Unvergessener Moment: Markus Bauer (vorne) reckt 2007 die WM-Trophäe in die Höhe. Gelingt dem DHB-Team zwölf Jahre später ein weiteres Wintermärchen? - Foto: picture alliance/augenklick

REGION Wintermärchen 2.0?

Das sagen Osthessens Handballer vor dem WM-Auftakt

09.01.19 - Nur noch ein Mal schlafen, dann geht sie endlich los: die Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark! Zwölf Jahre nach dem deutschen Wintermärchen unter Bundestrainer Heiner Brand steigt wieder eine Weltmeisterschaft im eigenen Land. Das DHB-Team um Trainer Christian Prokop hat als offizielle Zielsetzung das Erreichen des Halbfinales ausgegeben.

Wie schon 2007 gehen Deutschlands Handballer nicht als Favorit in das Turnier, können aber auf den Heimvorteil als großes Plus bauen. Damals trug eine nie dagewesene Handball-Euphorie den DHB durch das Turnier bishin zum Finalsieg über Polen (29:24) und den ersten Weltmeister-Titel seit 1978. Können Prokop und Co. Ähnliches erreichen? ON|Sport hat regionale Trainer und Spieler zu deren Einschätzungen, Eindrücken und Favoriten befragt.

Joachim Bug (Trainer der HSG Großenlüder/Hainzell)

War beim letzten WM-Titel vor Ort: ...Archivfotos: Jonas Wenzel (Yowe)

"Ich war 2007 ab dem Viertelfinale vor Ort und habe gesehen, was dieser Heimvorteil bewirken kann. Die Ausgangslage war damals ähnlich wie heute und Deutschland zählte nicht zu den großen Favoriten. Ich denke, dass das Halbfinale absolut realistisch ist und habe sechs, sieben Mannschaften auf dem Zettel, die Weltmeister werden können: Frankreich, Dänemark, Norwegen, Schweden, Kroatien, Spanien - und wir. Deutschland hat jetzt nicht den Superstar wie die Dänen mit Mikkel Hansen, aber in der Breite haben wir eine enorme Qualität."

Ulrich "Uli" Schaus (Torhüter-Legende aus Eichenzell)

Spielte mit 55 Jahren noch in ...

"Ich denke, dass es vier, fünf Mannschaften gibt, die um den Titel spielen werden. Neben den üblichen Verdächtigen Frankreich, Dänemark oder Spanien zähle ich Deutschland aufgrund des Heimvorteils zu diesem Kreis dazu. Das ist ein großer Vorteil, der zehn bis 15 Prozent ausmachen kann und gerade in den engen Spielen entscheidend sein kann. Allerdings ist der Ausfall von Julius Kühn nicht eins zu eins zu ersetzen. Die letzten Turniere verliefen ja nicht wie gewünscht, diesmal ist das Halbfinale als Ziel ausgegeben. Eine Platzierung unter den ersten sechs, acht Mannschaften sollte es aber mindestens werden. Alles andere wäre ein großer Rückschlag für unsere Sportart."

Robert Nolte (Trainer der TG Rotenburg)

Ihm fehlt ein klarer Kopf im ...

"Das ist ein absolutes Highlight für unsere Sportart und die Vorfreude ist riesig. Wir haben ja mit den Balic-Brüdern auch Kroaten in unserer Mannschaft und müssen unsere Trainingsgestaltung etwas an die Spielpläne anpassen (lacht). Unseren Jungs traue ich - gerade mit dem Heimvorteil im Rücken - eine gute Rolle zu, auch wenn mir persönlich ein klarer Kopf im Rückraum fehlt, aber das ist eine Frage der Philosophie. Die Mannschaft macht aber charakterlich einen guten Eindruck und ich habe das Gefühl, dass es wie 2007 eine Turniermannschaft werden könnte."

Lennert Sitzmann (Spieler des Hünfelder SV)

Hat einen guten Eindruck vom DHB-Team ...

"Aufgrund des Heimvorteils traue ich uns Einiges zu und halte das Halbfinale für möglich - je nachdem, welche Gegner auf uns warten. Der Handball lebt vom Heimvorteil und die letzten Turniere haben ja gezeigt, dass der Gastgeber regelmäßig mindestens bis ins Halbfinale kommt. Von der deutschen Mannschaft habe ich bislang einen guten Eindruck. Gerade die Abwehr gefällt mir sehr gut und auch im Angriff können wir einen guten Ball spielen. Meine Favoriten auf den Titel wären die Franzosen, die Dänen oder die Norweger, aber uns zähle ich zum erweiterten Kreis."

Die befragten osthessischen Handballer trauen dem DHB-Team also durchaus eine gute Rolle zu. Mit Steffen Fäth (Frankfurt/Main) und Jannik Kohlbacher (Birkenau) stehen übrigens zwei gebürtige Hessen im WM-Kader. Zudem steht Finn Lemke vom nordhessischen Bundesligisten MT Melsungen im Aufgebot. Lemkes Vereinskollege Tobias Reichmann wurde von Prokop überraschend nicht für den finalen 16er-Kader berücksichtigt.

Die 26. Weltmeisterschaft tragen Deutschland und Dänemark vom 10. bis 27. Januar gemeinsam aus. Spielorte sind: Hamburg, München, Berlin, Köln, Herning und Kopenhagen. Die Halbfinalspiele steigen in Hamburg, das Endspiel im dänischen Herning. Ob mit oder ohne deutsche Beteiligung wird sich im Laufe des Turniers zeigen. Gegen ein Wintermärchen 2.0 hätte aber sicherlich niemand etwas dagegen. (the)

Die Vorrundenspiele des DHB in Berlin in der Übersicht:

- 10. Januar 2019 (18.15 Uhr): Korea - Deutschland 
- 12. Januar 2019 (18.15 Uhr): Deutschland - Brasilien 
- 14. Januar 2019 (18.00 Uhr): Russland - Deutschland 
- 15. Januar 2019 (20.30 Uhr): Deutschland - Frankreich 
- 17. Januar 2019 (18.00 Uhr): Deutschland - Serbien +++


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