Bierkönigin Johanna Seiler (mit im Bild Manuela Michel von der Rhön GmbH, Abteilung Dachmarke und Ulrich Klebl, der Braumeister der Klosterbrauerei Kreuzberg) übernahm gerne das Bierzapfen. - Fotos: Eva Wienröder

FLADUNGEN Hopfen und Malz - Gott erhalt's

"Wir sind Rhöner Bier!": Brautag wird immer mehr zum kleinen Fest

09.04.19 - Der Museumsbieranstich im Juni im Fränkischen Freilandmuseum wird stets feierlich begangen. Aber auch der eigentliche Brautag, an dem das süffige Märzen angesetzt wird, ist in Kooperation mit der regionalen Initiative “Wir sind Rhöner Bier!”  nunmehr zu einem kleinen Fest geworden. Am Sonntag war es wieder soweit und im Kommunbrauhaus herrschte den ganzen Tag rege Betriebsamkeit. Die Brauer hatten alle Hände voll zu tun und viele Besucher verfolgten interessiert ihre Arbeit und nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über das handwerkliche Brauverfahren zu informieren. Sogar die Bayerische Bierkönigin Johanna Seiler war zu Besuch.

Die jungen Museumsbesucher halfen gerne bei ...

Im Kommunbrauhaus des Freilandmuseums Fladungen dampften ...

Bei herrlichem Frühlingswetter war das Museum einmal mehr ein beliebtes Ausflugsziel. Auch Senator a. D. Karl Groenen, der Ideengeber der regionalen Bier-Initiative, die beiden Landtagsabgeordneten Steffen Vogel (CSU) und Gerald Pittner (Freie Wähler) befanden sich unter den Besuchern. Steffen Vogel hatte in Begleitung die Bayerische Bierkönigin, er selbst hatte Johanna Seiler eigens nach Fladungen chauffiert. Die Hoheit aus dem Schwabenland war schon einmal nach ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr zum Bieranstich in die nördlichste Stadt Bayerns gereist. Und nun gehörte der Besuch zu einem ihrer letzten Amtshandlungen, denn im Mai wird die nächste Bierkönigin gewählt. Seiler fühlte sich ganz offensichtlich wohl im Museumsdorf, wo sie den ganzen Tag über immer wieder mit Besuchern ins Gespräch kam.

Natürlich interessierte sich die Bierkönigin sehr dafür, wie hier in Fladungen Bier gebraut wird und sie nahm die Anlage ausgiebig in Augenschein. Maischebottich, Sudpfanne und Kühlschiff – im Kommunbrauhaus aus Alsleben ist schließlich alles funktionstüchtig vorhanden, um hier wie in alten Zeiten Bier zu brauen. Dafür werden nur die natürlichen Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet - ganz im Sinne des Reinheitsgebotes, wie die beiden versierten Museumsbrauer Klaus-Dieter Spiegel und Joachim Werner, die mit ihrem Helferteam schon seit den frühen Morgenstunden hellauf beschäftigt waren, den Besuchern erklärten.

Die interessierten  Bierfreunde  konnten denn auch das Brauverfahren weitgehend mit verfolgen. Das Brauerteam erläuterte die Arbeitsschritte, vom Ein- bis zum Abmaischen, vom Abläutern, Würze kochen, Hopfen zugeben bis hin zum Vergären. Natürlich gab es dazu auch allerlei Anekdötchen rund ums Bier und das Bierbrauen. Wie Museumsleiterin Ariane Weidlich herausstrich, hält man ein großes Augenmerk auf die Qualität des Gerstensaftes. Deshalb war am Brautag Fachmann Friedbert Stumpf vom Labor “unolab” aus Bad Neustadt vor Ort, um regelmäßig Proben zu entnehmen.

Rund 30 Hektoliter werden beim alljährlichen Brautag gebraut und dann von der heimischen Rother Bräu abgefüllt. Das Museumsbier kommt dann beim offiziellen Bieranstich am letzten Sonntag im Juni und am großen Museumsfest Ende August zum Ausschank. Aber freilich gehört zum Brautag auch Bier dazu. Vor dem Kommunbrauhaus stand der Schankwagen von Nicole Seemann. Dort wurden verschiedene Biere der Initiative “Wir sind Rhöner Bier!” ausgeschenkt.

Gönnten sich beim Rundgang durch die ...

Brautag im Freilandmuseum Fladungen (von links): ...

In der Aktionsscheune der historischen Hofstätte aus Leutershausen informierten derweil Manuela Michel von der Rhön GmbH, Abteilung Dachmarke, und Ulrich Klebl, der Braumeister der Klosterbrauerei Kreuzberg, über die Initiative heimischer Landwirte, Mälzer und Brauer “Wir sind Rhöner Bier!”, welche zum Ziel hat, die regionale Bierkultur und das Bewusstsein dafür in der Bevölkerung zu fördern. In der Rhön existieren noch zahlreiche Braustätten, darunter auch kleine Betriebe, was zu einer Vielfalt beiträgt, wie man sie in anderen Gegenden so kaum noch findet. Ist dort das Feld doch häufig den großen Konzernen überlassen. Bis auf den Hopfen gibt es alle Rohstoffe im Landkreis für gute Biere und die Wertschöpfung bleibt in der Region. Wie man von Manuela Michel und Ulrich Klebl unter anderem erfahren konnte, wurde inzwischen schon ein Projekt ins Leben gerufen, um den Hopfenanbau in der Rhön zu testen. Braumeister Klebl moderierte an diesem Tag auch die Bierseminare im Museum, bei denen die heimische Biervielfalt Thema war und verschiedene Sorten verkostet werden konnten.

Betriebsam ging es am Brautag auch in der Küche der Hofstelle aus Leutershausen zu. Dort hatte man den Herd angeschürt, um aus Zucker, Braumalz, frischem Malzsud, Sahne und Puderzucker leckere Malzbonbons herzustellen. Das kam besonders bei den jungen Museumsgästen an. Sie naschten gerne und halfen mitunter auch fleißig bei der Zubereitung mit. (Eva Wienröder) +++


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