FULDA Ausgrabungen an der Weimarer Straße

Das ist ja wie im Mittelalter! - Archäologen fördern Erstaunliches zu Tage

27.06.20 - Es gilt als das Eldorado der Fuldaer Archäologie: das Areal zwischen der Weimarer und der Langebrückenstraße - nahe den Fulda-Auen und unweit des im Jahr 744 gegründeten Klosters Fulda. Dort entstehen derzeit sieben Häuser mit 86 Wohnungen. Und im Zuge der Bauarbeiten nutzten im vergangenen Jahr die Archäologen die Gunst der Stunde für Ausgrabungen, die jede Menge Artefakte aus dem Hochmittelalter zum Vorschein brachten.

Der Ausgrabungsplatz an der Weimarer Straße Fotos: Jonas Wenzel (Yowe)

Stadt- und Kreisarchäologin Melina Wingenfeld und ...

Seit Mai dieses Jahres tragen die Forscher erneut auf einer kleineren Parzelle Schicht um Schicht ab. Erste Ergebnisse dieser Arbeit stellten am Freitagmorgen die neue Stadt- und Kreisarchäologin Milena Wingenfeld sowie Grabungsleiter Dr. Thilo Warneke vom Marburger Institut Wissenschaftliche Baugrund-Archäologie (WiBa) vor.

Johannes Heller von der Magistratspressestelle

"Bereits in den Jahren 1898/99 hat Professor Joseph Vonderau hier gegraben", erklärt Milena Wingenfeld. Der Namensgeber des hiesigen Museums und Nestor der Frühgeschichtsforschung sei damals unter anderem auf hölzerne Pfähle gestoßen. "Vonderau nahm an, dass hier sehr früh eine Pfahlbausiedlung gewesen ist. Erst eine erneute Untersuchung seiner Ausgrabungsstücke hundert Jahre später ergab, dass es sich eher um eine Mühle gehandelt haben muss zur Versorgung des benachbarten Klosters."

Professor Klaus Dobiat, Geschäftsführer der Wissenschaftlichen ...

Fundstücke

Die Ausgrabungsarbeiten der letzten Wochen seien für Archäologen eher untypisch gewesen, erklärt Grabungsleiter Warneke: "Normalerweise sind die jüngsten Schichten ganz oben und die ältesten ganz unten. Da es sich hier aber um Schwemmland handelt, durchmischen sich hier Funde aus 8.000 Jahren auf einer Höhe." So wurden nicht nur Tierknochen, Keramikscherben, Lederbänder und Holzpfosten aus dem Frühmittelalter entdeckt, sondern auch ein Stück eines Messers aus der Steinzeit, also 6.000 Jahre vor Christus.

Die Ausgrabungen sollen nächste Woche abgeschlossen werden. Bis die Funde, die erstmal von einem Restaurator präpariert werden, ausgewertet sind, wird es sicherlich nochmal ein Jahr dauern. Für Archäologin Milena Wingenfeld steht aber schon heute fest: "Alles spricht dafür, dass das Grundstück hier schon bald nach Klostergründung ein Versorgungsareal für die Mönche war." (mw) +++


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