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Sehr engagiert berichtet Chefarzt Dr. Peter Hien über das Thema Gewichtsreduktion und Training - Foto: Sabine Galle-Schäfer

ALSFELD Pfunde purzeln nicht automatisch

Vortragsreihe am KKH: Dr. Hien informiert über Gewichtsreduktion und Training

11.07.18 -  „Es wird ganz anders werden, als sie denken. Sie werden überrascht sein.“ Dr. Peter Hien versprach nicht zu viel zu Beginn seines Vortrags über „Gewichtsreduktion und Training“. Knapp anderthalb Stunden referierte er kurzweilig, aber sehr informativ im Rahmen der Vortragsreihe des Krankenhaus-Fördervereins über´s Abnehmen. Am Ende war klar: Ohne Quälen geht es nicht, die Pfunde purzeln nicht automatisch. Vielmehr, so Dr. Hien, kommt es darauf an, Körper und Seele zu stärken. „Wenn man das verinnerlicht, dann funktioniert die Gewichtsreduktion.“

Studien zeigen, so der Chefarzt für Innere Medizin am Alsfelder Kreiskrankenhaus, dass die Menschen geistig und körperlich gesund bleiben, die Muskulatur aufgebaut haben. TaiChi und Tanzen sind ideal, um Muskeln aufzubauen. „Der Schlüssel zum Erfolg ist die Muskulatur.“ Und die entsteht nur, „wenn es weh tut“. Beim Sport, beim Training muss man an die Grenzen gehen. Das zahlt sich gleich mehrfach aus: Menschen mit Muskulatur leiden weit weniger an Herzerkrankungen, an Diabetes, Depressionen, Demenz oder Schlaganfällen. Das Krebsrisiko, so Hien, kann um etwa 50 Prozent gesenkt werden.

Wer Muskulatur aufbauen will, der betreibt Muskeltraining und Ausdauersport. Und zwar jede Menge, wie Hien deutlich machte. Bei 20 Kilometer Radfahren verbraucht man gerade einmal 500 kcal, neun Kilometer Skilanglauf entsprechen 630 kcal. In Brötchen ausgedrückt: Für eine Stunde leichtes Joggen kann man sich zwei leere Brötchen gönnen. „Es ist weniger als man denkt, aber man muss es trotzdem tun“, so der Mediziner. Es geht darum, dass sich der Stoffwechsel ändert.

Und dann ging es ans Fettgewebe – thematisch im Vortrag. Die Muskulatur gleicht die Nachteile von Fettgewebe aus, reduziert den Fettanteil im Körper und im Gewebe. Das ist gut zu wissen, denn schon heute ist über die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig, 2030 werden es 70 Prozent sein, so die alarmierende Prognose. Als Ursachen für die vielen Pfunde zählte Hien unter anderem mangelnde Bewegung, die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln, Süßes, Alkohol, Fleisch und Wurst, aber auch depressive Verstimmung oder Medikamente auf. Zu viel Fett im Körper – da steigt das Risiko, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, Krebs oder eine frühe Demenz zu bekommen.

Wer das Fett bekämpfen will, der soll laut Dr. Hien auf die typischen Diäten aus den Frauenzeitschriften verzichten. „Da bleibt das Fett und die Muskeln verschwinden.“ Zudem führt der Jo-jo-Effekt dazu, dass man später noch mehr Pfunde auf den Rippen hat. Besser hingegen ist es, langsam und stetig abzunehmen, etwa 5 Kilogramm im Jahr. Parallel dazu soll man Muskeln aufbauen.

Eine ganze Reihe von Ernährungstipps hatte der Chefarzt des Krankenhauses parat. Eindringlich warnte er dabei vor den „billigen Fetten“, also vor billigem Palm- oder Kokosfett, das sich vor allem in Fast-Food-Gerichten oder auch in billigen Keksen und Kuchen aus dem Supermarkt findet. „Es schmeckt erst mal gut, weil es auf die Geschmacksnerven geht“, berichtete Hien. Aber die schlechten Fette lagern sich in den Gehirnmembranen ein, verschlechtern deren Funktion und „das Hirn schreit nach mehr, sobald der Spiegel sinkt“. Eine Situation, die die meisten kennen – aus dem Schälchen Chips, das man essen wollte, ist dann doch die ganze Packung geworden…

Stark reduziert werden soll laut Dr. Hien vor allem auch der Fleischverbrauch, stattdessen sollte man auf Gemüse, auf Soja, Nüsse und Kerne, Hülsenfrüchte auf Milch und auf Eier umstellen. „Viel Fleisch kostet Leistung und baut Muskulatur ab.“ Im Durchschnitt isst jeder Deutsche 1700 Gramm Fleisch in der Woche, laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung würden 300 Gramm pro Woche ausreichen.

Damit die Ernährungsumstellung oder der Verzicht nicht so schwer fallen, riet Dr. Hien dazu, sich selbst zu stärken: Man kann Intervallfasten (zum Beispiel zwischen 16 und 7 Uhr nichts essen), man kann sich eine sinnvolle Aufgabe, ein Engagement suchen, ebenso neue Leidenschaften und Aufgaben oder Sport-Bewegung-Training. Und der abschließende Tipp: Einen Naschtag pro Woche einplanen, das hilft, die anderen Tage zu überstehen. „Sie sehen, das Thema hat ganz viel mit der Psyche zu tun“, so das Fazit des Referenten. (pm) +++


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