Wichtige Ehrengäste durften an dem Abend nicht fehlen. Hintere Reihe v. l.: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Leiter der VHS Dr. Franz-Georg Trabert, Dr. Christoph Quarch, Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann. Untere Reihe v. l. der ehemalige Vorsitzende der VHS Ingo Schaumburg, ehemalige Oberbürgermeister Dr. Alois Rhiel, Dr. Wolfgang Hamberger und Gerhard Möller. - Alle Fotos:Martin Engel

FULDA "Humus der Humanität"

100 Jahre Volkshochschule: Welche Bildung braucht das 21. Jahrhundert?

01.02.20 - Im gut besetzten vhs-Forum des Kanzlerpalais blickte die Bildungseinrichtung auf ihre hundertjährige Geschichte in der Barockstadt zurück. Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld hatte die Gäste begrüßt, Musikvorführungen und Chorgesang von „capanello vocale“ der Musikschule das Programm aufgelockert. Beeindruckend der Impulsvortrag von Dr. Christoph Quarch mit dem Thema: Welche Bildung braucht das 21. Jahrhundert?

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßte ...

Die VHS Fulda im Kanzlerpalais am ...

Im Anschluss an die Worte des ...

Leise Lounge-Musik empfängt die Jubiläumsgäste aus Politik,  Stadtgesellschaft und eben auch aus den Reihen der vhs. Viele Mitarbeiter sind gekommen. Das Duo Wagner, George Wagner an der Gitarre und Klaus Schenk am Vibraphon, spielt unaufdringlich aber eindrücklich „Why do birds suddenly appear?“ Und wie aus dem Nichts erscheint plötzlich Oberbürgermeister Dr.Heiko Wingenfeld am Stehpult. Er begrüßt die Mandatsträger und hat auch gleich die Lacher auf seiner Seite. „Wenn wir heute hier Sitzung hätten, wären wir fast beschlussfähig“. Und er konstatiert mit geübtem Blick von oben, dass seine drei direkten Vorgänger im Auditorium sitzen: Dr. Wolfgang Hamberger, Dr. Alois Rhiel und Dr. Gerhard Möller. Aber Wingenfeld stellt auch fest, dass es in Kleiderfragen noch Abstimmungsbedarf gibt: Die drei Altbürgermeister tragen blaue Krawatten, Wingenfelds Halsschmuck ist violett.

Das VHS-Forum war voll besetzt.

Der musikalische Chor "capanello vocale" der ...

Danach wird es wieder ernster. Der OB lässt die hundertjährige Geschichte der Volkshochschule Fulda Revue passieren spricht über die Initiatoren und Ideengeber – Oberbürgermeister Dr. Georg Antoni und den damaligen Landesbibliothekar Dr. Aloys Ruppel. Beide hatten im September 1919 etwa 50 Persönlichkeiten der Stadt eingeladen, um über die Errichtung einer Volkshochschule in Fulda zu beraten. Die Eröffnungsfeier der neuen Volkshochschule am 6. Januar 1920, so Wingenfeld  in seinem Rückblick, sei zu einem herausragenden Ereignis geworden. Die Orangerie sei bis auf den letzten Platz besetzt gewesen, darunter auch die Mitglieder des 50-köpfigen Beirats, der auch heute noch in dieser Form bestehe. Ziel, so habe es seinerzeit Aloys Ruppel formuliert, sei die Schaffung einer das ganze Volk umfassenden Gemeinsamkeit des geistigen Lebens. Die Volkshochschule wollte nicht in erster Linie Bildungsstoffe vermitteln, sondern zu einer Beherrschung und Fruchtbarmachung anleiten. Und Ruppel habe damals ausdrücklich betont, dass die Volkshochschule eine Bekämpferin der Halbbildung sei.

Höhepunkt des Jubiläumsabends im Kanzlerpalais war allerding ein eindrucksvoller Impulsvortrag des mittlerweile in Fulda lebenden Philosophen Dr. Christoph Quarch, seit dem Jahre 2000 Dozent der vhs. „Mensch werde wesentlich“ zitierte er Sokrates um dann die Frage zu stellen: Welche Bildung braucht das 21. Jahrhundert? Seine Antworten: Klar und präzise, immer mit der einen Conclusio: Die um sich greifende Digitalisierung verursacht und erzeugt immer flachere Bildungsstrukturen. Wikipedia könne Wissen vermitteln. Bildung habe aber andere Ansprüche. Anspruchsvolle Bildung sei nichts Elitäres. Bildung als Ganzes biete eben den Raum für Diskurs und der Bildungswillige könne nur lernen, sich entwickeln, durch die Ansprache, den Kontakt , den ständigen Austausch  mit anderen. Das sei der Humus der Humanität. 

Im Anschluss an die Feierlichkeiten erwartete die Gäste ein Umtrunk mit einem bunten Buffet. Eine Bilderserie mit allen Eindrücken unseres OSTHESSEN|NEWS-Fotografen Martin Engel sehen Sie hier. (Thomas Witzel) +++


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