33 Jahre Genossenschaftsbank, davon 32 Jahre als Vorstand und 18 Jahre auch Vorsitzender: Das ist die Bilanz von VR Bank-Chef Manfred Gerhard. - Fotos: Marius Auth

FULDA Vorstand sagt nach 33 Jahren "Tschüss!"

VR Bank-Chef Manfred Gerhard hat geprägt - "Wir sind fit für die Zukunft"

15.09.19 - Er ist das Gesicht der VR Bank Fulda und der Mann, der das Kreditinstitut und die Fuldaer Banken-Welt über Jahrzehnte geprägt hat. Die Rede ist von Manfred Gerhard (62) aus Eichenzell (Kreis Fulda). Ende September ist nach mehr als 46 Berufsjahren Schluss. Dann verabschiedet sich Gerhard aus dem Vorstand und tritt in den Ruhestand. Sein persönliches Fazit fällt im OSTHESSEN|NEWS-Gespräch positiv aus: "Ich blicke zufrieden zurück. Die Bank ist wirtschaftlich gesund, hat eine tolle Mannschaft. Wir sind gut aufgestellt und fit für die Zukunft." 

Manfred Gerhard an seinem Schreibtisch in ...

33 Jahre Genossenschaftsbank, davon 32 Jahre als Vorstand und 18 Jahre auch als Vorsitzender und damit erster Mann: Das ist die Bilanz des Banken-Chefs. Manfred Gerhard gilt als Gestalter. Er hat das Haus zu einem leistungsfähigen und kundenorientierten Bankinstitut entwickelt und insgesamt sieben Fusionen begleitet. Zuletzt stand die Verschmelzung mit der VR Bank Schlüchtern-Birstein in 2018 auf seiner Agenda. "Wir haben aus der Stärke heraus fusioniert und sehen entlang der A66 einen Wachstumsmarkt. Rhein-Main ist vor unserer Haustür. Mittlerweile ist technisch und kulturell alles umgesetzt. Die Betriebe sind zusammengewachsen. Alles ist nach Plan gelaufen und darauf bin ich stolz."

Vor 30 Jahren hatte die damalige Raiffeisenbank Fulda eine Bilanzsumme von 85 Millionen Euro. Heute sind es rund zwei Milliarden Euro. Aus 40 Mitarbeitern wurden 370. In Gerhards Zeit fielen bedeutende Ereignisse wie die Grenzöffnung, die Finanzmarktkrise, die Jahrtausendwende und die Euro-Einführung.

Foto: ON

Manfred Gerhard macht deutlich: "Die Bank hat Zukunft. Sie muss sich aber den veränderten Bedingungen anpassen. Damit meine ich nicht nur technisch, sondern auch im Wettbewerb, sogar mit Apple, Google und Facebook. Das wird dazu führen, dass kleine Institute zunehmend an die Wand gedrückt werden." Heute müsse die Bank zahlreiche Herausforderungen meistern: die Minus-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank, die zunehmende Regulatorik der Bankenaufsicht und die immer weiter voranschreitende Digitalisierung. "Das sind Punkte, die Anstrengungen und Kosten verursachen - und die Ertragsmöglichkeiten der Banken sehr stark verändern."

Was man bei allem nicht vergessen dürfe: "Wir haben einen Versorgungsauftrag und müssen auf das differenzierte Kundenverhalten eingehen. Es gibt nach wie vor den traditionellen Kunden, der seine Bankgeschäfte am Schalter erledigt, den absolut digitalen Kunden, der alles von zu Hause regelt, und dann die Mischformen, die beide Wege gehen. Alles unter einen Hut zu bekommen, sei nicht immer einfach. "Aber wir haben uns dem Thema angenommen und halten für alle Kunden Lösungen bereit, denn alle Kunden-Typen sind für uns wichtig." Dass die GenoBa vielfach prämiert ist und den Titel 'Beste Beraterbank in Fulda' trägt, sei laut Gerhard kein Zufall. "Es ist die Leistung des Teams und das Ergebnis einer Qualitätsstrategie."

"Ich blicke zufrieden zurück. Die Bank ...

Langeweile kommt bei dem Bald-Pensionär, der vielfach ehrenamtlich - unter anderem im Lions Club Fulda-Bonifatius - engagiert ist, nicht auf. "Ich habe viele Interessen und einen breiten Freundeskreis. Für Technik und Zukunftsthemen lasse ich mich immer begeistern", sagt der 62-Jährige und schmunzelt: "Nein, einen Hund schaffe ich mir nicht an. Ich werde erst einmal Durchschnaufen, nicht mehr nach festen Terminen im Kalender leben und mehr Zeit mit meiner Frau und meinen beiden Söhnen verbringen."

Der Vorstand der VR Bank Fulda eG, der rund 27.000 Mitglieder angehören, wird nach dem Ausscheiden von Manfred Gerhard wieder von vier auf drei Mitglieder schrumpfen. Wer von den Kollegen Torsten Hopf, Frank Mackenroth oder Thomas Sälzer den Vorsitz übernimmt, ist noch nicht klar. Darüber wird der Aufsichtsrat mit Stefan Burkard an der Spitze vermutlich noch in diesem Jahr entscheiden. (Christian P. Stadtfeld) +++


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