Die Hünfelder Bürger befürchten durch die neue Wechselstromtrasse einen Schaden für das Landschaftsbild - Foto: Stadt Hünfeld

HÜNFELD Schaden für Landschaftsbild?

Wird die Wechselstromtrasse von Kirchhasel aufgerüstet?

20.05.20 - Während der Neubau der sogenannten „SUEDLINK-Stromtrasse“ das Gemarkungsgebiet Hünfeld (Landkreis Fulda) aller Wahrscheinlichkeit nach verschoben wird, befürchten viele Bürger, dass die bestehende Wechselstromtrasse als Bestandteil der neuen Fernstromleitung von Mecklar nach Dipperz aufgerüstet wird. Nach Angaben von Bürgermeister Benjamin Tschesnok hätten in den letzten Wochen einige Bürger ihre Besorgnis vorgetragen.

Die Aufrüstung dieser Leitung ist Bestandteil der Fortschreibung des Netzentwicklungsplanes des Bundes aus dem Jahr 2017. Allerdings ist das dafür notwendige Raumordnungsverfahren noch nicht eröffnet worden. Aus Sicht von Bürgermeister Tschesnok sprechen allerdings dieselben Argumente, mit denen die Stadt den Planungen für den SUEDLINK entgegengetreten war, auch gegen den Ausbau dieser Stromtrasse. Nach den Plänen der Bundesnetzagentur soll die vorhandene 110 Kilovolt-Wechselstromtrasse durch zwei 380 Kilovolt-Systeme aufgerüstet werden. Dazu wäre entweder eine zweite Mastreihe oder aber eine deutliche Vergrößerung und Erhöhung der vorhandenen Masten erforderlich

Eine technisch durchaus mögliche Erdverkabelung habe die Bundesnetzagentur bislang abgelehnt, erläutert Tschesnok. Eine solche Leitung würde das Landschaftsbild des Hessischen Kegelspiels und der Vorderrhön erheblich belasten, befürchtet der Hünfelder Bürgermeister. Deshalb werde der Magistrat, sobald die Planungsverfahren eröffnet würden, alle Argumente, die seinerzeit gegen den SUEDLINK ins Feld geführt worden seien, aktualisieren und in das Verfahren einbringen. Von der Trasse sei nicht nur das Naturschutzgebiet Weinberg betroffen, sondern auch die FFH-, Natura 2000-, Landschaftsschutz- und Wasserschutzgebiete entlang der Trasse würden erheblich beeinträchtigt. Zumindest das Landschaftsbild könnte geschont werden, wenn sich der Betreiber auf eine Erdverkabelung einlassen würde. Die Gebietskulisse des Hessischen Kegelspiels sei in den zurückliegenden Jahren sehr erfolgreich in der Entwicklung ihres touristischen Angebots gewesen, schreibt Tschesnok. Die Übernachtungszahlen, beispielsweise in Hünfeld, hätten sich in den zurückliegenden eineinhalb Jahrzehnten mehr als vervierfacht. Die Infrastruktur mit Rad- und Wanderwegen sei ausgebaut worden. Dieses zarte Pflänzchen der touristischen Entwicklung würde durch eine massive Zerschneidung dieser Landschaften sicher empfindlich gestört.

Zuletzt habe die Extratour Weinberg in Hünfeld eine deutliche Abwertung in der Zertifizierung erhalten, weil der Weg in einem Teilbereich unter der bestehenden 110 Kilovolt-Wechselstromtrasse verlaufe. In allen anderen Kriterien habe der Weg dagegen sehr hohe Bewertungen erhalten. Das mache deutlich, dass auch von Tourismusexperten wie dem Deutschen Wanderinstitut eine Gefahr für die touristische Entwicklung gesehen werde. Tschesnok betonte abschließend, dass er die Besorgnis der Bürger, die sich in den letzten Wochen an ihn gewandt hätten, durchaus teile und dass der Magistrat alles in seinen Kräften Stehende tun werde, in den Planverfahren den Positionen der Stadt Hünfeld Nachdruck zu verleihen. Sobald das Raumordnungsverfahren eröffnet wird, wird die Stadt Hünfeld ihre Bedenken erneut vortragen. Der Magistrat hat bereits jetzt der Firma Tennet eine Raumwiderstandsanalyse übersandt und seine Einwendungen mit Blick auf die erheblichen Raumwiderstände vorgetragen, schreibt Tschesnok abschließend. (pm) +++


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