Natascha Austin, Referentin der Welthungerhilfe (vorne rechts) bedankte sich bei SI-Präsidentin Susanne Bolduan (vorne Mitte) und dem SI Club Lauterbach-Vogelsberg für die Spende in Höhe von 3.500 Euro - Foto: Soroptimist Lauterbach-Vogelsberg

LAUTERBACH Vortrag von Natascha Austin

Soroptimist-Spende für Projekt „Eva“ der Welthungerhilfe

05.07.19 - Referentin Natascha Austin von der Welthungerhilfe begann ihren Vortrag anlässlich der Spendenübergabe bei Soroptimist Lauterbach-Vogelsberg mit einer Frage: „Was, glauben Sie, sind die größten Probleme von Mädchen und Frauen in Uganda?“ Eine Umfrage der Welthungerhilfe in Uganda hatte ein überraschendes Ergebnis gezeigt: Direkt nach „Schulgeld“ auf Platz 1 und „Übernachtung im Klassenzimmer“ auf Platz 2 folgte „Menstruation“ auf Platz 3, noch vor „Hunger“ auf Platz 4. Es sind nicht etwa medizinische Probleme, die Mädchen und Frauen für die Dauer ihrer Menstruation haben, sondern der gesellschaftliche Umgang damit und dessen Konsequenzen.

Zunächst ist Unterwäsche in Uganda nicht üblich, das heißt Binden sind von vorneherein nicht gut geeignet. Aber selbst wenn dem so wäre: Binden kann sich keine Frau leisten und der Erwerb von Seife, einem Luxusartikel, ist unmöglich, zumal der Zugang zu Wasser sehr schlecht ist. Hinzu kommt, dass Frauen während der Menstruation aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen werden – sie gelten wegen des Blutes als unrein und müssen sogar ihre Kinder für die Dauer der Menstruation zurücklassen. Daraus folgt ein Zusammenbruch familiärer Routinen, was zu Unterernährung der Kinder führt. Und das alles geschieht regelmäßig, einmal im Monat, über Jahrzehnte in jedem Frauenleben.

Die deutsche Schauspielerin Gesine Cukrowski hat sich der Bekämpfung dieser unwürdigen Probleme im Rahmen der Arbeit für die Welthungerhilfe verschrieben und das Projekt „Eva“ in Karamoja/Uganda initiiert und mithilfe der Welthungerhilfe ermöglicht. Im Rahmen dieses Projekts verteilt die Welthungerhilfe Menstruationstassen. Das sind becherartige, flexible Silikongefäße, die äußerst hygienisch und mit zehn Jahren Haltbarkeit sehr nachhaltig sind. Nach einem Pilot-Projekt mit 800 Tassen war der Erfolg so überwältigend, dass aktuell 2000 Menstruationstassen Dank einer Hersteller-Spende aus Dänemark verteilt werden können.

Die Resonanz ist überwältigend, da sich das Leben jedes Mädchens und jeder Frau grundlegend ändert. Sie können wieder dauerhaft am Lebensalltag teilnehmen und müssen sich nicht schamhaft zurückziehen. Voller Stolz tragen die Benutzerinnen die Menstruationstasse in einem kleinen Baumwollbeutel an ihrer Kleidung. Das Projekt wird von Sozialarbeitern und Mitarbeitern der Welthungerhilfe begleitet, die die Beratung zur Benutzung der Menstruationstassen durchführen und regelmäßig vor Ort als Ansprechpartner/innen zur Verfügung stehen.

Natascha Austin hatte zur informativen Anschauung der Zuhörenden ein Exemplar dabei. Denn in Deutschland sind sie noch vergleichsweise unbekannt, obwohl sie eine sehr nachhaltige Alternative zu Tampons und Binden darstellen und in jedem Drogeriemarkt erhältlich sind. In Uganda zumindest verändern die Menstruationstassen Dank des Projektes der Welthungerhilfe die Lebens-Welt jeder nutzenden Frau entscheidend zum Besseren. Die Welthungerhilfe ist eine gemeinnützige Organisation, die ihre Arbeit aus Spenden finanziert. Mithilfe einer Spende, so erklärte Natascha Austin, können weitere öffentliche Mittel beantragt werden, sodass eine Spende im besten Fall ein vierfaches Budget ermöglicht. Mit der Spende in Höhe von 3.500 Euro aus den Soroptimist-Adventskalender-Verkäufen in 2018 kann auf diese Weise vielen weiteren Frauen und Mädchen im Rahmen des Projektes „Eva“ geholfen werden. (pm)+++


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