Der "Fireball" wird nun getestet - Fotos: Feuerwehr Bad Soden-Salmünster

BAD SODEN-SALMÜNSTER April-Scherz

"Fireball": Feuerwehr testet Analyse- und Löschkugel

01.04.19 - Die Feuerwehr Bad Soden-Salmünster hat eine Innovation zur Verfügung gestellt bekommen, die sie die nächsten Monate testen darf: ein sogenannter Fireball. Der "Fireball" ist eine Kugel, die zu Brandeinsätzen eingesetzt wird. Sie hat dabei - je nach Version - zwei Hauptfunktionen: Der Fireball A (analytic - Analyse) ist mit Messtechnik und GPS-Ortung versehen und kann entscheidende Daten aus dem Brandherd liefern, die für die effiziente und wirksame Brandbekämpfung genutzt werden können, beispielsweise für die ideale Zusammensetzung des Löschmittels. Der Fireball E (extinguish - löschen) ist im Prinzip ein intelligenter kugelförmiger Pulver-Feuerlöscher. Die Kugel hat mehrere Kammern mit unterschiedlichem Löschpulver, das - je nach Brandklasse und Beschaffenheit des Brandherdes - in unterschiedlicher Zusammensetzung zum Löschangriff freigesetzt wird. Die im Bad Sodener Löschgruppenfahrzeug testweise verlastete Kugel ist eine Kombination, ein Fireball AE 1000 - die 1000 steht für die mögliche Wirkungsfläche in Kubikmetern, der sowohl analysieren als auch löschen kann.

Das Angebot zum Test kam für die Feuerwehrverantwortlichen überraschend erst Ende März, so dass nur wenige bereits informiert und auch eingewiesen werden konnten. Ein Unternehmer mit britischen Wurzeln, der nun in der Kurstadt lebt, kam auf die Feuerwehr zu. Er war an der Entwicklung im Vereinigten Königreich beteiligt und hat das Patent nun von der Firma in Cardiff / Wales (Großbritannien) übernommen und so vor dem bevorstehenden Brexit aus der Europäischen Union retten wollen, weil nur so die Weiterentwicklung und Vermarktung der Innovation sichergestellt sei. Und die Feuerwehr der Kurstadt sei genau der richtige Partner zum Testen. Bei Einsätzen hätte er die Truppe bereits beobachten können und sich über die Feuerwehrhomepage feuerwehr-bss.de über die vielfältige Arbeit der Feuerwehr informiert. 

Der Fireball hat eine manuelle und automatiche Steuerung: In der manuellen Funktion werden die Messergebnisse per Funk übertragen, mittels Fernsteuerung können dann die empfohlenen oder davon abweichenden Kammern ausgelöst werden. Ist keine Funkverbindung möglich, so schaltet sich die Kugel in die Automatikfunktion. Dann "entscheidet" die Kugel nach Analyse und ausgefeilten Algorithmen selbständig, wann sie welche Zusammensetzung des Löschpulvers freisetzt. Die Automatik kann selbstverständlich vorher blockiert werden.

Der Fireball AE 1000 kann sich durch zwei gegengelagerte Unwuchtgewichte im Raum noch einige Meter ebenerdig selbständig weiterbewegen, um die Wirksamkeit zu erhöhen. In die unmittelbare Nähe des Brandherdes muss der stoßsichere Fireball AE 1000 allerdings vorher "bewegt" werden, durch Werfen oder besser durch Rollen, ähnlich wie beim Kegeln. Die Feuerwehrleute aus Bad Soden überlegen daher, ob sie zum jährlichen Kegeltermin nicht noch weitere Termine als Feuerwehr-Dienstsport aufnimmt, um die Treffsicherheit zu erhöhen. 

Der Vorteil der Kugel ist, dass die Einsatzkräfte sich in bestimmten Konstellationen nicht mehr während der Brand- und Erkundungsphase in den innersten Gefahrenbereich begeben müssen, sondern zur Analyse und ggf. für die ersten wirksamen Löschversuche den Fireball nutzen können, bevor sie zur Menschenrettung unter Atemschutz selbst vorrücken. 

Die reinen Löschkugeln sind als Einwegkugeln konzipiert und entsprechend günstiger. Hier gibt es auch schon Ansätze, diese in verschiedenen Kugelformen zu produzieren, bspw. der Fireball E 50 in Golfballgröße und der Fireball E 100 in Tennisballgröße, die mit einem handelsüblichen Golf- bzw. Tennisschläger in den Brandherd "geschossen" werden können. Diese soll es - wenn sich das Grundprinzip bewährt hat - schon bald in 10er-Packs geben. Sobald diese im Prototyp fertig entwickelt sind, würden diese auch in der Feuerwehr Bad Soden-Salmünster getestet werden können. Hier wird über eine Kooperation mit den örtlichen Tennisvereinen und dem Golfclub nachgedacht. In der Feuerwehr Alsberg könnte dann beispielsweise eine Firegolf-Spezialeinheit installiert werden. Ob der Fireball auch mal in Fußballgröße und mit einem Gewicht produziert werden könne, die es erlauben, den Fireball wie einen Fußball zu kicken (vermutlich ein Fireball E 500), ist noch nicht sicher, aber wünschenswert, ist doch Fußball in jedem Dorf ein durchaus intensiv ausgeübter Sport. (pm) +++


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