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Die Windkraftanlagen im Wald bei Dammersbach sorgen weiter für Ärger - Archivbilder (2): Hans-Hubertus Braune

HOFBIEBER Nichts dreht sich mehr

Nach nur einem Jahr Betrieb: Windparkanlage wegen Rotmilanen abgeschaltet

04.05.18 - Die FDP Hessen meldete am Donnerstag, dass der Windpark Hofbieber dauerhaft abgeschaltet werden müsse. Gutgläubige Bürger hätten 14,6 Millionen Euro für eine Windkraftanlage gezahlt, die nun als Investitionsruine im Wald nahe Dammersbach stünde. Als Quelle für diese Aussage gaben die Freien Demokraten das Regierungspräsidium (RP) in Kassel an.

„Das stimmt so allerdings nicht“, dementiert der Pressesprecher des RPs Michael Conrad am Freitagmorgen auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS.

Abschaltung bis zum 15. August 2018

Foto: Ewald Sauer

Eine kürzlich erlassene naturschutzrechtliche Anordnung des Regierungspräsidiums gelte nicht dauerhaft, sondern nur befristet bis Mitte August. Grund für die vorübergehende Stilllegung sei ein Rotmilan-Brutplatz. Um die Tiere nicht zu gefährden, habe man der rechtlichen Vorgabe folgen und die Abschaltung anordnen müssen, erklärt Conrad. „Wenn die Brutzeit beendet ist, werden sich die Windräder auch wieder drehen.“ Bereits in der Vergangenheit habe es allerdings Einschränkungen beim Betrieb des Windparks gegeben. „Bei bestimmten Witterungsverhältnissen, das heißt bei Temperaturen über 10 Grad Celsius und Windgeschwindigkeiten unter sechs Metern pro Sekunde, muss die Anlage nachts sowieso angehalten werden.“ Dies geschehe, so Conrad, zum Schutz der dort lebenden Fledermäuse. Dass es immer wieder zu solchen Vorfällen kommen könne, sei allerdings schon vor Errichtung der Windräder absehbar gewesen.

Lothar Jestädt, Vorstand der Energiegenossenschaft Eichenzell betont in einer Pressemeldung, dass die befristete Abschaltung nicht zu einer Investitionsruine, sondern für sie als Betreiber des Windparks zu einem sehr schmerzlichen vorübergehenden Einnahmeausfall führe. Die Energiegenossenschaft und die hieran beteiligten Bürger hätten in den Windpark schließlich eine Summe von 2,7 Millionen Euro investiert.

Die Energiegenossenschaft, so Jestädt weiter, habe am vergangenen Montag einstweiligen Rechtsschutz gegen das Regierungspräsidium Kassel beantragt, da die Anordnung zur vorübergehenden Stilllegung aus ihrer Sicht nicht haltbar sei. „Der als Begründung der Abschaltung angeführte Rotmilan-Brutplatz im unmittelbaren Umfeld der Windenergieanlagen konnte bislang von uns nicht lokalisiert werden. Daher sind wir derzeit noch zuversichtlich, dass sich diese Information im Zuge der verwaltungsgerichtlichen Prüfung als Fehlmeldung herausstellt und die Abschaltanordnung aufgehoben wird.“ Bisher, so teilt der Vorsitzende mit, habe das RP diese Angaben verweigert.

Bereits bevor der Windpark errichtet und im letzten Jahr in Betrieb genommen wurde, gab es heftige Diskussionen über dessen Standort. Die Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) hatte sogar geklagt, um den Bau zu verhindern. Mindestens drei Rotmilan-Horste wurden bisher, vermutlich von Windkraft-Befürwortern, zerstört oder zur Gänze entfernt.  (Miriam Rommel) +++


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