Das Nikolausturnen bei der Fuldaer Turnerschaft 1848 e.V. hat, wie in vielen anderen Sportvereinen der Region, schon Tradition. Auch im Jahr des 160-jährigen Bestehens des Fuldaer Sportvereines wurde in vielen Trainingsstunden von einigen engagierten Ehrenamtlichen ein großer Beitrag - sowohl für die soziale Gemeinschaft als auch die Förderung des Breitensports - geleistet. Beim speziellen Nikolausturnen galt es für rund 100 junge Turner, den eingeladenen Eltern und Großeltern einmal zu zeigen, was die jüngsten Turner der FT 1848 gelernt haben.
Selbstverständlich ließ es sich der "fachkundige Nikolaus" nicht nehmen, mit seinem Knecht Ruprecht persönlich vorbei zu schauen. Und der Nikolaus war zufrieden mit dem, was die 100 Kinder der unterschiedlichen Alters- und Leistungsklassen zeigten. Am stärksten vertreten war die Gruppe der 3 bis 6-jährigen mit fast 50 Kindern. „Montags waren es ja schon allein manchmal über 40 Kinder. Durch die Verlegung der Übungsstunde in die ehemalige BGS Halle kommen einige nun doch lieber Donnerstags in die Halle der Winfriedschule," berichtete eine Trainerin.
Über die Vorteile von Sport im Allgemeinen und von Turnen im Besonderen gibt es schon genügend Abhandlungen. In der heutigen Zeit, wo immer mehr Kinder und Jugendliche von TV, Computer und Spielekonsolen unterhalten werden, haben die Sportvereine eine immer wichtigere Aufgabe. Auch wenn es um Integration geht: „Ich würde die Nationalitäten so auf Anhieb gar nicht zusammenkriegen,“ sagte Resi Schütz, eine der erfahrensten Trainerinnen der FT Fulda gegenüber osthessen-news. Über 300 Kinder und Jugendliche sind in den unterschiedlichen Abteilungen aktiv.
Ein Teil präsentierte beim Nikolausturnen die Ergebnisse des Trainings. 22 Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren führten Übungen am Stufenbarren vor; die Jungs dieser Altersklasse zeigten beim Sprung über den Kasten, was sie so "drauf haben". Bevor die Mädels der Leistungsklasse ihre eigens eingeübte Kür vorführten, gab es spektakuläre Szenen der 10 bis 14-jährigen beim Trampolinspringen. Zum Abschluss überraschte die - erst seit einigen Wochen bestehende - Abteilung „Modern Dance“ die Zuschauer mit einer bühnenreifen Vorführung.
Über 160 Jahre Vereinsarbeit zu berichten, würde sicher ein ganzes Buch füllen. Auf der Homepage des Vereins http://www.ft-1848.de ist ein Auszug aus der Chronik des Vereins nachzulesen. Neben der Förderung des Sportes spielte die Fuldaer Turnerschaft in all den Jahren auch eine wichtige Rolle, wenn es um gesellschaftliche Ereignisse ging. So gehört auch heute noch der traditionelle Turnermaskenball zu den Höhepunkten der Fuldaer Fastnacht.
Viele Schwierigkeiten galt es während der vergangenen Zeiten zu überwinden. „Meine Mutter durfte zunächst überhaupt keinen Sport treiben – und dann nur in langen Röcken“, berichtete Resi Schütz. Kriege unterbrachen die Vereinsarbeit und nach dem gesetzlichen Verbot aller bestehenden Vereine nach Kriegsende wurde wiederum eine Neugründung erforderlich. In der Gegenwart gehören immer knapper werdende Hallenzeiten für die Vereine und vor allem Nachwuchsmangel bei den Übungsleitern zu den größten Problemen. Durch die neuen Betreuungsregelungen sind die Hallen oft noch am Nachmittag von den Schulen belegt und es wird immer schwieriger, Alternativen zu finden.
Aber was den Trainernachwuchs betrifft, muss sich die FT vielleicht doch nicht so große Sorgen machen – denn angesichts der Freude und Begeisterung, mit der der Nachwuchs beim Nikolausturnen agierte, kann man die berechtigte Hoffnung haben, dass hier die zukünftigen Übungsleiter zu sehen waren, die im Jahr 2048 dem Nikolaus zum 200. Geburtstag des Vereins ihre eigenen Jugendgruppen präsentieren. (Bettina Masché) +++