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Attackierte die Spieler der SG Barockstadt: Beirat Dr. Wolfgang Dippel. - Archivfoto: Christian P. Stadtfeld

FULDA "Ich würde kein Geld überweisen"

Nach Sieglos-Serie: Beirat Dippel attackiert Barockstadt-Spieler

29.10.19 - Wie schnell sich Stimmungen im Fußball drehen können, muss aktuell Hessenligist SG Barockstadt Fulda-Lehnerz erfahren. Nach starken Saisonstart wartet die SGB nun seit sechs Spielen auf einen Sieg und verlor zuletzt das Spitzenspiel gegen Hessen Kassel. Im Anschluss an die Pressekonferenz knöpfte sich Beiratsmitglied und Ex-Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel die Mannschaft vor.

Nachdem Tobias Damm, Trainer der Kasseler Löwen, und Sedat Gören, Linienchef der SGB, ihre Statements zu den vorangegangen 90 Minuten gegeben haben, ergriff Dippel das Mikrofon und äußerte seine Sichtweise zur aktuellen Situation - und wählte drastische Worte. "Als Arbeitgeber würde ich kein Geld überweisen. Das muss man auch einmal sagen, diese Einstellung verstehe ich nicht", wütete der frühere Fuldaer Bürgermeister.

Kapitän Patrick Schaaf verteidigte die Mannschaft. Archivfoto: Hendrik Urbin

Dippel nahm die Mannschaft hart in die Kritik, sprach ihr Einstellung, Ehrgeiz und Mumm ab. "Es kotzt mich an, wenn ich diese Leistung sehe", tobte Dippel, dessen Brandrede mitgefilmt wurde und die Runde macht. Zwei Tage später steht Dippel zu seinen Worten und sagt auf Nachfrage von ON|Sport: "Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es intern besser gewesen wäre. Ich habe es aber für richtig empfunden, diesen Rahmen zu wählen und meine Meinung zu vertreten."

Dippel verweist darauf, dass der Vorstand um Peter Enders und Martin Geisendörfer eine "tolle Arbeit" machen und "alle Rahmenedingungen stimmen". Daher ärgere es ihn, wenn die SGB in Dippels Augen Einsatzbereitschaft vermissen lasse: "Wenn man sieht, wie man hier rumläuft. Das ist unmöglich." Dippels Brandrede rief übrigens geteiltes Echo hervor, manche Zuhörer pfiffen, manche applaudierten.

Zusammen stehen ist angesagt für den kriselnden Hessenligisten. Archivfoto: Hendrik Urbin

Patrick Schaaf, Kapitän des Hessenligisten, äußerte sich auf Nachfrage diplomatisch. "Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern", sagte Schaaf, der jedoch den Rahmen als unpassend empfand: "Wir als Mannschaft wurden vor vollendete Tatsachen gestellt und konnten in keine Diskussion treten." Dass die SGB nicht kämpfen würde oder ein Problem mit der Mentalität hätte, sieht Schaaf nicht so.

"Wir haben kein Mentalitätsproblem, sondern ein Kopfproblem", sagt Schaaf, der lieber den Blick auf die kommenden Aufgaben richtet und den Weg aus der Krise finden will. Ähnliches will auch Beirat Dippel, der sagt: "Wenn meine Rede dazu beiträgt, war sie richtig." Aktuell dürfte sie aber vor allem eines provoziert haben: Unruhe in der Mannschaft und im Verein. (the) +++


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