Mit Jutta Gradel (Foto links) hat der Reitclub Rhön in Lebenhan eine neue erste Vorsitzende. Die Führungsmannschaft liegt nun vorwiegend in weiblicher Hand. Mit dem ebenfalls neuen und auch fachlich überaus kompetenten Reitlehrer Ulrich Schmelzer kommt frischer Wind in die als traumhaft geltende Anlage des Vereins. Mit Jutta Gradel und Christiane Neumann standen gleich zwei starke Frauen zur Stelle, die vakant gewordene Stelle des ersten Vorsitzenden im Reitclub Rhön (RCR) anzutreten. Die Wahl ergab ein Ergebnis von 27 zu 30 Stimmen zugunsten für Jutta Gradel. Die verheiratete Mutter zweier Kinder engagiert sich seit etwa sechs Jahren im RCR. Die Staatsanwältin arbeitet derzeit als Richterin am Amtsgericht in Meiningen. Ganz besonders liegen ihr die Förderung des Reitsports und der Vereinsfriede am Herzen, wie sie in engagierter Rede mitteilte.
Daher plädierte die neue Vorsitzende für ein friedliches Miteinander, einen regen Meinungstausch und Gespräche miteinander, denn alle Menschen hätten eines gemeinsam: die Liebe zum Kamerad Pferd. Die müsse doch einen und zusammenschweißen. Solch starke Worte wählte die frisch Gewählte nicht umsonst, denn vorausgegangen waren an diesem Abend hitzige Debatten mit teils heftigen Verbalattacken. Nach nur einem Jahr im Amt hatte Lars von Bredow den Vorsitz im RCR zur Verfügung gestellt, obgleich die im Oktober gestellte Vertrauensfrage pari ausfiel. Rund 160 Mitglieder zählt der RCR, die Stallungen sind derzeit mit über 30 Pferden voll belegt, wobei weitere Interessenten als Einstaller auf eine Warteliste gesetzt werden mussten. „So schlecht kann unsere Arbeit nicht sein, wenn wir einen solchen Zulauf zu verzeichnen haben“ erklärte dazu Elke Kromer als stellvertretende Vorsitzende.
Auch habe das Interesse an Reitunterricht stetig zugenommen. Daher habe sich der Verein auch um einen professionellen Reitlehrer bemüht und mit Pferdewirtschaftsmeister Ulrich Schmelzer mit Jahresbeginn auch gefunden. So weit, so gut, befanden Schriftführerin Ruth Müller und Kassenwartin Birgit Reichert. Die Kassenprüfer Hans Bonfig und Reinhold Seifert hingegen bemängelten Unstimmigkeiten vor allem in der Satzung, aber auch weitere betreffs Futter- und Einstellerkosten. Die Entlastung wurde zunächst verweigert. Nach heftigem Hin und Her einigten sich die Anwesenden, dass die Vorstandschaft doch noch entlastet werden konnte, allerdings unter der Auflage, die angesprochen Mängel umgehend zu klären.
Technischer Leiter Marco Aue stellte mit dem Konzept eines Außenreitplatzes vorerst eine Vision vor, die allerdings bereits durchaus konkret durchdacht. So könnte zwischen Reithalle und Longierzelt ein Außenreitplatz auf den bislang als Koppeln genutzten Flächen entstehen. Auf 240 Quadratmetern (40 mal 60 Meter) bietet er zum einen eine adäquate Ausweichfläche zwischen Reitschülern und Privat-Nutzern, andererseits könnten hier Reitturniere und ähnliches durchgeführt werden, auf alle Fälle würde ein Außenreitplatz die Attraktivität des RCR weiter erhöhen.
Der Aufbau müsste weitgehend in Eigenleistung erfolgen. Aue rechnete mit Gesamtkosten von rund 32.000 Euro - ohne Begrünung, ohne Bewässerung und ohne Beleuchtung. Der BLSV habe im Rahmen der Sportstättenförderung einen Zuschuss von etwa 16.000 Euro in Aussicht gestellt. Von mehreren Mitgliedern befürchtet wurde ein Verlust an Pferdekoppeln, zumal diejenigen am verkauften Kloster gleich nebenan auch in Frage gestellt wurden. Das aber wurde von der Vorstandschaft geschlossen negiert, man sei längst mit benachbarten Landwirten in Verhandlung und blicke sehr positiv in die Zukunft.
Niemand sei daran interessiert, dass Pferdekoppeln verloren gingen noch an einer Umwälzung von zusätzlichen Finanzen auf die Mitglieder. Völlig überraschend kam der Antrag von Werner Bühner, den ehemaligen Vorsitzenden Winfried Hückmann und seinen Stellvertreter Hans Beck zu Ehrenmitgliedern des Vereins zu ernennen, was allgemein positiv und mit Zustimmung aufgenommen wurde. Eine endgültige Entscheidung fällt in der kommenden Mitgliederversammlung.
Zu fortgeschrittener Stunde gab Elke Kromer noch anstehende Termine bekannt, wie das FN-Seminar der Deutschen Reiterlichen Vereinigung am 6. Mai, das Dressur- und Springturnier am 9. und 10. Mai, den Tag der offenen Tür am 24. Mai und die Ferienfreizeit am 8. mit 12. Juni. Selbstverständlich werde es auch wieder diverse Kurse mit auswärtigen Reitlehrern geben, die rechtzeitig bekannt gegeben würden.(ger)+++