Die Polizei ist derzeit täglich mit mehreren hundert Kräften im Einsatz. - Archivfoto: O|N / Luisa Diegel

HOMBERG (OHM) "Ereignisreiche und dynamische Tage"

A49: Polizeisprecher wollen für Situation der Einsatzkräfte sensibilisieren

13.10.20 - Die Rodungen für den Weiterbau der A49 haben vor zwölf Tagen erst begonnen - doch schon jetzt liegen für die Einsatzkräfte "ereignisreiche und dynamische" Tage hinter ihnen. Mit vielen Hundert Polizisten waren und sind sie derzeit nahezu täglich im Einsatz, "um friedliche Meinungskundgebungen zu ermöglichen und die Baumaßnahmen zu begleiten, damit niemand zu Schaden kommt". Dies sorgt natürlich auch für Aufruhr bei den Anwohnern. 

Jochen Wegmann und Sylvia Frech

Die beiden Homberger Stadtteile Maulbach (400 Einwohner) und Dannenrod (180 Einwohner) stehen derzeit in den Schlagzeilen wie keine anderen Ortschaften im Vogelsbergkreis. Tagtäglich herrscht dort aufgrund der Rodungsarbeiten und der Baumbesetzer ein hohes Polizeiaufkommen. Ausnahmezustand in den eigentlich idyllischen Orten: "Das verstehen wir", erklären die beiden Einsatzpressesprecher Sylvia Frech und Jochen Wegmann. "Deshalb versprechen wir, dass die Einsatzleitung die eingesetzten Polizisten im Hinblick auf diese für alle besondere Einsatzsituation sensibilisiert." Doch auch für die Einsatzkräfte vor Ort ist dieser besondere Einsatz eine Herausforderung. "So begeben sie sich zum Beispiel bei Rettungsaktionen in Baumkronen und unter fragilen Barrikaden selbst mehrfach täglich in große Gefahr. Kolleginnen und Kollegen an den Absperrungen sind permanenten, teilweise heftigen, Beschimpfungen und Beleidigungen ausgesetzt."

Video von Gerangel ging viral

Ein Video von einem Polizeieinsatz in Maulbach ging über YouTube unter dem Titel "Jagdszenen in Maulbach" bei den Gegnern der A49 vergangene Woche viral. Das Video zeigt ein Gerangel zwischen einem Unbekannten und der Polizei und sorgte für Unmut bei einigen Anwohnern und den Autobahngegnern. "Man sollte nicht von Momentaufnahmen auf das gesamte polizeiliche Handeln schließen", schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. "Gerade Bilder und Videos zeigen meistens nur einen kurzen Abriss eines Gesamtereignisses. Wie es dazu kam und was anschließend folgte, lässt sich daran häufig nicht ablesen. Eine neutrale Meinungsbildung auf dieser Basis ist kaum möglich."

Die Polizei macht noch einmal deutlich: "Die Aufgabe der Einsatzkräfte ist es, für Recht und Gesetz einzustehen und dieses durchzusetzen. Dies versuchen wir, mit vielfältigen kommunikativen Mitteln zu bewältigen. Dieser kommunikative Ansatz wird jedoch immer wieder ignoriert und Einzelne kommen den Anweisungen der Kolleginnen und Kollegen trotz mehrfacher Aufforderung nicht nach. Da die Weisungen aber durchgesetzt werden müssen, sind in wenigen Fällen leider auch Zwangsmaßnahmen erforderlich. Diese müssen natürlich unter den Kriterien der Verhältnismäßigkeit erfolgen. Wer diese nicht gewahrt sieht, hat selbstverständlich jede rechtliche Möglichkeit, diese überprüfen zu lassen."

Kritik von Journalisten

Kritik musste die Polizei auch von einigen Journalisten einstecken, die teilweise auch über Twitter ihren Unmut kund taten, weil sie von Einsatzstellen und den aktuellen Geschehnissen im Forst von dem Beamten zurückgehalten wurden. Die Aktivisten twitterten: "Lasst die Presse rein!". 

Auch dazu nehmen Frech und Wegmann nun Stellung: "Gerade uns als Sprechern der Polizei ist es immens wichtig, dass Medienvertreterinnen und Medienvertreter vor Ort die Möglichkeit haben, sich ein eigenes, unmittelbares Bild der Einsatzmaßnahmen zu machen", erläutern sie. "Sie sind das neutrale Auge, welches unser Handeln transparent macht. Wir tun alles dafür, dass Sie bestmöglich betreut werden. Die Gegebenheiten vor Ort machen dies manchmal schwierig, denn gemeinsam müssen wir dazu die speziell für Sie ausgewiesenen Bereiche betreten, was nicht nur mit weiten Wegen, sondern auch mit Beeinträchtigungen durch die hohen Sicherheitsmaßnahmen wegen der Fällarbeiten verbunden ist. Unser oberstes Gebot ist es auch hier, dass nichts passiert", richten sich Wegmann und Frech an die Presse. (ld) +++


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