Wie genau funktioniert der PCR und der Antikörper-Test? Wir haben uns testen lassen - Fotos: Carina Jirsch

FULDA Vom Stich bis zum Strich

Der große Reporter-Selbstversuch: So funktioniert ein Corona-Test!

26.05.20 - Fast jeder, den aktuell Halskratzen oder Husten plagen, stellt sich die Frage: Könnte es das neuartige Coronavirus sein? Die Virusinfektion hat Deutschland weiterhin fest im Griff, täglich meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) neue Infektionsfälle. Zwei, die Hand in Hand arbeiten und dabei täglich auf Neuerkrankte stoßen könnten, sind Dr. Samir Al-Hami und Dr. Bernd Schühle aus Fulda.

Vom Stich bis zum Strich

Prophylaktisch werden alle Patienten, die im Neuro Spine Center Dr. Al-Hami stationär aufgenommen werden sollen, vorab auf eine mögliche Covid-19-Infektion getestet. "Die Sicherheit unserer Patienten und des Personals gehen absolut vor", erklärt der Arzt im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Und das, obwohl bis heute nicht geklärt ist, ob die Krankenkassen die Kosten für die Testungen übernehmen werden. Bisher trägt das Neuro Spine Center sämtliche Gebühren.

Für den Antikörpertest benötigt es eine ...

Dr. Bernd Schühle vom Medizinischen Labor ...

Dr. Samir Al-Hami

Zwei oder drei Tage vor Aufnahme in die Klinik für Neurochirurgie wird den Patienten in der Münsterfeldallee ein Abstrich aus dem Rachen sowie der Nase entnommen. Beim PCR-Test wird überprüft, ob eine akute Corona-Infektion vorliegt. Hatte der Aufnahmewillige bereits vor einiger Zeit Corona, bleibt auch das nicht unentdeckt. Blut wird entnommen, um später im Labor auf Antikörper untersucht zu werden.

Rund 100 Meter Luftlinie von Al-Hamis Klinik entfernt, liegt das Medizinische Labor von Dr. Bernd Schühle. Hier landen sämtliche Tests aus dem Neuro Spine Center. Um den Ablauf vom Test bis zum Ergebnis - also vom Stich bis zum Strich- besser darstellen zu können (eine gewisse Neugierde spielte natürlich auch mit), haben O|N-Fotografin Carina Jirsch und Redakteurin Miriam Rommel sich selbst testen lassen.

Der Selbsttest

Beim Eintreten ins MVZ müssen die ...

Krankenschwester Irene Stefan hat alles im ...

Hier werden die Proben entnommen

Carina und ich sind am Montagvormittag mit Dr. Samir Al-Hami verabredet. Nach einer freundlichen Begrüßung erklärt der Arzt alles zum Ablauf des Testverfahrens. Im Anschluss begleitet er Carina und mich zum Empfang des Neuro Spine Centers - und überlässt uns dort den fachkundigen Händen der medizinischen Fachangestellten. Krankenschwester Irene Stefan übernimmt – und streicht bei beiden "Patientinnen" nacheinander Proben für den PCR-Test ab. Sie, in voller Schutzmontur, wir entspannt auf einer Liege. Die Entnahme dauert kaum eine Minute, nur der Nasenabstrich ist ein wenig unangenehm, aber gut zu ertragen.

Im Anschluss heißt es: "Faust machen". Auch die Blutentnahme geht fix. Ein paar Milliliter des roten Körpersaftes wandern in ein Röhrchen. Alles wird ordentlich beschriftet, eingetütet.

Alles wird ordentlich beschriftet

Mund und- Nasenabstrich genommen

Normalerweise werden die Proben (Übrigens testet Dr. Al-Hami seine Patienten und auch uns zusätzlich auf den Krankenhauskeim MRSA) gesammelt und noch am selben Tag ins Labor von Dr. Schühle gebracht. Wir umgehen diesen Schritt, nehmen Blut und Abstrich selbst mit und machen uns auf den Weg ins Medizinische Labor.

Dr. Schühle empfängt uns, die Proben werden übergeben. Jetzt dürfen wir uns im Labor umsehen. Der freundliche Arzt zeigt sämtliche Apparaturen und erklärt, wie diese funktionieren. Rund 400 Corona-Tests hat er in den vergangenen Wochen ausgewertet, unter zwei Dutzend waren positiv. Über 4.000 Testkits liegen bei ihm noch auf Reserve, für weiteren Nachschub, versichert er, könne er jederzeit sorgen.

Freie Kapazitäten

Als die Corona-Pandemie begann, meint Dr. Schühle, habe er aufgerüstet und die Gerätschaften besorgt, die zur Auswertung der Corona-Tests benötigt werden. Bis zu 400 Tests könnte er so täglich bearbeiten. Für uns heißt es nun, abzuwarten. Das PCR-Ergebnis soll am folgenden Tag vorliegen, ob eine von uns bereits eine unentdeckte Corona-Infektion durchgemacht und Antikörper gebildet hat, erfahren wir Montag.

Unsicherheit: Die Nacht ist unruhig

Dr. Schühle zeigt uns die Räume

Hier wird Blut untersucht

Als wir die medizinischen Räumlichkeiten verlassen, sind wir tiefenentspannt. Das ändert sich am Abend. Ich bekomme eine WhatsApp-Nachricht. Von den wenigen, die am Morgen getestet wurden, haben zwei Corona. Wer, weiß ich in diesem Moment nicht. Als ich Carina informiere, erzählt sie mir, dass das Labor versucht hat, sie anzurufen. Und das nach 21 Uhr. Die Nacht ist dementsprechend unruhig.

Die Aufklärung erfolgt am nächsten Tag: Zwei Männer haben sich infiziert, Carina und ich sind virenfrei. Glück für uns. Auch wenn wir "vorher" bereits sehr vorsichtig waren und uns grundsätzlich an die Hygienevorschriften halten, passen wir in den folgenden Tagen noch mehr auf. So schnell möchte keine von uns erneut zum Test – und bange Stunde verbringen.

Das Ergebnis vom Antikörpertest liegt am Montag vor. Bisher hat Dr. Al- Hami erst einen Patienten "gefunden", der eine unentdeckte Corona-Infektion durchlebt hat. Wir gehören nicht dazu, der Test ist negativ. (mr) +++


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