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Zwei Wochen lang waren sie an der Ostseeküste stationiert - Fotos: Jürgen Brill

BAD HERSFELD / HEILIGENHAFEN Wasserrettungsdienst an der Küste

Egal, wie heiß es ist: „Immer zwei Augen auf dem Wasser“

24.08.18 - Zwei Wochen wehte die Flagge des Landkreises Hersfeld-Rotenburg am Strand vom Ostseeheilbad Heiligenhafen. Traditionell wurde am 21. Juli die Flagge mit einer Flaggenparade durch drei Trompeter und die Wachmannschaft im Ostseeheilbad Heiligenhafen gehisst. Die rot-gelbe Flagge am Strand von Heiligenhafen weht im lauen Wind, es ist alles in bester Ordnung. Denn solange sie allein am Flaggenmast hängt, sind die Bedingungen zum Baden und Schwimmen gut.

Dr. Koch im Einsatz (Mehrzweck Motorrettungsboot)

Die anhaltende Hitze hat den ehrenamtlichen Einsatzkräften der Wasserrettung in diesem Jahr pausenlose Konzentration und Einsatzbereitschaft abgefordert. Die Wasserflächen der einzelnen Strandabschnitte erinnerten zeitweise an Ameisenhaufen, denn aufgepasst wurde auf planschende Kindern, Schwimmer, Schnorchler, Luftmatratzen-Kapitäne, Tretbootfahrer und Wassersportler wie Segelboote, Katamarane und nicht zu vergessen Motorboote. So waren in Spitzenzeiten bei einzelnen Strandabschnitten von 200 Meter Breite über 200 Badegäste im Wasser zu zählen.

Lohn aller Wachgänger (unglaubliche Sonnenuntergänge)

Eine enorme Herausforderung für die jungen Einsatzkräfte, die bei der Hitze und pausenloser Sonneneinstrahlung täglich von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr auf den Wachstationen Dienst geschoben haben. An einen Feierabend um 18:00 Uhr war meistens nicht zu denken, da viele Strandgäste sich erst nach der Mittagssonne auf den Weg zum Strand gemacht haben und viele Notfälle zum Feierabend oder nach dem Feierabend kamen. Durch das enorme Besucheraufkommen mussten Wachstation mehrfach besetzt werden und die Rettungsboote waren dauerhaft auf dem Wasser, um neben der Aufsicht vom Wasser aus auch schnell auf Einsatzfälle reagieren zu können.

Zu den Einsätzen gehörten u.a. auch Motorboote, die zu schnell und zu dicht an die Badezonen fahren. Die Rettungskräfte müssen in solchen Fällen schnell reagieren, da viele Schwimmer und Schnorchler im Wasser schlecht zu sehen sind. Viele Motorboote lassen sich mittlerweile führerscheinfrei fahren und die Freizeitkapitäne kennen bzw. beachten leider nicht die Schifffahrtsregeln. Die Unvernunft einiger Gäste erforderte immer wieder den Einsatz von Ordnungsamt, Polizei und Wasserschutzpolizei. Von besonders uneinsichtigen Gästen wurden die Einsatzkräfte sogar unangenehm angepöbelt. Diese Situation mehren sich leider in den letzten Jahren.

Ehrenamtler opfern ihren Sommerulaub für den Wasserrettungsdienst

Die Wasserrettungsstation Heiligenhafen wird mit 22 ehrenamtlichen Einsatzkräften besetzt. 14 der Einsatzkräfte hat der Kreisverband Hersfeld-Rotenburg unter der Wachleitung vom „Leiter Einsatz“ Christian Wilker und dem „Kreisverbandsleiter“ Jürgen Brill gestellt. Die Einsatzkräfte müssen ihre Sommerferien oder ihren Urlaub für den freiwilligen Dienst am Strand verwenden. Eine Freistellung von der Arbeit hat der Gesetzgeber nicht vorgesehen.
Die Wasserrettungsstation verfügt über eine Hauptwache mit Sanitätsstation, eine Unterkunft die zeitgleich auch als Wachstation dient, eine Wach- und Sanitätsstation direkt an der großen Seebrücke und über weitere sechs Wachstationen (Wachtürme) die am 2,5 Kilometer langen Sandstrand verteilt sind.

Die eingesetzten Kräfte sind alle sehr gut qualifiziert. Neben dem erforderlichen Rettungsschwimmabzeichen in Silber und der Erste-Hilfe-Ausbildung sind einige auch zusätzlich als Sanitäter, Wasserretter und als Bootsführer ausgebildet. So ist sichergestellt, dass im Einsatzfall die erforderlichen Rettungsmittel, wie Rettungsbrett, Sanitätsnotfallrucksack und Rettungsboot, bestmöglich zum Einsatz gebracht werden können.

KV-Leiter und Wachleiter als Neptun (Ostseetaufe)

Für die Abschnittsleitung und Wachleitung ist Übung, Übung und nochmals Übung auch während der 14 Tage Wachzeit ein wichtiges Thema. So wurde z.B. in den frühen Morgenstunden das Boot slippen bei Wellengang geübt, ebenfalls der Umgang mit der speziellen Bootstechnik „IRB“ an der Küste. Nach dem Feierabend haben einige Wachgänger noch freiwillig das Schnorcheltauchabzeichen absolviert und mit dem zusätzlich vor Ort verfügbaren Ausbildungsboot Dr. Koch die für den Bootsführerschein erforderlichen Praxisstunden geleistet.

Eine Wachmannschaft ist immer eine Mischung aus erfahrenen Wachgängern, die bereits mehrere Wachdienste geleistet haben, und von jungen Nachwuchskräften, die zum ersten Mal Wasserrettungdienst an der Küste leisten. Voneinander zu lernen, die Gemeinschaft und der damit verbundene Teamgeist sind die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Einsatzzeit. Der Lohn für die geleistete Arbeit sind unvergessliche Sonnenuntergänge und die von vielen Gästen überbrachte Wertschätzung. Am Ende geht man vielen neuen Freunden nach Hause und kehrt gerne wieder zurück. (pm) +++


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