FFH-Chef Marco Maier - Fotos: Moritz Pappert

BAD VILBEL So wirkt sich die Krise auf Radio aus!

FFH-Chef Marco Maier: "Durch Corona haben wir so viele Hörer wie noch nie"

25.10.20 - Hit Radio FFH ist mit über 2,7 Millionen Hörern am Tag der erfolgreichste Radiosender in Hessen. Auch deshalb waren es große Fußstapfen, in die Geschäftsführer Marco Maier (48) im Mai 2019 getreten ist. Sein Vorgänger war Radio-Pionier Hans-Dieter Hillmoth (67). Er hatte das Unternehmen 1988 gegründet. Im Interview mit OSTHESSEN|NEWS spricht Nachfolger Maier über die Corona-Krise, die Zukunft des Radios und den Abgang von Moderator Felix Moese.

Marco Maier ist Chef von insgesamt 105 Mitarbeitern bei FFH. Zuvor war der 48-Jährige vier Jahre lang Geschäftsführer bei Antenne Thüringen. "Die Möglichkeit, zu FFH zu gehen, war eine Entscheidung, bei der ich nicht lange überlegen musste", sagt Maier im O|N-Gespräch. Sein Ziel ist es: "FFH in den richtigen Wegen zu halten und weiterzuentwickeln." Womit aber keiner gerechnet hat: Die Corona-Pandemie. Auch FFH ist von der Krise betroffen, besonders im Bereich des Werbemarktes. Aber dennoch: FFH hat so viele Hörer wie noch nie. "Die Heimat, die der Hörer sucht, die Nähe zu den gewohnten Stimmen, gerade in den schweren Zeiten, hat uns extrem gutgetan. Auch, weil erneut das Gefühl bestätigt wurde, dass FFH für die Leute sehr wichtig ist", sagt Maier.

"Gehören zum Leben vieler Hessen dazu"

Marco Maier vor dem Funkhaus in Bad Vilbel ...

Die Corona-Strategie bei FFH sei auch weiterhin, mit Fakten zu arbeiten, statt mit Alarmismus und Panikmache. Kurzarbeit gab es bei den Beschäftigten im Funkhaus Bad Vilbel bisher nicht. Stattdessen wurden mobile Strukturen entwickelt. "Unser Hauptaugenmerk war, dass das Unternehmen stabil bleibt. Das hat ganz gut geklappt, auch wenn es kein gutes Jahr ist, aber es ist ja noch nicht zu Ende", sagt der Geschäftsführer im Funkhaus.

Die Moderatoren Daniel Fischer und Julia Nestle ...Foto: FFH

Für das Radio im Allgemeinen sei die Pandemie aber auch eine Riesenchance gewesen. "Radio ist nicht nur das Nebenbei-Medium, sondern eine Quelle mit hochwertigem Informationscharakter. Wir haben 35 ausgebildete Journalisten, sechs Regionalstudios, eine sehr ausgeprägte regionale Berichterstattung, zudem eine starke Nachrichtenredaktion. In der Corona-Krise ist das natürlich ein großes Pfund, da der Informationsbedarf sehr hoch ist. "Das hat uns gezeigt, dass wir mehr sind, als nur ein Radio-Sender und zum Leben von vielen Hessen dazu gehören", sagt Maier zu OSTHESSEN|NEWS.

"FFH und große Veranstaltungen gehören zusammen"

FFH Just white beim Hessentag 2019

Die Absage des Hessentages 2020 in der FFH-Heimat Bad Vilbel war auch für den Sender ein herber Rückschlag. "Es war eine große Arena geplant mit 20.000 Zuschauern, Just-White wäre gigantisch geworden. Wie die künftigen Hessentage aussehen müssen wir abwarten.", sagt der FFH-Chef. Aber: "FFH und große Veranstaltungen gehören zusammen. Für die Zukunft haben wir schon einige konkrete Projekte im Kopf." Auch in Zukunft will Maier ein rundes Programm anbieten, dass Impulse setzt, sodass die Leute weiterhin FFH lieben und einschalten. "Die digitale Transformation ist in vollem Gange. Wir müssen aber auch auf unser Kerngeschäft, gutes Radioprogramm, achten", sagt Maier. Er will in den nächsten Jahren das Unternehmen zukunftsfest machen und digital nach vorne bringen.

Beim Hessenfest 2019 in Berlin: Der neue FFH-Chef Marco Meier zusammen mit seinem Vorgänger Hans-Dieter Hillmoth und FFH-Nachrichtenchef Patrik Baum. ...Foto: Archiv

Vor wenigen Wochen war FFH in den Medien wegen des Abgangs des beliebten Moderators Felix Moese. "Wir haben mit Felix geredet und waren uns einig, dass wir künftig nicht mehr zusammenarbeiten wollen. Er hat es sehr verständnisvoll aufgenommen. Die Trennung war wesentlich harmloser, als in den Medien dargestellt", erklärt Maier den Ausstieg von Moese. Und noch etwas wird sich bei FFH ändern: Laut einem Artikel im Blickpunkt des DJV wird Maier an Heiligabend nicht vor dem Mikrofon sitzen. Der leidenschaftliche Sportreporter kenne seine Grenzen und will "den Hörern das Weihnachtsfest nicht vermiesen." (Moritz Pappert)++


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