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Dr. Christof Erdmann wehrt sich gegen seine Kündigung vor dem Arbeitsgericht - Fotomontage: O|N

LAUTERBACH Streit vor dem Arbeitsgericht

Eichhof-Verwaltungschef klagt gegen Entlassung - bei vollem Gehalt freigestellt

04.02.20 - Um die Frage, ob die Kündigung des langjährigen Verwaltungsdirektors des Eichhof-Krankenhauses in Lauterbach, Dr. Christof Erdmann zum Jahresende 2020 rechtens ist, drehte es sich am Montag vor dem Arbeitsgericht in Fulda. Dr. Erdmann hatte gegen seinen Arbeitgeber, die Eichhof-Stiftung geklagt, weil er weder mit der Mitte 2019 erfolgten Kündigung noch seiner Freistellung bis Ende des Jahres einverstanden ist. Um es gleich vorwegzunehmen: die Kontrahenten konnten sich bei der Verhandlung nicht auf eine gütliche Einigung verständigen und vertagten sich auf einen neuerlichen Gütetermin.

Vor dem Arbeitsgericht Fulda ging es ...Foto (2): Yannik Overberg

Hintergrund der gerichtlichen Auseinandersetzung ist eine strukturelle Veränderung der öffentlich-rechtlichen Eichhof-Stiftung im vergangenen Jahr, die auch einige personelle Änderungen mit sich brachte. Zur Eichhof-Stiftung gehören außer dem Krankenhaus auch die Sozialstation Eichhof, das Seniorenzentrum Schlitzerland, das Palliativteam Waldhessen und die Vogelsberger Lebensräume. Der bislang ehrenamtlich fungierende Stiftungsvorstand, der seit Jahrzehnten aus dem ehemaligen Schlitzer Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer, dem Lauterbacher Rechtsanwalt Volker Christe und dem ehemaligen Grebenhainer Bürgermeister Manfred Dickert bestand, wurde gegen deren erheblichen - auch juristischen Widerstand schließlich gegen einen hauptamtlichen Vorstand ausgetauscht. Das bisherige Gremium hatte betont, dass das Krankenhaus immer wirtschaftlich vorbildlich geführt wurde und stets schwarze Zahlen geschrieben habe. Neuer Vorstandsvorsitzender ist der 54-jährige Mathias Rauwolf. Der Vorsitzende des Stiftungsrats Heinrich Mai hatte diese Maßnahmen damit begründet, dass es aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation des Krankenhauses notwendig sei, satzungsrechtlich die richtigen Weichen zu stellen, um die bisherige positive Entwicklung fortzusetzen.

Als eine erste personelle Maßnahme wurde dann dem bisherigen Verwaltungsdirektor Dr. Erdmann gekündigt - eine offizielle Begründung dieses ziemlich kostspieligen Schrittes hat der Vorstand nicht nach außen kommuniziert. Warum der leitende Angestellte, der seit 2004 als Verwaltungsdirektor im Eichhof-Krankenhaus tätig war, tatsächlich gehen musste, bleibt erklärungsbedürftig. Dass er trotz sofortiger Freistellung sein Gehalt noch bis zum Ende dieses Jahres bezieht, kann eigentlich nicht im Sinne des Stiftungsvermögens sein, zumal der Verwaltungschef mehrfach angeboten hatte, seine Position weiter auszuüben.

Die Direktorin des Arbeitsgerichts Christine Schwarz hatte zunächst moniert, dass kein Vertreter der beklagten Eichhof-Stiftung anwesend war, sondern nur deren Rechtsanwalt. Sie appellierte an beide Parteien, sich doch noch außergerichtlich zu einigen und eine langwierige Verhandlung zu vermeiden. Ein Kammertermin sei frühestens im Mai oder Juni terminierbar. "Investieren Sie Ihre Energie lieber in konstruktive Lösungsvorschläge", riet die Richterin den Parteien. Schließlich zeigten sich beide Seiten mit einem erneuten Gütetermin einverstanden, der vermutlich in 5 Wochen stattfinden wird.

Die Redaktion hat den Vorstand der Stiftung am Montag telefonisch um eine Stellungnahme zu den Hintergründen der Kündigung gebeten, was die Pressesprecherin unter Hinweis auf das laufende Verfahren abgelehnt hat. (Carla Ihle-Becker)+++


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