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Der neue Fokus liegt in der Frankfurter Straße 8a aber auf dem Shop für Elektro-Zigaretten und Zubehör. - Fotos: Suria Reiche

FULDA Im Kampf gegen Netflix und Co.

Movie Vision macht weiter - nur kleiner und mit anderem Fokus

07.02.20 - Landauf, landab verlieren Videotheken den Kampf gegen Streaming-Dienste und Online-Portale. Eine der wenigen, die nach wie vor kämpft, ist die Movie-Vision-Filiale in Fulda. Noch bis vor Kurzem konnten ihre Kunden in der Leipziger Straße aus mehreren tausend DVDs und Blu-Rays auswählen, die ihnen bis spät in die Nacht hinein zur Verfügung standen. Dass sich die Zeiten ändern, hat man jedoch auch hier erkannt. „In der großen Halle hätten wir uns auf die Dauer auch nicht halten können“, sagt Filialleiter Andreas Meyer. Er und seine fünf verbliebenen Mitarbeiter haben jedoch ein neues Zuhause für die zahlreichen Filme und Serien gefunden – der Fokus liegt in der Frankfurter Straße 8a aber auf dem Shop für Elektro-Zigaretten und Zubehör. Denn der ist im Gegensatz zum Filmverleih gewinnbringend.

Filialleiter Andreas Meyer und seine Mitarbeiterin ...

Die Tomb-Raider-Figur, die schon in der Leipziger Straße die Kunden der Movie-Vision-Videothek begrüßt hat, ist mit in die 230 Quadratmeter großen Räumlichkeiten gezogen. Für den Spider Man reicht die Deckenhöhe nicht aus. Und auch für unzählige DVDs und Blu-Rays aus dem Sortiment hat der Platz in den Regalen nicht genügt. Deswegen werden sie in der Leipziger Straße gerade für „‘n Appel und ‘n Ei“ verkauft, wie Meyer sagt.

Dass die Videothek aus den Räumlichkeiten in der Leipziger Straße raus muss, steht schon lange fest. „Die Halle soll abgerissen werden“, sagt Meyer, der seit rund eineinhalb Jahren Filialleiter in Fulda ist. Vorher hat er sich um den E-Zigaretten-Shop in der Videothek gekümmert. Den hatte der ehemalige Filialleiter Jürgen Borufka im Dezember 2015 in die Leipziger Straße geholt. Mittlerweile ist er gewinnbringender als der Verleih und Abverkauf der Filme.

In der Frankfurter Straße ist der „Zigge“-Shop auch das erste, was einem ins Auge springt, wenn man durch die Tür geht. Dass man eigentlich gerade eine Videothek betreten hat, fällt erst auf, wenn man den Blick von den bunten Liquids für E-Zigaretten löst. In den Regalen stehen bei Weitem nicht so viele Filme wie in der Leipziger Straße. „Aber gut 80 Prozent wurden sowieso nicht ausgeliehen“, sagt Meyer.

Was aber tatsächlich mit nach Hause genommen werden würde, seien Neuheiten. Filme, die gerade im Kino waren und nun auf DVD herausgekommen sind. „Da sind wir oft billiger als bekannte Online-Portale“, sagt Meyer. Pornografische Filme würden entgegen der allgemeinen Annahme in etwa genauso gut – oder schlecht – laufen wie Spielfilme.

Aber egal, ob nackte Haut oder nicht: Wenn der 39-Jährige mit dem Filmverleih bei „plus minus null“ landet, sei das völlig okay. Gewinne fahren ja die E-Zigaretten und das Zubehör ein. Deswegen liegt darauf in den neuen Räumlichkeiten in der Frankfurter Straße auch der Fokus. Neuheiten und Ü-18-Filme gibt es neben Klassikern und Serien trotzdem. Und für die kommen die Leute sogar von weit her – nämlich aus Dörfern, in denen das Internet nicht für Streaming und Co. ausreicht. Und für die lohnt sich der Kampf doch. (sur) +++


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