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In Zukunft könnten Schiedsrichter Zeitstrafen verhängen. Einem solchen Antrag des HFV hat der DFB nun zugestimmt. - Archivfoto: Jonas Wenzel (Yowe)

REGION Mögliches Pilotprojekt ab 2020/2021

Was halten die Trainer in Osthessen von Zeitstrafen?

09.03.20 - In der kommenden Saison könnte es bei Spielen auf Kreisebene Zeitstrafen geben. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stimmte auf seiner Sitzung einem Antrag des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) zu. Das Pilotprojekt, das sich über zwei Jahre erstrecken soll, käme demnach lediglich im Spielbetrieb der Männer auf Kreiseben zu tragen. Wir haben uns bei einigen Trainern in Osthessen zum Thema Zeitstrafen umgehört.

"Der Wunsch nach Wiedereinführung von Zeitstrafen war von Vereinen an den Ausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung im Hessischen Fußball-Verband herangetragen worden", heißt es in der Mitteilung von DFB und HFV. Auswirkungen und Vorgehensweisen sollen noch besprochen werden, zudem müsse beim Verbandstag in Grünberg im Juni grünes Licht gegeben werden. Bei den Trainern ruft die neue Regelung unterschiedliche Reaktionen hervor.

David Fladung (DJK 1. FC Nüsttal): "Ich bräuchte Zeitstrafen nicht unbedingt, sie sollten es lieber bei dem Fußball, wie er jetzt ist, belassen. Nach zwei gelben Karten gehört ein Spieler vom Feld. Wenn ich es richtig gelesen habe, gilt das nur für die unteren Ligen. Wenn, dann sollte man das schon für alle Klassen durchziehen."

Frank Atzler (SG Löschenrod): "Das kommt auf das Vergehen an. Bei Ballwegschlagen wäre eine Zeitstrafe besser als eine gelb-rote Karte. Aber bei einem härteren Foul bin ich dafür, dass die Mannschaft komplett in Unterzahl spielt. Man muss einen Kompromiss finden, denn bei Nichtigkeiten zur Beruhigung ist das okay. Früher gab es ja auch Zeitstrafen, die zehn Minuten können schon einmal gut tun."

Stefan Rödel (SG Eichenzell/Rothemann II): "Ich befürworte das, weil ich der Meinung bin, dass die Schiedsrichter so bei strittigen Entscheidungen mehr Spielraum haben. Da muss der Spieler nicht gleich bitterböse bestraft werden, sondern er kann noch einmal verwarnt werden und sich draußen den Kopf waschen, bevor er wieder reinkommt."

Sascha Gies (SV Flieden II): "Ich würde nicht viel davon halten. Ich denke, wie es momentan ist, ist es auch gut so. Vielleicht nimmt durch die Zeitstrafen auch die Brutalität etwas zu, weil man weiß, dass man bei der nächsten Aktion dann nur fünf Minuten draußen sitzen muss."

Aus diesem Grund hält man sich auch von Seiten der Schiedsrichter zu diesem Thema vorerst zurück, da bislang nur bekannt ist, dass es die Möglichkeit der Zeistrafe zur neuen Saison geben könnte. Regelungen für Zeitstrafen und das grüne Licht beim Verbandstag fehlen eben noch.

Marcus Klimek (Kreislehrwart Kreisschiedsrichtervereinigung Fulda): "Seitdem ich spiele, habe ich das nie erlebt. Ich kann es schwierig einschätzen, weil noch alles in der Prüfung ist. Man weiß noch nicht, für welche Vergehen es Zeitstrafen geben soll, muss der Spieler vorher schon eine gelbe Karte gehabt haben? Im Jugendbereich ist es mit den fünf Minuten gut geregelt, im Herrenbereich bin ich erst einmal gespannt." (Tino Weingarten) +++


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