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REGION "Wohnen ist ein Menschenrecht"

Neue Zahlen: Mieten in Hessen deutlich gestiegen

27.11.19 - Wohnen in Hessen ist noch teurer geworden. Dem Verbraucherindex für Hessen zufolge, den das Statistische Landesamt am Mittwoch veröffentlicht hat, sind die Nettokaltmieten zwischen 2015 und 2018 um 4,2 Prozent gestiegen. Die Wohnnebenkosten erhöhten sich im selben Zeitraum um 1,4 Prozent. Dabei handelt es sich um hessenweite Durchschnittswerte.

In Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet ist von einem weit dramatischeren Anstieg der Mietpreise auszugehen. „Wohnen ist ein Menschenrecht und darf nicht durch Mieten, die sich viele Bürgerinnen und Bürger nicht mehr leisten können, zum Armutsrisiko werden“, sagt Paul Weimann, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen. Infolge hoher Mieten und Nebenkosten müssen laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung mittlerweile viele Menschen – vor allem in den Großstädten – nahezu die Hälfte ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben. Experten sehen schon eine Mietbelastungsquote von mehr als 30 Prozent als kritisch an, weil den Betroffenen zu wenig Geld zum Leben bleibt. Besonders gefährdet durch diese Entwicklung sind ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen sowie Alleinstehende und Alleinerziehende. Nach Abzug aller Wohnkosten steht ihnen häufig weniger als das Existenzminimum zur Verfügung.

Der VdK weist darauf hin, dass gerade in Ballungsräumen bezahlbare Wohnungen für Menschen mit niedrigem Einkommen und Familien, die keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung haben, fehlen. Der Sozialverband fordert daher, Förderprogramme für diese Personengruppen auszuweiten und die Zweckentfremdung von Wohnraum – zum Beispiel durch Leerstand oder die Nutzung als Ferienwohnung – zu stoppen. „Wohnungen dürfen nicht zu reinen Renditeobjekten werden“, betont Weimann. An erster Stelle müsse die Versorgung der Bevölkerung mit ausreichendem Wohnraum stehen. Insbesondere müsse beim Neubau eine barrierefreie Gestaltung zum Standard werden. Schon jetzt fehlen in Hessen etwa 77.000 barrierefreie Wohnungen. „Hier sind vor allem die Landespolitik und die Kommunen in der Pflicht: Sie müssen dafür sorgen, dass zum Beispiel bisher ungenutzte Grundstücke bebaut werden oder die Wohnfläche bestehender Gebäude durch Aufstockung vergrößert wird“, so der Landesvorsitzende. (pm) +++


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