett baulich geschlossen werden.

Im März dieses Jahres habe das Kreisbauamt an die Sanierung der Holzbinder erinnert. Die vereinbarte Kertoplatternsanierung erfolgte aber nicht. Im September wurde dann ein Gutachten von Professor Winter vorgelegt. Im Kern wurde eine weitere Verringerung der Tragfähigkeit des Tragwerkes auf maximal 25 Kilogramm Schneelast pro Quadratmeter festgeschrieben. In einem vom Land Hessen in diesen Fälle verlangte Prüfgutachten wurde dies von Professor Dr. Blass bestätigt. Er forderte zusätzlich eine regelmäßige Messung der Holzfeuchte und diese dürfe 20 Prozent nicht übersteigen. Dieser Grenzwert wurde am vergangenen Mittwoch überschritten und deshalb die Halle um 16 Uhr vom Betreiber geschlossen.

Kelm wehrt sich gegen Vorwürfe, ihr Amt hätte nicht reagiert. "Wir haben eine Verantwortung gegenüber Leib und Leben der Menschen. Wir stehen im ständigen Dialog mit den beteiligten Stadtwerken und Sachverständigen und wollen auch künftig gemeinsam nach einer Lösung suchen", erklärte Kelm abschließend.

Doch wie geht es weiter? Die Halle ist geschlossen. Die Messungen gehen jedoch weiter. Liegt eine Schneelast von mehr als 46 Kilogramm pro Quadratmeter Schnee müssen gar das benachbarte Schwimmbad und die Gaststätte geräumt werden. Die Risse seien inzwischen bis zur vier Zentimeter tief. Bei 16 Zentimeter breiten Holzbinder bleiben da nicht mehr viel Platz. Vermutlich werden in Kürze Stützen in der Halle und der Eisfläche aufgestellt, so dass der Schnee keine Gefahr mehr bedeutet. (Hans-Hubertus Braune) +++




Während der Pressekonferenz Urte Kelm, Pressesprecher Erich Ruhl und der Kreisbeigeordnete und Baudezernent Heinz Geißel.

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