Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes spendete der Oberhirte dem Priesteramtskandidaten Kai Scheffler aus der Pfarrei St. Michael in Michelsrombach die Diakonenweihe. - Fotos: Arnulf Müller

FULDA Viele Gläubige angereist

Wach sein für Menschen, die auf der Suche sind: Bischof Gerber weiht Diakon

12.05.19 - „Wir müssen wach dafür sei, wo Menschen sich die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen - denn gerade auch die Menschen, die ‚anders drauf sind‘ als wir, können uns bereichern.“ Dies betonte der neue Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber am Samstag im Fuldaer Dom bei seiner ersten Weihehandlung seit der Übernahme des Bischofsamtes. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes spendete der Oberhirte dem Priesteramtskandidaten Kai Scheffler aus der Pfarrei St. Michael in Michelsrombach die Diakonenweihe. Aus dessen Einsatzpfarrei St. Peter in Fritzlar waren viele Gläubige angereist. Wichtig seien in der Kirche Beziehungsnetze, in denen Menschen tiefere Fragen nach dem Glauben stellen könnten, unterstrich Gerber. Gemeinsam mit Menschen, die eine Option für einen getroffen hätten, gehe man seinen Glaubensweg.

Am Anfang des Gottesdienstes hatte der Bischof bereits hervorgehoben, dass Berufung wesentlich durch Beziehung entstehe, und die Familienangehörigen, Freunde und Gläubigen begrüßt, die mit Kai Scheffler gemeinsam im Glauben unterwegs seien. Zu Beginn seiner Predigt erinnerte Gerber dann daran, dass sich schon zu Jesu Zeit auf Erden Menschen von ihm abgewandt hätten, andere aber bei ihm geblieben seien, denn „Du hast Worte des ewigen Lebens“. Die Erfahrungen, die sie mit ihm gemacht hätten, seien tragend gewesen. So müsse sich die Kirche auch heute fragen, wie es gelingen könne, Menschen in eine tiefere Beziehung zu Jesus Christus zu führen. Der Bischof nahm sodann auf den Berufungsweg des Kandidaten Bezug, der von der Messdienerzeit über einen Glaubenskurs in Hünfeld über die Assoziierten der Oblaten hin ins Priesterseminar Fulda geführt hatte.

Das Schauen auf die eigene Zeit der Jugendarbeit könne helfen zu sehen, wie Jugendarbeit heute gelinge. Wenn Menschen neu in eine Gemeinde kämen, komme es auf eine gute Atmosphäre an und auf Wachheit, damit sie ernstgenommen werden. Dabei brauche man auch die Größe, jemanden an einen anderen Ort des Glaubens gehen zu lassen, wo er sich am besten entfalten könne. Den diakonischen Dienst bezeichnete Bischof Gerber als ein Netzwerk, das innerhalb der Kirche und über sie hinaus wirksam sei. Die Anrufung der Heiligen bei der Diakonenweihe mache schließlich bewusst, dass alle Gläubigen hineingenommen seien in ein großes Netzwerk, „die Gemeinschaft der Lebenden und derer, die uns vorausgegangen sind“. (pm) +++


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