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Dieses Schreiben sorgt für Wirbel im Internet - Screenshot: Facebook

SCHOTTEN Internetnutzer sind empört

Gerechtfertigt? Schottener Tafel behandelt Asylkunden vorrangig

20.02.18 - Für Aufsehen und Ärger bei einigen Internetnutzern sorgt in diesen Tagen ein Aushang der Schottener Tafel, Ausgabestelle Nidda . „Sehr geehrte Tafelkunden, seit Kurzem bedienen wir auch Kunden, deren Asylverfahren mit Anerkennungsverfahren abgeschlossen wurde. Damit die Lebensmittel, die diese Kunden aus ihren Kundenkisten, die sie aus kulturellen und persönlichen Gründen nicht annehmen können den übrigen Kunden zugutekommen, werden wir die neuen Asyl-Kunden in der Zeit von 10:25 Uhr bis 10:45 Uhr vorrangig bedienen“, heißt es auf dem DIN-A4-Schreiben wörtlich.

„Bitte haben Sie also Verständnis, dass - auch wenn diese Kunden später als Sie am Tafelladen eintreffen - diese dennoch vor Ihnen bedient werden. Nur so können wir die zurückgereichten Waren Ihnen zur Verfügung stellen. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Tafelteam des Tafelladens in Nidda.“

Auch wenn man denken könnte, dass das Schreiben von Dritten in verleumderischer Absicht verfasst worden sei, hing dieser Text tatsächlich im Eingang der Ausgabestelle. „Der Vorfall ereignete sich allerdings bereits im Mai 2017“, erklärten die Tafelmitarbeiter am Sonntagvormittag gegenüber OSTHESSEN|NEWS. „Ein Hinweisschild für Kunden, die die Abläufe bei der Tafel kennen, wurde ohne Zusammenhang im Internet verbreitet.“ Der Aushang hätte schon im vergangenen Jahr einen Shitstorm ausgelöst, persönliche Beschimpfungen und Beleidigungen der Mitarbeiter seien an der Tagesordnung gewesen. Der Tafelladen in Nidda sieht sich allerdings zu Unrecht in den medialen Fokus gerückt, der Unbekannte, der das Schreiben im Netz verbreitet hatte, hätte sich besser einem klärenden Gespräch gestellt, teilte der Vorstand der Tafel dem Kreis-Anzeiger mit.

Die Tafel in Nidda bedient neben Flüchtlingen grundsätzlich Mitbürger, deren Grundeinkommen nicht zum Lebenserhalt reicht. Beispielsweise sind dies Hartz-IV-Empfänger, Menschen, die Sozialhilfe erhalten, oder Rentner. Dementsprechend gilt der Aufruf der Tafel zu dieser Art der Zurückhaltung eben jenen anderen Kunden.

Ebenfalls dem Kreis-Anzeiger gegenüber erklärte der Vorstand, dass Flüchtlinge, die hauptsächlich muslimischen Glaubens seien, aus religiösen Gründen nicht alle ihnen angebotenen Speisen annehmen würden. Um das Wegwerfen von Waren, etwa Fleisch, dunkle Brotsorten oder verschiedene Gemüsesorten durch Asyl-Kunden zu verhindern, würde man die abgelehnten Speisen an die restlichen Kunden verteilen. Vor diesem Hintergrund sei es von Vorteil, später an der Ausgabestelle zu erscheinen, weil die restlichen Kunden dadurch mehr Lebensmittel erhielten.

Obwohl der Aushang gerade in diesem Tagen kräftig in den sozialen Medien geteilt wird und dort zu weiteren Anfeindungen führt, war die Niddaer Tafel OSTHESSEN|NEWS gegenüber zu keiner weiteren Stellungnahme bereit. (red) +++


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