Priska Hinz im "Goldenen Rad" - Fotos: Marius Auth

FULDA Diskussion im "Goldenen Rad"

"Vernunft gestaltet geiler": Umweltministerin Priska Hinz über die grüne Zukunft

12.10.18 - Der heiße Sommer mit seinen verheerenden Folgen für die Agrarwirtschaft hat die Folgen des Klimawandels auch dem Normalbürger vor Augen geführt. Dass Klimaschutz ganzheitlich angegangen werden muss, damit Ökologie und Ökonomie zusammengehen, dafür warb die hessische Umweltministerin Priska Hinz von den Grünen am Donnerstagabend im "Goldenen Rad" in Fulda.

Eingeladen hatten die lokalen Landtagskandidaten Silvia Brünnel und Markus Hofmann, zu Fragen der ökologischen Landwirtschaft referierte zusätzlich den Agrarwissenschaftler und Landwirt Felix Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Dem effektheischenden Kampagnen-Claim "Vernunft gestaltet geiler" der Landes-Grünen stand am Abend der dringende Appell von Hinz gegenüber, Umweltziele auf breiter Front umzusetzen, denn: "Der Klimawandel hat uns bereits fest im Griff. Wenn wir die Klimaziele von Paris umsetzen wollen, bis 2050 klimaneutral zu sein, bedarf das großer Anstrengungen. Der Verkehr sorgt für den größten Ausstoß von Treibhausgasen, deswegen ist eins unserer Ziele, den ÖPNV weiter auszubauen: Das Schülerticket in Hessen hat für Aufsehen gesorgt, unsere nächsten Ziele sind ein Seniorenticket und dann ein allgemeines Bürgerticket, eine Flatrate für alle."

Die Diskussion fand im "Goldenen Rad" ...

Priska Hinz (Mitte) mit Silvia Brünnel ...

Walter Rammler (rechts)

Hinz erläuterte die grüne Politik

Felix Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg referierte über ...


Die hessischen Bürger hätten ein immer größeres Interesse an gesunden Lebensmitteln, so Hinz. In den letzten 15 Jahren habe sich der Biomarkt verdreifacht, die Produktion dagegen nur verdoppelt. 50 Prozent der hessischen Landkreise seien bereits Ökomodellregionen, das Ziel der nächsten Wahlperiode seien die 100 Prozent: "Wir müssen von der Erzeugung bis zur Vermarktung sicherstellen, dass gute Produkte zu reellen Preisen angeboten werden können." Dass dies auch ohne umfangreiche Subventionen möglich ist, vertrat Felix Löwenstein, selbst Landwirt: "Die hessische Landesregierung fördert den Ökolandbau nur, weil der ein effektives Instrument ist, um drängende Probleme wie Treibhausgasemissionen anzugehen. Wie effizient eine naturnahe Landwirtschaft sein kann, zeigen Bundesstaaten in Indien, in denen Bauern bereits nur noch mit den Ressourcen vor Ort arbeiten, 'Zero Budget Agriculture' heißt das. Es müssen auch hier in Deutschland die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Bauern die ökologische Landwirtschaft als Grundlage ihres Wirtschaftens haben können." Da der Mensch Teil des Ökosystems sei, müsse mutig gehandelt werden, um die Grundlage des eigenen Überlebens zu sichern, so Löwenstein. Ein Umdenken würde bereits einsetzen: Die Umstellungsberatungen für den Ökolandbau würden gut angenommen.

Fragerunde

Silvia Brünnel und Markus Hofmann


Während in der anschließenden Fragerunde für interessierte Bürger Umweltschutzbelange von der Erhaltung der historischen Kulturlandschaft Rhön ("Die Renaturierung der Quellen wird bereits unterstützt") bis zur Massentierhaltung ("Die Massentierhaltung hat zu uniformen Produkten geführt, deswegen muss die Züchtungsforschung unterstützt werden") im Vordergrund standen, ging Hinz während ihres Vortrags auch auf Themen wie soziale Gerechtigkeit und Weltoffenheit und die "grünen" Positionen dazu ein: "Bis 2020 stellt das Land 1,7 Milliarden Euro für die Förderung des sozialen Wohnungsbaus bereit. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, dafür müssen auch zusätzliche Bauflächen mobilisiert werden. Die Landtagswahl lässt die Bürger auch über unsere Demokratie abstimmen: Die wird durch Rechtspopulisten geschwächt. Hessen dagegen steht für Vielfalt und eine offene Gesellschaft." (Marius Auth) +++


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