Im Bild von links: Karsten Aßmann und Michael Schmitt (Stellv. Vorsitzender u. Vorsitzender von Haus & Grund Fulda und Osthessen), Younes Frank Ehrhardt, Wolfram Kieselbach und Christian Streim (Landesverbandsgeschäftsführer, Stellv. Vorsitzender u. Vorsitzender von Haus & Grund Hessen) vor dem ITZ im „Alten Schlachthof“ Fulda - Foto: privat

FULDA Landesverbandstag von Haus & Grund

Osthessen fordert stärkere Anstrengungen für den ländlichen Raum

06.04.19 - Auf dem Landesverbandstag von Haus & Grund Hessen in Fulda fordert der gastgebende Verband eine noch stärkere Unterstützung des ländlichen Raums. "Wir müssen ein weiteres Auseinanderdriften von Stadt und Land verhindern", sagt Michael Schmitt, der Vorsitzende von Haus & Grund Fulda und Osthessen. Mit knapp 70.000 Einwohnern sei Fulda das Oberzentrum der Region Osthessen, sozusagen ein Hotspot umgeben vom ländlichen Raum.

Die Hälfte der Kreisbevölkerung wohne auf einem Sechstel der Fläche in und rund um Fulda. Deshalb habe man hier ein geschärftes Auge für diese Fragestellung. In hessischen Städten, vor allem im Ballungsraum des Rhein-Main-Gebiets, werde ein Mangel an Wohnungen beklagt, vor allem an sogenanntem bezahlbarem Wohnraum, fährt Schmitt fort. Dagegen hätten manche ländlichen Regionen mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, nämlich mit hohen Leerstandsquoten und unvermietbaren Wohnungen."Das bedeutet eine Entwertung privater Vermögen, ganze Altersversorgungspläne können hieran scheitern", sagt der Eigentümervertreter aus Fulda. Zwar sei "der Wohnungsmarkt im osthessischen Raum grundsätzlich in Ordnung". Jedoch dürfe der demografische Wandel insgesamt nicht weiter zu Lasten der ländlichen Gebiete gehen. Viele Menschen in der Fläche fühlten sich "abgehängt". Dabei berge der ländliche Raum doch ein großes Potential, das gehoben werden müsse. Zwar hätten auch die „Schwarmstädte“ noch ungenutzte Baulandressourcen, aber nicht genug, um die Nachfrage nach preisgünstigem Wohnraum zu befriedigen.

In Hessen lägen angespannte und entspannte Wohnungsmärkte nahe beieinander. Flächendeckend könne so kurzfristig nach Einschätzung des Landesverbands ein Potential von rund 90.000 Wohnungen in Hessen genutzt werden. „Entscheidend ist es, die Infrastruktur im ländlichen Raum auszubauen. Dies gilt für Verkehr, Datenleitungen und natürlich für die soziale Infrastruktur vor Ort, angefangen von der ärztlichen Versorgung über Kinderbetreuung bis hin zu Einkaufsmöglichkeiten“, sagt Schmitt. Hier habe die Politik noch nicht genug "geliefert".

Übrigens sollten auch die Kommunen in der Fläche keine neuen Baugebiete ausweisen ohne vorherige Infrastruktur, und nicht der Verwaisung der Ortskerne Vorschub leisten. Als positives Beispiel hierzu nennt Schmitt den vom Bund geförderten Breitbandausbau im Landkreis Fulda. Dies sei auch eine Voraussetzung für den Verbleib und die Ansiedlung von Gewerbe mit den entsprechenden Arbeitsplätzen. In den Wahlprüfsteinen von Haus & Grund Hessen zur letzten Landtagswahl hatte Ministerpräsident Volker Bouffier hierzu einiges in Aussicht gestellt: Fördermittel für die kleinen Städte und Gemeinden im Landeshaushalt, die Sicherstellung von schnellem Internet, Unterstützung medizinischer Versorgung, Ausbau des ÖPNV und Straßenbau und schließlich verschiedene Maßnahmen der Dorf- und Regionalentwicklung. "Alle diese Schritte gehen in die richtige Richtung, aber wir können noch keine Schwerpunktsetzung erkennen, die dem Gefälle zwischen Stadt und Land adäquat begegnet". Hierzu fordern wir die Politik auf, so abschließend Michael Schmitt. (pm) +++


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