Bischof Algermissen (Mitte) mit den polnischen Gästen, deren Dolmetscherin und Caritas-Direktor Juch (rechts) - Fotos: Christof Ohnesorge

FULDA Dank für Geschenk der Versöhnung

Bischof Algermissen empfing polnische Caritas-Gäste

17.05.18 - Bischof Heinz Josef Algermissen hat am Mittwoch im Fuldaer Bischofshaus sechs Frauen und Männer aus Polen empfangen, die als Kinder und Jugendliche mit ihren Familien Gefangene des NS-Regimes in Auschwitz und Potulice waren. „Ich danke Ihnen von Herzen für Ihren Besuch, der ein Zeichen dafür ist, dass Sie, die Sie so viel durch Deutsche erlitten haben, uns ihre Versöhnung schenken“, sagte der Oberhirte bei der Begegnung. Er betonte, wie wichtig es sei, dass die Besucher als Zeitzeugen vor jungen Menschen in den Schulen von ihren Erlebnissen berichteten.

Dass Gäste aus Polen, die deutsches Unrecht erlitten hätten, vom Fuldaer Bischof empfangen würden, sei seit 15 Jahren eine gute Tradition. Der Bischof wünschte den Senioren eine gute Erholung während der Zeit ihres Besuches. Die Gäste, die auf Vermittlung des Maximilian-Kolbe-Werkes und Einladung der Caritas des Bistums noch bis Ende Mai zu einem Erholungsaufenthalt im Hünfelder Bonifatiuskloster weilen, kamen in Begleitung von Caritasdirektor Dr. Markus Juch und Caritas-Mitarbeiterin Kathrin Klewer sowie ihrer Betreuerin und Dolmetscherin Monika Klug.

Algermissen würdigte die deutsch-polnische Versöhnung der letzten fünfzig Jahre, die ihm sehr am Herzen liege, und die immer wieder erfahrbare polnische Gastfreundschaft. Tief beeindruckt zeigte er sich von dem, was die Gäste an schmerzvollen Erfahrungen aus der Zeit ihrer Gefangenschaft berichteten. Mieczysaw Grochowski, einer der polnischen Senioren, sprach in perfektem Deutsch über die jährlichen Treffen ehemaliger Häftlinge von Potulice, wo sich der größte Kinderfriedhof in Europa befinde, und trug eine ergreifende Melodie auf seiner Trompete vor. Bischof Algermissen hob hervor, dass man das erlittene Unrecht nicht ungeschehen machen können, aber es in Erinnerung behalten werden müssen, denn „ohne Erinnerung gibt es keine Versöhnung“. Die Erinnerung sei auch für die junge deutsche Generation sehr wichtig. Das „Friedenswerk Europa“ werde heute leider infrage gestellt – dabei dürfe es für die Zukunft nicht verspielt werden, gab Algermissen zu bedenken. Als Dankeschön für ihren Besuch überreichte der Bischof CDs mit Orgelwerken, die im Fuldaer Dom eingespielt wurden. (pm) +++


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