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HÜNFELD Fallen auch die letzten Arbeitsplätze weg?

Wella steht schon wieder zum Verkauf- Hohe Verluste bei Beauty-Riesen

24.10.19 - Schon wieder sorgt der kriselnde Kosmetikkonzern Coty für Schlagzeilen: Erst im Jahr 2015 übernahm das börsenorientierte Unternehmen mit Sitz in New York verschiedene Kosmetik- und Pflegemarken vom Konkurrenten Procter & Gamble, darunter auch das Wella- Produktionswerk in Hünfeld.  

Zwei Jahre später kündigte der Konzern bereits an, sich vom Produktionsbetrieb in der Zusestadt vollständig trennen zu wollen. 355 Arbeitsplätze wurden bis Ende 2018 eingestrichen, lediglich der Bereich Forschung und Entwicklung blieb in Hünfeld erhalten. Laut Helmut Käsmann, Pressesprecher der Stadt Hünfeld, sei der heimische Coty-Ableger eine „unverzichtbare Schnittstelle“ im weltweiten Firmengefüge des Kosmetikriesens. Aktuell sind nach Angaben der Stadt noch 45 bis 50 Menschen für Coty Hünfeld tätig. Laut Einigungsplan, den man bei der Produktionsschließung 2018 gemeinsam erarbeitet hätte, sei der Erhalt des Standortes in der Wellastraße 4 noch mindestens bis 2023 sichergestellt.   
Ob sich, der laut eigenem Geschäftsbericht mit 7,7 Milliarden Euro Netto verschuldete Konzern, daran auch wirklich halten wird, bleibt abzuwarten. Am Montag gab der neue Coty-Chef Pierre Laubies bekannt: „Coty prüft strategische Alternativen für das Professional Beauty Geschäft und die damit verbundenen Haarmarken.“ Zu den möglichen Optionen zähle ausdrücklich auch der Verkauf der Sparte.

Erlöse, die aus einem möglichen Verkauf abfielen, will das Unternehmen verwenden, um seine Schulden zu senken und um sie an seine Aktionäre auszuschütten. Mit Hilfe der Credit Suisse soll der Prozess bereits bis zum Sommer 2020 abgeschlossen sein. Zu den potenziellen Kaufinteressenten der Friseursparte könnte auch das deutsche Unternehmen Henkel gehören. Bereits zwei Mal hatte der Konzern in der Vergangenheit versucht, Wella zu übernehmen.

Vor allem im Bereich „Drogeriemarkt“ hatte Coty zuletzt deutlich an Umsatz und Marktanteilen verloren. Aus diesem Grund möchte sich der Kosmetikkonzern in Zukunft mehr auf das Geschäft mit Make-up, Parfum und Gesichtspflege konzentrieren. Was aus dem Firmenstandort Hünfeld im Falle eines Verkaufs wird, bleibt abzuwarten. In der deutschen Firmenzentrale in Darmstadt war am Mittwoch telefonisch niemand erreichbar. (mr) +++


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