Happy Birthday, Bischof Gerber! - Foto: picture alliance/Arne Dedert/dpa

REGION "Ich bin sehr dankbar"

Happy Birthday, Eure Exzellenz! 50. Geburtstag von Bischof Dr. Michael Gerber

KurzbiografieDr. Michael Gerber wurde am 15. Januar 1970 in Oberkirch in Baden-Württemberg geboren. Nach Studien in Freiburg im Breisgau und in Rom wurde er am 11. Mai 1997 zum Priester für die Erzdiözese Freiburg geweiht. Im Jahr 2007 promovierte er im Fach Pastoraltheologie an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg. Titel der Dissertation ist „Zur Liebe berufen: Pastoraltheologische Kriterien für die Formung geistlicher Berufe in Auseinandersetzung mit Luigi M. Rulla und Josef Kentenich“. Seit seiner Kindheit und Jugend ist Gerber in der Schönstattbewegung beheimatet. Am 12. Juni 2013 ernannte ihn Papst Franziskus zum Titularbischof von Migirpa und zum Weihbischof in der Erzdiözese Freiburg. Am 8. September 2013 wurde er zum Bischof geweiht, und am 13. Dezember 2018 ernannte ihn Papst Franziskus nach Wahl durch das Fuldaer Domkapitel zum neuen Bischof von Fulda.

15.01.20 - Dr. Michael Gerber wurde am 31. März 2019 ins Amt des Fuldaer Bischofs eingeführt. Heute – an seinem 50. Geburtstag – blickt er im Interview mit OSTHESSEN|NEWS auf die ersten zehn Monate als Oberhirte zurück, er erinnert sich an seine Kindheit und Schulzeit und spricht über Hobbys und drängende Aufgaben der Katholischen Kirche.
 

Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber ...Fotos: O|N-Archiv, Bistum Fulda / Arnulf Müller

O|N: Wie erinnern Sie sich an Ihre Kindheit? Wie war das Elternhaus?

Bischof Dr. Michael Gerber: Ich bin sehr, sehr dankbar für meine Kindheit. Meine Eltern – die Mutter Grundschullehrerin und der Vater stellvertretender Direktor des örtlichen Gymnasiums – waren vielseitig ehrenamtlich engagiert, und das hat sich auch auf meine Schwester und mich übertragen. Zugleich haben sie mit uns schöne Urlaube verbracht, im Allgäu, in Südtirol und später im Wallis. 

Wie waren Sie als Schüler? Was waren Ihre stärksten Fächer? Wo waren Sie besonders schlecht?

Erst vor kurzem hatte ich ein Klassentreffen, und wir haben uns sehr gefreut, uns wieder zu begegnen. Erste Klassenkameraden haben mich auch schon in Fulda besucht. Besonders gut war ich in Mathematik, Deutsch, aber auch in Geschichte und natürlich Religion. Nicht so gut war ich in Sport – die Ausdauersportarten, an denen ich bis heute Interesse habe, waren da leider nicht so gefragt. 

Amtseinführung am 31. März 2019

Beide Jahrgang 1970: Bischof Gerber segnet ...

Pressegespräch mit OSTHESSEN|NEWS

Vigil im Hohen Dom zu Fulda

Für jemanden des Jahrgang 1970 – da gehöre ich selbst auch dazu – waren die 80er-Jahre eine wichtige Dekade. Wie haben Sie dieses Jahrzehnt erlebt? Waren Sie ein Partygänger? Hatten Sie eine Freundin?

In meiner Schulzeit gehörte ich eher zu den ruhigeren Zeitgenossen, der nicht so viel auf Partys unterwegs war. Das hat sich später in der Studienzeit nochmal verändert. Meine heutige Liebe zur Klassik, insbesondere zur Barockmusik, und da nochmals speziell zu Johann Sebastian Bach, hat bereits in dieser Lebensphase eine entscheidende Wurzel. Eine Freundin hatte ich in dieser Zeit tatsächlich nicht.

Was sind Ihre Hobbys und hat man als Bischof eigentlich noch Zeit dafür? Was ist Ihre Lieblings-Musik und Ihre Lieblings-Literatur? Haben Sie einen Lieblings-Fußballverein und ein Lieblings-Essen?

Ich bin gerne in der Natur unterwegs, ob beim Bergwandern, Fahrradfahren oder mit den Langlaufskiern. Wenn ich das rechtzeitig in den Terminkalender einplane, dann finde ich auch die Zeit dazu. Zur Musik habe ich ja schon einiges gesagt – die anderen Lieblings-"Geschichten" bleiben Geheimnis, aber so viel verrate ich gerne, dass ich auch da eine gewisse Vielseitigkeit kenne.

Wann reifte in Ihnen der Entschluss Priester zu werden? Gab es einen konkreten Anlass?

Herzlicher Empfang im Bistum Fulda

Einen ganz konkreten Berufungsmoment, wie ihn manche kennen, hatte ich nicht. Vielmehr ist das als längerer Prozess gereift. Dabei spielten die positiven Erfahrungen der kirchlichen Jugendarbeit eine wichtige Rolle, ebenso die Begegnung mit glaubwürdigen Priesterpersönlichkeiten und auch die Erfahrung, dass das Gebet mich trägt und Jesus tatsächlich eine sehr entscheidende Realität meines Lebens ist. Irgendwann habe ich dann den Sprung gewagt, und nach fast 23 Jahren als Priester darf ich sagen: Jesus hat mich nicht enttäuscht.

Wenn Sie daran zurückdenken, wie Sie vor zehn Monaten im Bistum Fulda empfangen wurden, was geht Ihnen da durch den Kopf?

Foto: KNA / Harald Oppitz

Neujahrsempfang

Ich bin sehr dankbar für diesen Empfang damals, was die Menschen alles investiert haben beim Pilgerweg und auch am Einführungstag. Sehr dankbar bin ich auch für die letzten zehn Monate. Ich bin vielen Menschen begegnet, die mit Kompetenz, Herzblut und Energie sich für die Frohe Botschaft Jesu und für die Menschen einsetzen.

Was sind Ihrer Meinung nach aktuell die drei drängendsten Aufgaben der Katholischen Kirche?

Über die einschlägigen Themen wird ja derzeit viel diskutiert. Für sehr entscheidend halte ich die Frage, wie, auf welche Weise sind wir da miteinander im Dialog? Bleiben wir vorwiegend in unseren eigenen Gesinnungszirkeln oder reden wir wirklich mit denen, die eine andere Überzeugung haben. Und – haben wir den Mut, tiefer nachzufragen, was ist Deine Geschichte, Deine Erfahrung und Deine Sehnsucht, die hinter dieser Position steht? Wenn es uns hier gelingt, eine neue Form des Dialogs zu entwickeln, würden wir auch angesichts der Spannungen in unserer Gesellschaft einen wichtigen Beitrag leisten.

Eine weitere Herausforderung: Wie finden wir Wege, dass Menschen in unserer mulitoptionalen und pluralen Gesellschaft tiefer begreifen: Jesus Christus und seine Botschaft sind eine Realität auch in meinem Leben. So manche Begegnung hier im Bistum, nicht zuletzt beim „Tag für pastorale Innovation“, haben mir gezeigt, wir haben hier im Bistum Menschen, die sind genau an dieser Frage dran, und die haben hier sehr wichtige und zukunftsweisende Erfahrungen gemacht.

Eine dritte Herausforderung ist diejenige, wie gewinnen wir neu junge Menschen für einen kirchlichen Dienst etwa in den pastoralen Berufen? Das ist eine der großen Baustellen. Unsere Kirche braucht in der Zukunft fähige Priester, pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Diakone und Menschen im sozialdiakonischen Dienst. Weiterhin viele Ehrenamtliche, die sich an unterschiedlichen Stellen einbringen. Eines der großen Projekte in den vergangenen Jahren war es, in Freiburg einen neuen Studiengang, Doppelbachelor Soziale Arbeit/Prakische Theologie, zu entwicklen. Das ist ein Studiengang, durch den Absolvierende „breit aufgestellt“ sind. Der Zuspruch, den dieser Studiengang nun wiederholt durch Studierendenzahlen erfährt, zeigt mir, hier ist ein Potential da, wenn wir entsprechende Weichen stellen und Menschen gut begleiten.

Wie werden Sie Ihren Geburtstag begehen?

Um 9 Uhr gibt es eine Messe im Dom, anschließend werden den Mittag über Gäste ins Bischofshaus zu Sekt und kleinen Speisen kommen. Der Tag schließt dann mit einer Gebetszeit in der Michaelskirche, die von jungen Leuten gestaltet wird. Am darauffolgenden Wochenende feiere ich dann mit meiner Familie und Freunden in Oberkirch.

Die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS wünscht Ihnen, Eure Exzellenz, einen schönen Geburtstag und Gottes Segen. (Matthias Witzel) +++


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