Private Musikschulbetreiber in der Corona-Krise stehen vor großen Herausforderungen. V.l.n.r.: Mary Klee, Manuel Schönherr, Ralf Thomas und Christian Brandenstein (es fehlen Klaus Pfeffer und Nathalie Piskorz). - Foto: privat

FULDA Die Erleichterung ist groß!

Musikschulen dürfen ihre Pforten öffnen: "Unser Einsatz hat sich gelohnt"

07.11.20 - Die erste Woche des zweiten Lockdown bereitete den Musiklehrern in Hessen starke Bauchschmerzen: Der Präsenz-Einzelunterricht vor Ort durfte bis Ende November nicht mehr stattfinden - eine bundesweit einheitliche Regelung gab es nicht. Das sorgte bei den privaten Musikschulbetreibern für Kopfschütteln und Empörung. "Musikschulen sollten als Bildungsstätten anerkannt werden. Es wird nicht bedacht, welche Kompetenzen bei den Schülern von uns gefördert werden", erklärt Christian Brandenstein von der Musikschule Ebert in Fulda stellvertretend für seine Kollegen. Am Freitagmittag dann die Erleichterung: Die Institutionen dürfen in Hessen ab sofort wieder ihre Pforten öffnen.  

Christian Brandenstein forderte einheitliche Regelungen, wie die anderen privaten Musikschulen. ...

Desinfektionsmittel stehen bereit.

Hygienemaßnahmen werden eingehalten.

Seit Beginn der Pandemie sind schon einige Monate vergangen. Schwierige Monate in denen auch Musikschulen sich intensiv mit den Hygienekonzepten auseinandersetzen konnten. "Inzwischen liegen wir sogar deutlich über den Standards. Vor Ort wird regelmäßig gelüftet, wir haben Plexiglaswände aufgestellt und Desinfektionsmittel aufgestellt. Wir haben auch keinen Durchgangsverkehr - jeder Schüler ist angemeldet, somit können wir Infektionsketten leicht rückverfolgen", erklärt der 28-Jährige gegenüber O|N

Großer Unmut: Keine einheitlichen Regelungen 

Trotz aller durchdachten Konzepte durfte der Einzelunterricht nicht mehr in den Räumlichkeiten der Musikschule stattfinden. "Wir haben Verständnis für die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, aber dass die Regelungen so unterschiedlich gehandhabt wurden, hat uns entsetzt. Das war absolut nicht nachvollziehbar", so der Musiklehrer. Einige staatlich anerkannte Musikschulen, wie die Musikschule Ebert, besitzen eine Zertifizierung als Bildungsstätte. "Wir werden wie Freizeiteinrichtungen abgestempelt - wir haben uns im Stich gelassen gefühlt." Nur drei Bundesländer mussten den Einzelunterricht auf Eis legen: Hessen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Seit Donnerstag ist NRW von der Regelung jedoch wieder befreit. 

Landesregierung kippt Schließung 

Manuel Schönherr von der Musikschule Mollenhauer startete Anfang November eine Online-Petition - diese erreichte innerhalb von wenigen Tagen 6.000 Unterschriften. Mary Klee von der Musikschule Klee leitete zudem rechtliche Schritte ein. Die Betroffenen - Musikschule Klangzeit, ffortissimo, Klee, Bachrain, Ebert und Mollenhauer - sind über die Rücknahme des Unterricht-Verbots der Landesregierung am Freitag sehr froh und erklärten gemeinsam: "Das Engagement der letzten Tage hat sich gelohnt. Wir haben auf unser Problem aufmerksam gemacht, Petitionen gestartet, Texte verfasst, waren im Radio und in den Printmedien präsent und haben gemeinsam erreicht, dass wir wieder öffnen dürfen." Dank gelte allen Beteiligten, die in welcher Form auch immer unterstützt haben. "Gemeinsam kann man vieles möglich machen. Natürlich sind wir uns bewusst, dass Abstands- und Hygieneregeln für den Schutz unser Schüler gerade in der kalten Jahreszeit wichtig sind und wir werden diese gewissenhaft umsetzen."

Das Musizieren habe gerade in Zeiten von Kontaktverboten und sozialer Isolation an Bedeutung gewonnen. "Die Beschäftigung mit einem Instrument kann einen guten Ausgleich bieten." Denn eins steht fest: "Ohne Kunst und Musik wird es still." (Maria Franco) +++


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