FULDA Drei Örtlichkeiten statt einer

IHK-Wirtschaftstag digital: Megathema Nachhaltigkeit bewegt den Mittelstand

11.09.20 - Corona macht kreativ: Der diesjährige IHK-Wirtschaftstag findet aufgrund der Hygienebestimmungen nicht nur in der Orangerie statt, sondern wird gleichzeitig live ins Morgensternhaus und in den Azubikampus pings gestreamt. Im Fokus steht das Megathema Nachhaltigkeit, das in Zeiten von Klimawandel und Fachkräftemangel auch den regionalen Mittelstand bewegt.

TV-Moderatorin und UN-Botschafterin Nina Ruge Fotos: Martin Engel

Dass Nachhaltigkeit kein reines Modewort ist, stellte IHK-Präsident Dr. Christian Gebhardt in seinem Grußwort klar: "Unser Haus brennt, und wir schauen weg. Die geschundene, ausgebeutete Natur kann sich nicht mehr regenerieren. Die Erde und die Menschheit sind in großer Gefahr." Das Zitat aus der Rede des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac auf dem Erdgipfel 2002 soll die Dringlichkeit der Thematik vor Augen führen, praktische Anregungen für unternehmerische und persönliche Tätigkeiten geben die geladenen Referenten mit auf den Weg. Neu in diesem Jahr ist eine Podiumsdiskussion, die von TV-Moderatorin Nina Ruge, Botschafterin der UN-Dekade Biologische Vielfalt, geleitet wird. Unternehmer aus dem ganzen Bundesgebiet erläutern, wie nachhaltige Geschäftsmodelle profitabel sein können.

Im Fokus des IHK-Wirtschaftstages steht das ...

Besondere Herausforderung: Der Wirtschaftstag wurde an ...

IHK-Präsident Dr. Christian Gebhardt


Ruge verdeutlichte die Dimensionen des Klimawandels und die Notwendigkeit eines Wandels: "'Wir in der westlichen Welt haben den Steuerknüppel in der Hand', hat Joschka Fischer gesagt. Das Virus ist vielleicht ein Weckruf zur rechten Zeit. Nachhaltige Produktion steigert die Kosten, deshalb sind globale Regelungen nötig. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau hat errechnet, dass sich 80 Prozent der Industrieemissionen durch grüne Technologien sowie Verbesserungen im Bereich Maschinenbau, Investitionsgüter und Wasserstofftechnologie einsparen lassen." Auch Professor Dr. Henning Vöpel vom hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut erläuterte, dass die Wirtschaft die Erneuerung durchsetzen müsse: "Zwar wird die Coronakrise nicht durch Märkte allein gelöst, es braucht einen starken Staat. Aber der Strukturwandel bringt große Umbrüche, die durch Innovationen bewältigt werden müssen. Am Beispiel der Automobilindustrie: Es wird nicht ausreichen, den Verbrennungsmotor weiter zu verbessern."


Nachhaltigkeit ist im Kampf um den Nachwuchs zum Attraktivitätsfaktor von Unternehmen geworden: "Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist der Fachkräftemangel – trotz Corona – langfristig eine der größten Herausforderungen für unsere Wirtschaft. Noch immer kommen bei uns auf einen Ausbildungswilligen fast zwei offene Ausbildungsplätze. Wenn Sie Nachhaltigkeit zu Ihrem Thema machen, wecken Sie damit das Interesse junger Menschen für unseren Landkreis", so Gebhardt. Intelligente nachhaltige Lösungen könnten die Rentabilität von Unternehmen für die Zukunft sichern. Eigeninitiative sei allerdings nötig: "Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie vernetzt und verwundbar unser Wirtschaftssystem ist. In kürzester Zeit brach das Bruttoinlandsprodukt zweistellig ein und die Arbeitslosigkeit schnellte nach oben. Viele Unternehmen kämpfen um ihre Existenz. Nur die großzügigen staatlichen Unterstützungsprogramme haben uns vor einem noch drastischeren Niedergang unserer Wirtschaft bewahrt. Und jetzt soll der Staat noch die Umwelt retten? Unterstützungsprogramme alleine werden den Klimawandel nicht verhindern! Wissenschaftlichen Studien zufolge liegen bei einem moderaten Temperaturanstieg die jährlichen Kosten in diesem Bereich in Deutschland bei bis zu 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes."


Gerade die Region Fulda biete aber gute Beispiele für nachhaltige Wirtschaft: Das Biosphärenreservat und der Leuchtturm Sternenpark seien nicht nur für die Flora und Fauna von Vorteil. Auch die Tourismuswirtschaft als wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region profitiere davon, so Gebhardt. In den Tagungsunterlagen fanden die Teilnehmer als Anregung deswegen Planungshilfen für eine umweltverträgliche Beleuchtung von Arbeitsstätten, Parkplätzen und Werbeanlagen, die das Biosphärenreservat herausgegeben hat. Damit könnten die Unternehmer einen wichtigen Beitrag leisten, "damit die Sterne über uns noch ein wenig heller leuchten", wie Gebhardt formulierte. (mau) +++


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