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Der Feuersalamander ist durch durch unterschiedliche Faktoren bedroht, so auch vom Wassermangel. - Symbolbild: pixabay

SCHOTTEN Durch Klimawandel und Grundwasserentnahme

Umweltministerin warnt: Feuersalamander sterben durch Wassermangel aus

05.01.20 - Im November 2019 startete das Hessische Umweltministerium ein Landesprogramm gegen das Artensterben. Als eine Symbolfigur für diese Kampagne wurde aus gutem Grund der Feuersalamander gewählt. Denn bei ihrer Vorstellung beklagte Ministerin Priska Hinz angesichts der trockenen Sommer 2018 und 2019, dass das wiederholte Trockenfallen insbesondere der Bäche im Vogelsberg zu einem Verlust der dortigen Feuersalamander führen könne. Das Ministerium wolle hier mit einem Förderprogramm dabei helfen, Bäche und Quellen zu renaturieren, um für Salamander und Co bessere Lebensräume zu schaffen. 

Ob solche Maßnahmen allerdings, so gut wie sie gemeint sind, das Überleben des Vogelsberger Feuersalamanders sichern können, sei indes fraglich. Nicht nur weil sie mit großer Verspätung daherkommen, sondern auch weil alles Renaturieren nichts nutzt, wenn das Wasser fehlt. Und das wird im Vogelsberg immer rarer, weil die Grundwasserneubildung abnimmt. Für Bäche, Quellen und Feuchtgebiete aber sind die Grundwasservorräte gerade in langen Sommern die einzigen Speicher, aus denen sie gespeist werden können. Und so haben fehlender Schnee, schnellere Oberflächenabflüsse und immer längere Trockenperioden dazu geführt, dass in den letzten 30 Jahren in manchen Gebieten bis zu 70 Prozent der Quellen verschwunden sind (vgl. Quellkartierungen im Vogelsberg) und dass zunehmend Gewässer trockenfallen.

Dieser Wassermangel wird durch die Grundwasserentnahmen für das Rhein-Main-Gebiet gewaltig verschärft. Besonders in langen, heißen Sommern, also in Zeiten, in denen der Naturraum mehr denn je auf Grundwasser angewiesen ist, wird in den großen Vogelsberger Gewinnungsgebieten gepumpt was das Zeug hält. Dass dann die Entnahme von Tagesspitzenmengen das Todesurteil für bedrohte Tier- und Pflanzenarten sein kann, scheint bislang noch nicht wirklich verstanden zu werden.

Schließlich hätten die Genehmigungsbehörden ansonsten die sommerlichen Höchstfördermengen schon längst reduzieren müssen. Denn das Grundwasser im Boden zu belassen ist eine der wenigen Handlungsmöglichkeiten, die zu einer Verbesserung der unterirdischen Vorkommen und damit auch zum Überleben des Vogelsberger Feuersalamanders beitragen können. So weiterzumachen wie bisher und dabei auf Regen zu hoffen, der die Vorräte wieder auffüllen möge, ist dagegen in unserem Jahrhundert des Klimawandels, in dem es zu letzten Male 2002 ein Nassjahr gegeben hat, nicht nur riskant, sondern auch gefährlich.

Auf all diese Probleme und Risiken weist die Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) schon seit vielen Jahren vehement hin. Und doch wird die Gewinnung von Grundwasser für Rhein-Main auch heute noch eher ausgeweitet denn eingeschränkt. Um hier noch kräftiger als bisher gegenzusteuern, hat die SGV diese Zusammenhänge, die Ursachen und die Verursacher sowie die notwendigen Problemlösungen analysiert und wissenschaftlich dokumentiert. Die SGV geht davon aus, dass daher ihre neue Dokumentation 'Zukunftsfähige Wasserversorgung Rhein-Main', die am 14.1.2020 in Niddatal vorgestellt werden wird, auf großes Interesse stoßen wird. Näheres hierzu findet sich unter http://www.sgv-ev.de (pm) +++


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