Für Bajazz Benjamin I., Edler Kaufmann aus den Pfaffenhecken, Regent der Fastnacht von Herbstein, sein Tiroler Pärchen und die fünf weiteren Pärchen des in Deutschland wohl einzigartigen Springerzuges galt es heute Morgen noch einmal, alle Kräfte zu mobilisieren: Auf sie wartete durchaus eine gewisse sportliche Herausforderung, der Sprungtanz nämlich, der sie an der Spitze des Rosenmontagsumzuges etwa vier Stunden durch die Straßen von Herbstein begleitet. Auf ein lautes „Fertig Drei-Vier“ des Bajazz startete in den frühen Morgenstunden die Musikkapelle und der Zug setzte sich vom Vereinsheim aus in Bewegung.
Es war ein imposanter närrischer Zug, der sich durch die Stadt auf dem Berge schlängelte. Angeführt von einer Reitergruppe folgte der Elferrat, die Musikkappelle und der Springerzug, flankiert von den Gardisten, dem FVH-Ballett und den Fahnenträgern. Dazwischen immer wieder die Traditionsfiguren: Siebpferdchen, Storch und der Erbsenstrohbär. Sie gehören zu den ältesten Figuren der Herbsteiner Foaselt. Über zwanzig Wagen und unzählige Fußgruppen folgten danach. Die Vorbereitungszeit beträgt bei manchen Gruppen ein ganzes Jahr.
Dass es sich jedoch gelohnt hatte, zeigte sich auf dem Weg durch die Stadt am Beifall der Zuschauer. Dschungelcamp, Haremswagen, Bayern Fan Club, Brauereiwagen, Feinstaubplakette und Piraten waren vertreten. Scharfe Kritik in Richtung Stadt gab es vom Motivwagen „Weihnachtsmarkt“. Dieser sei viel zu kurz gewesen. „In vier Stund, es ist zum Lachen, ist doch kein Geschäft zu machen“, stand angeschrieben und außer Glühwein und Wurst mit Weck hätte es sonst nichts gegeben. Nicht nur die Herbsteiner Narren waren im Zug vertreten, sondern auch die Stadtteile und Nachbargemeinden beteiligten sich an dem Riesenspektakel.
Im Verlauf der Strecke machte der Zug immer wieder vor den Haustüren der Geschäftsleute einen kurzen Halt. Diese werden zum Rosenmontagsball eingeladen, der Bajazz tanzt mit der Hausherrin oder deren Tochter und der Springerzug zeigt seine Künste. Zur Honorierung dieses Aufspielens erfolgt eine ansehnliche Spende in die Vereinskasse, sowie auch für den Bajazz und die Pärchen. An größeren Kreuzungen, wie zum Beispiel an der Freilichtbühne und der Ecke Hessenstraße/Lange Reihe befanden sich "Ausspielwagen" als Wikingerschiff und mit einem riesengroßen goldenen Bambi, auf dem Geschäftsleute, deren Wohnhaus nicht unmittelbar an der Strecke des Umzuges liegt, aufgespielt bekommen. Hier wurden auch die einzelnen vorbeifahrenden Zugnummern des Rosenmontagsumzuges den Zuschauern vorgestellt. Der Zug kam in der Mittagszeit am Marktplatz an. Hier wartete schon Bürgermeister Bernhard Ziegler mit einer ganzen Anzahl Prominenter aus Politik und Wirtschaft. Sie mischten sich nach den närrischen Formalitäten im und am Rathaus dann unter das Volk.
Ende und Abschluss des Zugs war wenig später am „Haus des Gastes“ mit dem Rosenmontagsball. Zum Finale wurde hier der Bajazz mit seinem Springerzug von der begeisterten Narrenschar begrüßt und zeigte noch einmal seine höchsten Sprünge. +++
Sprungtanz ums Bambi
...das Pferdchen
Werbung für den Weihnachtsmarkt...
Fernsehteams waren dabei - auch www.osthessen-tv.de
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