Rhönnet-Geschäftsführer Uwe Krabbe (vorn) mit Michael Dietzel von Citynetz Fulda - Fotos: Marius Auth

FULDA Dr. Al-Hami ist schnellster Europäer

Glasfaser in Eigenregie: Neuro-Spine-Center profitiert von Eichenzeller Internet

14.09.19 - Weil Neurochirurg Dr. Samir Al-Hami in seiner Klinik im Münsterfeld schnelles Internet dringend benötigt, mussten bisher mehrere DSL-Leitungen gebündelt werden. Für datenintensive Untersuchungsmethoden wie die Teleradiologie reicht es trotzdem nicht, deswegen wandte sich Al-Hami an die Eichenzeller: Deren Gigabit-Anbieter Rhönnet kann seit fünf Jahren eine 80-Gigabit-Leitung der OsthessenNetz GmbH nach Fulda nutzen. Doch die letzten drei Kilometer zum Highspeed-Glück mussten in Eigeninitiative verlegt werden. "Wir leben immer noch in einem digitalen Entwicklungsland", meint Al-Hami.

Vom Neuro-Spine-Center im Münsterfeld bis zum nächsten Netzknoten und zur Infrastruktur vom 'Citynetz Fulda' musste alles aufgebaggert werden, in zwei Wochen soll die Klinik dann von einer Geschwindigkeit von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde profitieren. Weil das benachbarte Domizil von Al-Hami gleich mit angeschlossen wurde, ist der Neurochirurg laut Rhönnet-Geschäftsführer Uwe Krabbe der erste private Europäer, dem diese Geschwindigkeit zugutekommen wird: "In Skandinavien ist zwar die Glasfaser-Infrastruktur sehr gut ausgebaut, doch selbst da kann diese Geschwindigkeit noch nicht geliefert werden. Aber die Zukunft, von der vor wenigen Jahren noch geredet wurde, in der solche Datenmengen durch die Leitungen müssen, ist schon jetzt da - auf jeden Fall für Unternehmen: In einer Klinik ist jeder OP-Saal ans Internet angebunden, Live-Übertragungen in die ganze Welt bringen konventionelle Verbindungen schnell an ihr Limit. Und das DSL-Vectoring, mit der jetzt noch die Kupferkabel ausgereizt werden sollen, wird bald nicht mehr reichen."

Samir Al-Hami mit Ehefrau Natalia

Regionalmanager Christoph Burkard (links) mit Michael ...

Rhönnet in Eichenzell


Michael Dietzel, Verantwortlicher vom Citynetz Fulda, sieht noch ein weiteres Problem: "Die Tiefbaukapazitäten in der Region sind momentan komplett ausgelastet, Baufirmen für Verlegearbeiten schwer zu bekommen, wenn der Bedarf für Glasfaser dann da ist. Wir appellieren daher an Bauherren, gleich die Anschlüsse legen zu lassen, bald werden sie ohnehin benötigt." Das interne Stadtnetz Citynetz umfasst auch Klinikum, Herz-Jesu-Krankenhaus, Radiologen und andere Institutionen, die auf schnellen Datentransfer untereinander angewiesen sind. Aber die sogenannte "letzte Meile" vom City-Netz zum Kunden wird teuer: "Seit 2007 wird in der Stadt Fulda bei jeder Baumaßnahme, etwa momentan in der Bahnhofstraße, gleich Glasfaser verlegt. Wir werden dann von Anwohnern angesprochen, wenn die Straße schon auf ist, verringern sich die Baukosten. Manchmal betragen die Anschlusskosten trotzdem bis zu 50.000 Euro - für Privathaushalte unerschwinglich. Fördermittel gibt es aber nicht, weil Fulda als versorgt gilt." 

Kabel in der Nähe des Neuro-Spine-Centers

Das Neuro-Spine-Center profitiert in zwei Wochen ...


"Wir leben immer noch in einem digitalen Entwicklungsland - abgesehen von Eichenzell. Die Internetgeschwindigkeit im Münsterfeld ist miserabel, selbst mit mehreren gebündelten DSL-Leitungen. In der Teleradiologie und für Live-OPs mit Kollegen in den USA werden riesige Datenmengen benötigt, da kann man Kunden nicht mit Megabit-Geschwindigkeit vertrösten. Als vor mehr als zehn Jahren entlang der Haimbacher Straße Glasfaser verlegt wurde, hatte ich als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Münsterfeld schon versucht, für die ansässigen Unternehmen damit eine Lösung zu finden - das war damals angeblich nicht möglich", erklärt Al-Hami. (mau) +++


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