Ihre ersten zwei Bücher hat Vanessa Krust schon in einem Verlag veröffentlicht. Ein drittes Buch soll bald folgen. - Fotos: privat

WILDECK Schon zwei Werke veröffentlicht!

Autorin Vanessa Krust will ihr Hobby zum Beruf machen

10.11.20 - Vanessa Krust hat ihr Hobby zwar noch nicht zu ihrem Beruf gemacht, allerdings ist sie auf einem guten Weg dahin. Die Autorin hat bereits zwei Bücher veröffentlicht und ein drittes Werk ist bereits in Planung. Krust, die in Wildeck-Hönebach (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) aufgewachsen ist, berichtet im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS von der Arbeit ihrer epischen Werke.

OSTHESSEN|NEWS: Wann haben Sie sich dazu entschlossen, Ihr erstes eigenes Buch zu schreiben? 
 
Vanessa Krust: Eine wirkliche Entscheidung dazu gab es nicht. Kleinere Geschichten schreibe ich schon seit der Grundschulzeit, einfach, weil es mir immer Spaß gemacht hat, mir etwas auszudenken. Umso älter ich wurde, umso länger wurden die Geschichten. Aber ich habe immer nur für mich geschrieben. Lesen durfte die bis dahin niemand. In 2018 habe ich mich dann entschieden, ein beendetes Manuskript auf "gut Glück" an einen kleinen Verlag zu senden. Ich hatte damals noch keine Ahnung von der Buch- und Verlagswelt und wollte es einfach mal versuchen. Kurz darauf hatte ich dann die Zusage für "Ein Sturkopf zu Weihnachten" und wenig später auch die für "& Plötzlich das Schicksal". Erst danach wurde mir bewusst, dass ich nicht länger nur für mich selbst schreiben möchte. 
 
O|N: Wie kommt ein solches Buch zustande und wie sieht die Arbeit beim Schreiben aus? 
 
Krust: Ein Buch zu schreiben ist eine einsame Arbeit, die viel Geduld braucht, weil man viele Stunden allein vor dem Computer verbringt. Zuerst benötigt man eine Idee, die einen selbst so sehr fesselt, dass man nicht nach wenigen Tagen die Lust daran verliert. Das kann durchaus vorkommen. Diese Idee muss man dann ausbauen, daraus eine Geschichte entwickeln. "Plotten" ist der Fachbegriff dafür. Man muss sich des zentralen Konfliktes bewusst sein und darum die Handlung entwickeln. Zudem muss man die Figuren ausbauen, da reichen Name, Alter und Geschlecht nicht aus. Eigenschaften, Vergangenheit, familiäre Hintergründe – man erstellt sozusagen einen Steckbrief zu einer nicht-existenten Person. Hat man das alles dann, also sein "Grundgerüst" für die Handlung sowie die Steckbriefe, kann man mit Schreiben loslegen. Und das ist noch zeitaufwendiger als die Planung. Ein Kurzroman beginnt bei 50.000 Wörter, nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Wenn man sich ausrechnet, dass man pro Tag vielleicht 1.000 bis 2.000 Wörter neben dem Hauptjob schafft, weiß man, wie lange es dauert, bis die Rohfassung fertiggestellt ist. Danach geht es dann ans Korrigieren, Überarbeiten, gegebenenfalls umschreiben…  Und erst danach an das Finden eines Verlages, was ebenfalls mit viel Aufwand verbunden ist. Man bewirbt sich quasi ähnlich wie bei einem Job und benötigt neben einem gewissen Maß an Talent natürlich auch viel Glück, da sich unzählige Schreiber bei Verlagen bewerben.  
 

Ihr Buch "In Flames" hat sie nicht in einem Verlag veröffentlicht. Das Werk ist ein Self-Publishing Buch ...

O|N: Welche Themen behanden Sie in ihren Büchern und was sind Ihre Inspirationen? 
 
Krust: Meine Bücher sind in der Regel immer Liebesgeschichten. Zumindest spielt die Liebe immer eine zentrale Rolle. Die Themen sind allerdings, wenigstens in meinen Augen, sehr verschieden. In "&Plötzlich das Schicksal" geht es zum Beispiel um ein magersüchtiges Mädchen. In "In Flames – Flammende Herzen" um eine junge Frau, die sich ihrer tragischen Vergangenheit stellen muss. Und in "Melody of Life – Unter deinen Flügeln" um ein Mädchen, dass gegen ihre Krebserkrankung ankämpft. Man sieht also, dass die Bücher nicht immer leichte Kost sind. Ich mag es nicht, wenn immer alles eitel Sonnenschein ist. So ist es im realen Leben auch nicht. Jeder Mensch kämpft gegen seine persönlichen Dämonen. Auch meine Protagonisten tun das. Die Inspirationen hole ich mir meistens aus Dingen, die ich selbst erlebt habe. Manchmal ist es eine Person, manchmal ein Moment oder ein Gespräch und ich habe eine Idee. Oftmals inspiriert mich aber auch Musik oder bestimmte Songtexte. Bei "Melody of Life – Unter deinen Flügeln" war es zum Beispiel die Krebserkrankung meines Opas und die Frage meiner kleinen Schwester, ob er nun, nach seinem Tod, ein Schutzengel ist und auf uns aufpasst, die mich dazu gebracht haben, diese Geschichte zu schreiben.  
 
O|N: Gibt es für Sie Vorbilder in der Epik, an denen sie sich orientieren? 
 
Krust: Richtig orientieren tue ich mich an niemanden, denn ich möchte meinen eigenen Weg gehen. Wie der aussieht, weiß ich zwar noch nicht, aber das ist ja der Reiz daran. Allerdings bin ich ein besonderer Fan von J.K. Rowling. Ich bewundere sie dafür, dass sie sich trotz einiger Absagen bei namhaften Verlagen nicht unterkriegen lassen hat und weiter für ihre Geschichten gekämpft hat. Mit Erfolg, immerhin ist Harry Potter auf der ganzen Welt bekannt geworden. Außerdem finde ich Sebastian Fitzek genial, der trotz seiner großen Erfolge absolut bodenständig und ein humorvoller Mensch ist, der für das Schreiben seiner Geschichten brennt. Auch, wenn er in einem ganz anderen Genre als ich schreibt.  
 
O|N: Wie schwierig ist es gerade während der Corona-Krise Aufmerksamkeit für solche Bücher zu bekommen? 
 
Krust: Eigentlich ist es nicht schwierig. Natürlich fallen Lesungen aus und auch in Kontakt mit Buchhandlungen zu treten ist schwieriger geworden. Aber ich denke, gerade die Buchbranche hat nicht ganz so viel mit der Corona-Krise zu kämpfen. Bücher werden immer noch gelesen, vielleicht sogar noch mehr als zuvor, weil viele Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen. Und die Werbung findet sowieso meistens online statt, zum Beispiel auf Instagram, Facebook oder Websites. Daher denke ich, dass wir großes Glück haben. 
 
O|N: Können Sie sich vorstellen auch hauptberuflich, als Autorin zu arbeiten oder soll es weiterhin ein "Hobby" bleiben? 
 
Krust: Ich liebe das Schreiben von Büchern. Und natürlich ist es mein großer Traum, damit irgendwann so viel Geld zu verdienen, dass ich davon leben kann. Das ist auch nicht unmöglich, wie viele Autorenkollegen gezeigt haben. Es erfordert allerdings viel Geduld, Arbeit und Zeit, sodass ich mich in der nahen Zukunft zumindest nicht als hauptberufliche Autorin sehe. Außerdem liebe ich auch meinen Job als Lehrerin und die Arbeit mit den Kindern und ich weiß nicht, ob ich bereit dazu wäre, diese Tätigkeit ganz aufzugeben. Aber dennoch schließe ich es natürlich nicht kategorisch aus. Wer weiß, was die Zukunft so bringt. (Kevin Kunze)+++


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