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04.03.09 - Sportnews
Fast hätte es gereicht: 5. Platz für Anja Gimbel bei den Judo-Titelkämpfen
Mit recht unterschiedlichen Ergebnissen endeten für die osthessischen Teilnehmer die Deutschen Meisterschaften der U17 im saarländischen Homburg-Erbach am vergangenen Wochenende. Bei den Frauen U17 hatte sich Hessenmeisterin Ana Gimbel (Kodokan Neuhof) als einzige osthessische Teilnehmerin im Schwergewicht über 78 Kilo für die Titelkämpfe qualifiziert.
Gleich zu Beginn startete sie gegen Denise Klimpel (Brandenburg) mit starken Angriffsaktionen die nach 1:39 Minuten in der Bodenlage mit einem sicheren Haltegriff für die Neuhoferin endete. Im darauffolgenden Kampf siegte sie nach 0:29 Minuten gegen Lisa Schweer (Niedersachsen) durch eine rasante Hüfttechnik. Im Viertelfinale traf sie auf die letztjährige Drittplatzierte, die kampferfahrene Naja Frick aus Karlsruhe/Baden. Nach kurzem, verbissenem Kampf beendete Anja Gimbel die Begegnung nach 0:36 Minuten durch eine blitzschnelle Hüfttechnik.
Das Halfinale bestritt sie gegen Christin Eberhardt (Witten-Annen/NRW), der Titelträgerin (bis 78 Kilo) von 2008 gegenüber. Gegen diese routinierte und physisch überlegene Kämpferin konnte sie trotz aktiver Kampfführung kein entscheidenden Vorteil erkämpfen und unterlag nach 3:13 Minuten durch einen Haltegriff. Im darauffolgenden Kampf um Bronze gegen Ivonne Schildgen (Leverkusen/NRW) stand Anja trotz zahlreicher versuche auf verlorenem Posten. Gegen die fast dreißig Kio schwerer, routinierte Leverkusenerin prallte sie förmlich ab und unterlag nach 3:54 Minuten durch einem Haltegriff. Damit hat sich die talentierte Vierzehnjährige bei ihrer ersten nationalen Titelkämpfen erstmals den hervorragenden fünften Platz erkämpft. Mit dieser Platzierung hat Anja Gimbel (Kodokan Neuhof ) als jüngste Teilnehmerin unter den Top-Five dieser Gewichtsklasse zumindet die Aufmerksamkeit der DJB-Funktionäre geweckt und sich für weitere Fördermassnahmen empfohlen.
„Unsere Erwartungen wurden mit dieser Leistung auf jeden Fall übertroffen. Man darf nicht vergessen, dass Anja nur drei Kilo über dem Gewichtslimit (bis 78 Kilo) liegt und teilweise gegen Kämpferinnen mit über zwanzig Kilo Differenz angetreten ist. Sie hat im letzten Jahr sehr gute Fortschritte gemacht und ihr technisches Repetoire stark erweitert. Jetzt muss sie nach dieser tollen Leistung weitere starke Turniere besuchen und Erfahrung auf nationalem Niveau sammeln. Ich denke, dass die Bundesjugendleiterin bzw. der Bundestrainer U17 die Entwicklung sehr genau beobachten und entsprechend disponieren“ kommentiert Kodokan-Präsident Albrecht Melzer die Leistungen seiner Athletin.
Platzierungen Frauen U17 (über 78 Kilo) : 1. Carolin Weiß (Berlin), 2. Christin Eberhardt (Witten-Annen/NRW), 3. Naja Frick (Karlsruhe/Baden) und Ivonne Schildgen (Leverkusen/NRW), 5. Anja Gimbel (Kodokan Neuhof/Hessen) und Michell Caspari (Leverkusen/NRW).
Für Lukas Völlinger (TV Flieden), der im letzten Jahr seiner Altersklassenzugehörigkeit als Drittplatzierte der Südwestdeutschen Meisterschaften für die Meisterschaften qualifiziert hatte, endeten die Wettkämpfe bereits am Samstag beim Wiegen der Athleten. Trotz kurzfristigem „Abkochen“ (Gewichtsreduzierung) während der offiziellen Wiegezeit erreichte er nicht mehr das Gewichtslimit von 73 Kilo und wurde von der Teilnehmerliste gestrichen.
Daniel Winn (JC Fulda / bis 46 Kilo) konnte trotz gut geführtem Kampf (volle Kampfzeit) eine Niederlage (Wazaari/halber Punkt) gegen Paul Bernhardt (JC Leipzig) nicht verhindern. Im zweiten Kampf gegen Nico Schäfer (Ludwigshafen) zeigte Winn gute Nerven und taktierte vorsichtig, wobei denn am Ende der regulären Kampfzeit von 4 Minuten kein Sieger zu ermitteln war. Erst in der Verlängerung (Golden Score) fiel nach einer kleinen Unachtsamkeit eine kleine technische Wertung (Yuko) zu Gunsten des Pfälzers, was für den Fuldaer das Aus bedeutete. Im Nachhinein betrachtet war im zweiten Kampf durchaus ein Sieg möglich, was eine Weiterkommen ermöglicht hätte. Dennoch zeigte Winn bei seiner ersten DEM-Teilnahme eine ordentliche Gesamtleistung und dürfte im nächsten Jahr durchaus um einige Plätze weiter nach vorn kommen.+++