Susanne Watts liest O|N in North-Dakota und wählt Donald Trump - Foto: privat

NORTH-DAKOTA/USA "Er hat geliefert"

"Ich wähle Donald Trump!" - Susanne Schenk Watts stammt aus Burghaun

25.10.20 - "Einen wunderschönen guten Morgen aus North Dakota, USA von einer ehemaligen Osthessin!" beginnt die Mail, die uns aktuell aus den USA erreicht. "Ich habe gerade Ihren Artikel, "Am 3.11. wählt die USA" gelesen, in dem Sie nach einheimischen Trump-Anhängern suchen. Ich wohne allerdings nicht mehr in Osthessen, sondern in den USA. Falls Sie niemanden finden, der sich öffentlich als Trump-Unterstützer in Fulda und Umgebung outed, dann stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung." Wir haben das Angebot gerne aufgegriffen und Frau Schenk Watts gebeten, uns die Gründe für ihre Wahlentscheidung für Donald Trump zu erläutern. Hier ihre Antwort:

"Mein Name ist Susanne Schenk Watts, ich bin 49 Jahre alt, und ursprünglich aus Burghaun. Ich bin seit 1994 in USA, zuerst an der Süd-Ostküste (North Carolina) und seit 4 Jahren in North Dakota. Ich habe fast 19 Jahre bei einer Credit Union in North Carolina als Financial Services Manager gearbeitet bevor mein Mann und ich uns entschlossen haben, nochmal die Schulbank zu drücken. Dadurch sind wir in North Dakota gelandet, wo ich im Mai 2020 meinen Masters of Arts in History abgeschlossen habe. Mein Mann schließt im Mai 2021 seinen Masters of Science in Petroleum Engineering ab. Ich bin ich seit September 2002 US-Staatsbürgerin, so dass ich also wählen darf.

Wahlkampf wie in einer Blase

Persönlich erlebe ich den Wahlkampf in einer Blase. North Dakota ist Teil der sogenannten "fly-over" states – also die Bundesstaaten des mittleren Westens, die gerne vergessen werden, da sie für die Wahl nicht unbedingt ausschlaggebend sind. North Dakota ist sehr ländlich, geprägt von großen Landwirtschaftsbetrieben und seit den letzten Jahrzehnten auch wieder von der Öl Industrie. Die Menschen hier sind sehr bodenbeständig, harte und fleißige Arbeiter, offen. Die große Mehrzahl der weißen Einwohner stammt von deutschen, skandinavischen, und Russland-Deutschen Einwanderern ab – alles in allem verkörpern sie für mich für was Amerika steht. Donald Trump hat in 2016 51 der 53 Landkreise in North Dakota gewonnen, knapp 63% der abgegebenen Wahlstimmen fielen auf ihn.

Bei dieser Wahl wird es nicht viel anders ausgehen. An meiner jetzigen Arbeit sind die meisten meiner Kollegen/Kolleginnen ganz offen pro-Trump. Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie mit seiner Verhaltensweise übereinstimmen. Aber sie sehen, was er in den letzten 4 Jahren erreicht hat – trotz all der Hindernisse, die die Democrats ihn in den Weg gelegt haben. Wir sehen, dass die Democrats seit vier Jahren eine Blockadepolitik gegen Trump betreiben. Wir sehen auch, dass Trumps Erfolge kaum bis wenig Lob in den regulären Medien bekommen. Über das Wirtschaftswachstum, niedrigste Arbeitslosenquote besonders für Minderheiten (African-Americans, Hispanic/Latino-Americans), Erhöhung des NASA Haushaltes, massive Erhöhung der finanziellen Fördermittel für die sogenannten HBCUs (historische Universitaeten der African-Americans), Reform des Bundes-Strafvollzugswesen, eine neue Ausrichtung der US Außenpolitik bzgl. Iran/Mittlerer Osten/Nord Korea, den Abzug von US Truppen aus Kriegs-/Krisengebieten, und die lang fällige Neuorientierung mit dem Handelspartner China wird zum großen Teil mit negativem Hintergrund berichtet.

Die Leute hier in North Dakota merken, dass die Berichterstattung der Medien oft nicht mit ihrer Realität übereinstimmt. Wir messen Trump nicht an seinem Charakter (ein eben von sich überzeugter, großprotziger New Yorker), sondern an seiner Politik und was er bisher erreicht hat. Und da gilt einfach, er hat geliefert. Trump spricht Klartext, er ist genau das, was die Politikerklasse in Washington DC nicht ist. Ich hoffe das die Wähler sehen, das die angebliche Spaltung des Landes nicht auf Trumps Politik zurück zu führen ist, sondern das dies auf die Rechnung von Karriere Politiker geht, die seit Jahrzehnten eine Politik fern der breiten Mittelschicht führen.

Natinalstolz ist okay!

Was für mich auch wichtig ist, das Trump Leuten das Gefühl vermittelt, dass es völlig okay ist, Nationalstolz zu haben, und dass es die Pflicht eines Staates/einer Regierung ist, sich in erster Linie um die eigenen Bürger zu kümmern. Dieses "America First" stößt natürlich in Deutschland auf, wo Nationalstolz/Liebe zum eigenen Land argwöhnisch gesehen wird.

Laut Medien wird Biden die Wahl haushoch gewinnen, aber die lagen 2016 auch falsch. Ich nehme an, dass die Dunkelziffer der Trump Wähler/Unterstützer dieses Jahr noch höher liegt, weil sich viele Leute nicht beleidigen lassen wollen, oder als "Rassist/Homophob/Xenophob/Intolerant, etc." bezeichnet werden wollen. Denn das bin weder ich noch sind es die Trump Unterstützer in meinem Freundes-und Bekanntenkreis."+++


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