- Fotos: Suria Reiche

FULDA Umdenken muss her

So viele Katzen wurden noch nie im Tierheim abgegeben

Wer selbst keine Katze bei sich aufnehmen kann, aber trotzdem helfen will, der kann das mit Spenden tun. Das Tierheim freut sich zum Beispiel immer über Nassfutter für die Kitten. Und auch Spielzeug, Decken oder Geldspenden werden benötigt.

11.11.19 - Eigentlich steht das Tierheim Fulda-Hünfeld in jedem Jahr vor dem gleichen Problem: Zu viele Katzen werden vor dem Tor des Heims abgegeben. Meist handelt es sich dabei um ungewollten Nachwuchs. Aber in diesem Jahr sind es noch mehr Fellnasen als sonst, die kein Zuhause haben. „Es ist enorm“, sagt Tierheimleiterin Eva-Maria Stollberg, „wir mussten sogar den Dachboden umfunktionieren, damit alle Katzen Platz haben.“

Aktuell leben über hundert Katzen im Tierheim Fulda-Hünfeld und in drei Pflegestellen. Sie alle wurden hier abgegeben, weil sie entweder nicht in ihrem alten Zuhause bleiben konnten oder noch nie so etwas wie ein Zuhause hatten. Dass im Herbst viele Katzenwürfe von aufmerksamen Bürgern gefunden und dann im Tierheim abgegeben werden, sind Eva-Maria Stollberg und ihr Team gewohnt. Der Grund dafür sind unkastrierte Streuner. Aber auch Katzen, die auf Bauernhöfen und bei Privatpersonen leben, aber nie kastriert oder sterilisiert wurden. Eine Sache, für die Stollberg kein Verständnis zeigen kann. Denn der Nachwuchs dieser Katzen landet nicht selten im Tierheim. Dass es in diesem Jahr so viele Vierbeiner sind, schockiert auch das Tierheim-Team. „Es gab schon mal eine Woche, in der 30 Katzen abgegeben wurden“, berichtet die 38-Jährige, als wie zur Bestätigung die Türglocke schellt. „Und da sind wohl die nächsten.“

Sogar der Dachboden musste umfunktioniert werden Platz ist hier im Tierheim eigentlich keiner mehr: „Die Räume im Obergeschoss sind alle schon besetzt“, sagt Stollberg. Sogar der Dachboden sei umfunktioniert worden, damit alle Katzen Platz finden. Für Abgabetiere wurde deswegen schon ein Abgabestopp verhängt. „Fundtiere sind wir aber verpflichtet aufzunehmen“, erklärt die Tierheimleitung. Die vielen Katzen seien aber nicht nur problematisch für das Tierheim, weil die Pfleger viele Extra-Schichten übernehmen müssen, die Tierarztkosten in die Höhe schnellen und auch das Futter schneller knapp wird. Es ist auch deswegen ein Problem, weil viele verschiedene Würfe, die aufgrund des Platzmangels zusammengesetzt werden müssen, laut Stollberg auch Krankheiten zur Folge haben können: „Wenn die kleinen Katzen an einem fremden Ort unterkommen und dazu noch fremde andere Katzen um sich herum haben, dann bedeutet das für sie Stress. Und Stress kann sich negativ auf ihr Immunsystem auswirken“, erklärt Stollberg. Was folgt, ist ein Teufelskreislauf: „Wenn die Katzen krank werden, müssen wir einen Vermittlungsstopp verhängen.“ – Neue Tiere kommen aber dennoch nach, und das Tierheim wird voller und voller.

„Ich würde mich freuen, wenn es ein Umdenken geben würde.“ Und Menschen, die die Stubentiger bei sich aufnehmen wollen? „Es ist ein bisschen ruhig geworden“, sagt Stollberg ein bisschen traurig. Traurig deshalb, weil das unschöne Schicksal der vielen Baby-Katzen nicht sein muss. „Ich würde mich so freuen, wenn es ein Umdenken bei den Menschen geben würde. Wenn sie ihre Katzen kastrieren und sterilisieren würden, wenn sie keinen Nachwuchs wollen.“ Deswegen werden die Katzen, die im Tierheim landen und alt genug sind, auch kastriert. Falls sie noch zu jung dafür sind, aber einen Platz finden und umziehen, weisen wir die Menschen daraufhin, dass sie die Katzen, die sie mitnehmen, kastrieren oder sterilisieren lassen. Das mag nur ein kleiner

Anfang sein, um das traurige Schicksal der vielen herrchenlosen Katzen zu verhindern. Aber es ist ein Anfang. (Suria Reiche) +++


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