Fragen und Antworten zur Corona-Impfung - Grafik O|N

REGION Der O|N-Impf-Guide klärt auf!

Die Corona-Impfung: Fragen und Antworten im Überblick

20.06.21 - Der Kampf gegen die Corona-Pandemie geht weiter. Seit dem 27. Dezember wird nun in ganz Deutschland fleißig geimpft, um möglichst bald wieder zur Normalität zurückzukommen. Während mobile Impfteams zunächst in Alten- und Pflegeheimen unterwegs sind, sollen demnächst auch die ersten Impfzentren in Betrieb genommen werden. Doch wer wird als nächstes geimpft? Und wie kommen Impfwillige an einen Termin? OSTHESSEN|NEWS klärt alle Fragen rund um die Corona-Impfung.


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  • Wie gut schützt die erste Impfung?

Die gute Nachricht am 03. Mai 2021: 23.498.821 Menschen haben ihre erste Impfung gegen das neuartige Coronavirus erhalten. Das entspricht 28,3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. 8,0 Prozent haben sogar schon die zweite Impfung erhalten und damit einen sehr guten Schutz vor einer Corona Erkrankung. Während sich Politikerinnen schon zu Öffnungsdebatten hinreißen lassen, fragen sich viele Menschen wie gut sie denn nun nach der ersten Impfung vor einer Infektion geschützt sind.

Nach aktuellen Studien kann man davon ausgehen, dass schon die erste Impfung für einen guten Schutz sorgt. Der Impfstoff von AstraZeneca schützt nach der ersten Dosis: Schwere Verläufe wurden in einer schottischen Studie an 490.000 Menschen zu 94 Prozent reduziert. Auch der Impfstoff von Biontech konnte schwere Verläufe in einer schottischen Studie an 650.000 Menschen zu 94 Prozent reduziert. Außerdem fanden britische Forscher der Universität Oxford heraus, dass das Risiko sich überhaupt mit Corona zu infizieren, was auch leichte Verläufe mit einbezieht, insgesamt um bis zu 65 Prozent drei Wochen nach der ersten Dosis gesunken ist.

Bei der Beobachtung von 57.000 Menschen durch die britische Gesundheitsbehörde zeigte sich außerdem ein Rückgang in der Übertragbarkeit an andere Personen. 14 Tage nach der Erstimpfung waren die Menschen zu 38-49 Prozent weniger ansteckend für weitere Mitbewohner des gleichen Haushaltes.

Diese Zahlen machen Hoffnung, dass ein weiterer Impffortschritt schon in nächster Zeit zu einer Entlastung und zu einem Rückgang der Infektionszahlen führt. Auch wenn die Daten aus England sehr positiv sind, sollten alle Menschen die AHA-L Regeln befolgen und sich auch bei einem gewissen Grundschutz durch die erste Impfung nicht zu leichtsinnigem Verhalten hinreißen lassen. In einigen Ländern hat eine fortschreitende Impfkampagne zu einer erhöhten Mobilität der Bevölkerung geführt, da sich die Menschen zu sicher fühlten. Somit setzt Leichtsinn den kleinen Erfolg der letzten Woche unter Umständen aufs Spiel.

  • Was muss ich zur Impfung mitbringen?

Man sollte den Impfausweis, die elektronische Gesundheitskarte und den Personalausweis mitbringen. Zusätzlich sollte man gegebenenfalls seine Impfberechtigung mitbringen. Dazu zählen eine Arbeitgeberbescheinigung oder zum Beispiel ein Pflegegrad der Verwandten oder eine Bescheinigung über eine Schwangerschaft. Ratsam ist es auch, den Medikamentenplan mitzunehmen.

  • Zweitimpfung lieber auch mit AstraZeneca

Laut der aktuellen Empfehlung der STIKO sollen unter 60-Jährige Menschen, die schon eine Impfung mit AstraZeneca erhalten haben, bei der zweiten Dosis einen mRNA-Impfstoff verabreicht bekommen. Jedoch können sich Personen unter 60 Jahren im Impfzentrum für eine zweite Impfung mit AstraZeneca entscheiden. Hierfür muss der vorgesehene Termin eingehalten werden und es erfolgt ein weiteres ärztliches Aufklärungsgespräch.

  • Zweitimpfung nach AstraZeneca mit Biontech oder Moderna

Es ist beschlossene Sache: Menschen unter 60 Jahren, die ihre erste Corona-Schutzimpfung mit dem AstraZeneca-Vakzin erhalten haben und nun auf die Zweitimpfung warten, werden mit Biontech oder Moderna geimpft. 
  • Ich bin 33 Jahre alt und leide schon seit Jahren an Bluthochdruck. Zu welcher Impfgruppe gehöre ich?

Personen mit Bluthochdruck fallen in der Priorisierungsgruppe unter den Paragraphen 4 "Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität" Unter 2c) heißt es: "Personen mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie, einem Vorhofflimmern, einer koronaren Herzkrankheit oder arterieller Hypertonie". Alles weitere ist Ermessenssache des Hausarztes, falls der Hausarzt das individuelle Risiko höher bewertet.
  • Ich habe als Mitglied der Prio-Gruppe 3 ("arterielle Hypertonie") einen Impftermin erhalten. Dieser liegt neun Tage nach meiner gestrigen und zweiten FSME Impfung. Gemäß Anamnesebogen wird bei einer Impfung ein Zeitraum von 14 Tagen seit der letzten Impfung abgefragt. Die Impftermine und deren Ausweichtermine sind schwierig zu bekommen und ich freue mich um so mehr, einen Impftermin erhalten zu haben. Kann ich dennoch eine Corona-Impfung zum geplanten Termin erhalten? Zweite Frage hierzu: Meine Frau hat einen Tag später ebenfalls einen Impftermin. Können wir diesen Termin familienintern tauschen? Dann wären es zehn Tage seit letzter Impfung.

Ein Tausch des Termins ist leider nicht möglich. Die Hersteller empfehlen einen Abstand von 14 Tagen zu anderen Impfungen. Man kann die Impfung nach individueller Kosten/Nutzen Abwägung und Aufklärung durchführen. Es gilt: Termin im Impfzentrum wahrnehmen und sich vom Impfarzt vor der Impfung genau aufklären lassen. Zurücktreten könnte man ja noch immer. Das geringe "Restrisiko" muss man dann als Patient im Zweifel selbst tragen.
  • Verursacht der Impfstoff von AstraZeneca vermehrt Thrombosen?

Laut Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden bis einschließlich Dienstag, den 20.04.2021, 4.777.923 Erstdosen plus 10.211 Zweitdosen von Vaxzevria (ehemals: COVID-19-Impfstoff AstraZeneca) verimpft (jeweils Addition aus Impfzentren und Hausarztpraxen).

Bis zum 21.04.2021 (Mittwoch, 22:00 Uhr) wurden dem Paul-Ehrlich-Institut 63 Fälle einer Hirn-/Sinusvenenthrombose (SVT) nach Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff Vaxzevria (AstraZeneca) gemeldet. In 34 der SVT-Fälle wurde zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet.

In zwölf dieser Fälle war der Ausgang tödlich, bei sechs Frauen und sechs Männern. 49 Meldungen betrafen Frauen im Alter von 20 bis 79 Jahren. In 43 Fällen das Alter zwischen 22 und 59 Jahren. Sechs Frauen waren 60 Jahre und älter. 14 Meldungen betrafen Männer im Alter von 20 bis 70 Jahren. In zwölf Fällen waren die Männer 20 bis 59 Jahre alt, in zwei Fällen 60 Jahre und älter.

Nach Impfung mit Comirnaty wurden 12 Fälle einer Sinusvenenthrombose gemeldet. In keinem Fall bestand gleichzeitig eine Thrombozytopenie.

Betroffen waren 7 Frauen im Alter von 47 bis 89 Jahren und 5 Männer im Alter von 33 bis 86 Jahren. Eine 89-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 50 und 84 Jahren sind verstorben. Statistisch wären in dieser Gruppe ca. 1,4 Sinusvenethrombosen zu erwarten gewesen. Thrombosen an typischen Lokalisationen (Bein- und Beckenvenen) scheinen nicht häufiger aufzutreten als in der Normalbevölkerung.

Die Mehrzahl der Thrombosen trat zwischen dem 4 und 16. Tag nach der Impfung auf. Geimpfte sollten sich sofort an einen Arzt wenden, falls nach mehr als 4 Tagen nach der Impfung und nach Abklingen der normalen Impfreaktion Schwellung an Armen oder Beinen, Kurzatmigkeit oder starke Unterleibsschmerzen auftreten. Ferner sollte bei starken, anhaltenden Kopfschmerzen und bei punktförmigen Hautblutungen (Petechien) ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus/faq-covid-19-impfung/faq-impfung-astrazeneca.html


  • Ist Sputnik sicher?

Mit dem Impfstoff Sputnik V hat Russland das erste Vakzin gegen das neuartige Coronavirus gefunden. Man hat es schon vor einer Phase-III Studie, die eigentlich üblich ist, einer breiten Masse zur Verfügung gestellt. Dies und andere Ungereimtheiten bei der Zulassung haben in der Fachwelt eine gewisse Skepsis ausgelöst. Bei Sputnik handelt es sich ebenso wie beim Impfstoff von AstraZeneca und Johnson&Johnson um einen Vektorimpfstoff. Die höhere Wirksamkeit erklärt man sich aufgrund der Nutzung zweier verschiedener Vektoren bei den beiden Dosen. Sputnik V wird bereits in 55 Ländern eingesetzt. Aktuell prüft die EMA eine Zulassung in Europa
  • Schutz vor Mutanten:
Biontech schützt vor britischer und vor südafrikanischer Variante. AstraZeneca schützt vor britischer Variante und bei der südafrikanischen Variante vor schwerem Verlauf und dem Tod.
  • Kann der Impfstoff mein Erbgut verändern?
Nein, eine mRNA wie sie verimpft wird, kann vom Körper nicht in das Erbgut eingebaut werden. Das menschliche Erbgut besteht aus DNA. Diejenigen Muskelzellen, die die mRNA aufnehmen werden vom Körper erkannt und binnen weniger Tage abgebaut. Somit ist die mRNA nach wenigen Tagen nichtmehr im Körper. Außerdem ist das verimpfte mRNA-Stück lokal im M. deltoideus und breitet sich nicht systemisch aus.
  • Kann ich bei einer Impfreaktion Medikamente einnehmen?
Ja, Ibuprofen und Paracetamol haben sich bewährt um die Impfreaktion abzuschwächen. ACHTUNG: Vorerkrankungen beachten. NSAR wie zum Beispiel Ibuprofen sind bei alten und vorerkrankten (z.Bsp. KHK oder Niereninsuffizienz) zu vermeiden! Im Zweifel immer noch den Hausarzt zurate ziehen. 
  • Schwächen diese Medikamente (Paracetamol/NSAR) die Wirkung der Impfung ab?
Nein. Die Medikamente hemmen die unspezifischen Immunantworten wie Fieber und Schüttelfrost. Die eigentlich immunisierende Impfreaktion findet auf zellulärer Ebene statt und wird von den Bedarsmedikamenten nicht beeinflusst.
  • Kann ein Antigenschnelltest nach der Impfung falsch positiv werden?
Der Impfstoff ist lediglich lokal im Oberarmmuskel. Ein Antigenschelltest sollte nach der Impfung nicht positiv werden. Sollte ein Antigenschnelltest ein positives Ergebnis anzeigen, sollte man sich umgehend in Quarantäne begeben und einen PCR Test machen lassen. Ein PCR Test kann bei einer Impfung in keinem Fall positiv werden.
  • Kann ich durch die Impfung jemanden anstecken?
Vektorimpfstoffe enthalten DNA. Den Impfvektoren fehlen jedoch die Gene, die den normalen menschlichen Zellzyklus beeinflussen. Somit kann sich das harmlose verimpfte Adenovirus, dass als Vektor dient, in der Zelle nicht vermehren. Außerdem befindet sich der Impfstoff nur lokal im Oberarmmuskel. Die betroffenen Muskelzellen werden nach einigen Tagen vom Immunsystem abgebaut.

  • In meinem Bekanntenkreis hatte jemand Corona. Soll er geimpft werden?

Menschen, die eine SARS-CoV-2-Infektion bereits durchgemacht haben, sollen frühestens 6 Monate nach der Diagnose eine einzige Impfung erhalten.
  • Muss nach der Impfung ein Test erfolgen, ob die Impfung erfolgreich war?
Die STIKO empfiehlt bei den COVID-19-Impfungen keine Prüfung des Impferfolgs, weder nach der 1. Impfstoffdosis noch nach der 2. Impfstoffdosis.
  • Muss die Impfung irgendwann aufgefrischt werden?

Aktuell gibt es dazu noch keine Daten und auch keine Empfehlung seitens der STIKO. Diese Frage kann nur in Zukunft beantwortet werden, da sie abhängig von der Dauer des Impfschutzes und von der Resistenz der Mutationen gegenüber den Impfstoffen sein wird.

  • Frauen mit Kinderwunsch:

Eine Schwangerschaftsverhütung nach der Impfung ist nicht nötig. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich im Zweifel von ihrer Frauenärztin beraten lassen. Weitere Informationen finde Sie hier: https://www.dggg.de/presse-news/pressemitteilungen/mitteilung/covid-19-schutzimpfung-von-schwangeren-und-frauen-mit-kinderwunsch-1285/

  • Gehöre ich mit Hirntumor und Epilepsie zur Risikogruppe? Und, gibt gibt es auch einen Fahrdienst zum Impftermin?
Krebserkrankungen gehören, wie Übergewicht und Rauchen, zu den Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf. Sollte der Fragensteller über 50 Jahre alt sein, gehört das ebenso dazu und erhöht das individuelle Risiko, da mehrere Faktoren bestehen. Er sollte sich zur individuellen Risikoabstimmung bei seinem Hausarzt vorstellen. Dieser kann dann auch medizinisch einen Taxischein ausstellen, da man mit einer Epilepsie ja kein Auto fahren darf.
  • Ist die Wirkung gemindert, wenn der Abstand zwischen erster und zweiter Impfung mehr als drei Wochen beträgt?
Der Hersteller gibt einen Zeitraum von drei bis sechs Wochen (in der Zulassung max. 42 Tage) für die zweite Impfung vor. Es gibt keinerlei Hinweise auf eine Abschwächung der Wirkung durch eine verzögerte zweite Dosis. Dies gilt für den Impfstoff von Biontech/Pfizer. Im Gegensatz zu Großbritannien will man in Deutschland aus Angst vor Resistenzbildung den Zeitraum nicht über die 42 Tage hinaus strecken.

  • Wann kann ich mich nach einer überstandenen Covid-Erkrankung impfen lassen? Geht dies überhaupt? Wird vor der Impfung einer Titeruntersuchung gemacht, um auf Antikörper zu prüfen, falls man zum Beispiel unbewusst eine Erkrankung durchgemacht hat?
Eine Immunität durch eine durchgemachte Impfung hält mindestens sechs Monate. Ein Mensch gilt nur dann als infiziert, wenn eine positive PCR vorliegt. Infizierte können sich frühestens 6 Monate nach Ansteckung einmalig impfen lassen. Nach der Infektion gelten sie für 6 Monate als genesen. Dann muss eine Impfung erfolgen um weiter als genesen zu gelten.
  • Muss die Impfung, wie bei der Grippeimpfung jährlich erneuert werden? 
Über welchen Zeitraum der Impfschutz besteht kann man aktuell noch nicht sagen. Daher ist eine Prognose ob man denn eine jährliche Impfung wie bei der Grippe bräuchte aktuell schwierig.

  • Gibt es eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe der Impfdosen? 
Diese kann in der Zulassung der EMA unter Punkt 6.1 nachgelesen werden. https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/comirnaty-epar-product-information_de.pdf

  • Können Organ-transplantierte geimpft werden, aufgrund von Medikamenten wird das Immunsystem unterdrückt? Der Impfstoff wurde wohl noch nicht an solchen Patienten getestet. 
Bei Menschen mit einer medikamentösen Einschränkung des Immunsystems zum Beispiel nach einer Organtransplantation sollte eine sorgfältige Nutzen Risikoabwägung gemeinsam mit den betreuenden Ärzt:innen erfolgen.

  • Schütze ich mit der Impfung nur mich und bin immer noch Wirt, oder auch meine Mitmenschen?
Ob man auch nach einer erfolgten Impfung seine Mitmenschen anstecken kann, ist Stand aktueller Forschung und Stand 29.01.2021 noch unklar. In den großen Zulassungsstudien wurde untersucht, ob die geimpften an Covid-19 erkranken. Es ist natürlich deutlich schwieriger nachzuweisen, ob man das Virus nach einer Impfung noch übertragen kann, da man bei jeder Kontaktperson eines geimpften genau wissen müsst, wann und bei wem sich diese infiziert hat.

  • Bekommt man bei der Impfung gesagt, welcher Impfstoff verabreicht wird? 
Ja, dies wird bei der Impfung klar kommuniziert.

  • Kann geimpft werden, wenn man blutverdünnende Medikamente nimmt, zum Beispiel aufgrund einer künstlichen Herzklappe?
Wenn man blutverdünnende Medikamente einnimmt kann man geimpft werden. Man impft intramuskulär also in den Muskel. Um eine mögliche auftretende Blutung zu verhindern, sollte man nach der Impfung für zwei Minuten mit einem Tupfer auf die Einstichstelle drücken.

  • Wie schnell wirkt die Impfung? 
Nach der ersten Dosis hat man nach zwölf Tagen einen 52 Prozentigen Schutz. Sieben Tage nach der zweiten Dosis entfaltet sich der volle Schutz von mehr als 95 Prozent. 

  • Bürger ab dem 80. Lebensjahr, die nicht in einem Alten- und Pflegeheim leben, können ab dem 12. Januar Termine für die Schutzimpfung in den regionalen und für sie zuständigen Impfzentren (Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt) vereinbaren. Wie sollen aber Senioren, die nicht mobil (kein Führerschein, körperlich gehandicapt etc.) sind und in sehr ländlichen Regionen leben, dorthin gelangen? Wird für diese Gruppe ein spezieller Fahrdienst eingerichtet?
Das sagt das Hessisches Ministerium des Innern und für Sport (HMdIS): "Grundsätzlich steht die Terminvereinbarung allen Personen der höchsten Priorität bei den Schutzimpfungen (gemäß § 2 CoronaImpfV) zur Verfügung. Das sind neben den Bewohnerinnen und Bewohnern der Alten- und Pflegeheime im Alter über 80 Jahren, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jener Heime, der ambulanten Pflegedienste sowie weiterer medizinischer Einrichtungen. Sollten ein Transfer der immobilen Ü80-Jährigen mit Unterstützung von Angehörigen, Freunden oder Bekannten in die Impfzentren nicht möglich sein, besteht zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit, immobile Personen durch die mobilen Impfteams zu impfen bzw. die Impfung über den Hausarzt abzuwickeln, sobald ein entsprechender, leicht zu handhabender Impfstoff verfügbar ist. Die Einrichtung entsprechender Fahrdienste ist eine weitere Möglichkeit, die allerdings im Bedarfsfall von den Gebietskörperschaften zu organisieren ist."

  • Wie wird beispielsweise mit über 80-jährigen Senioren mit einem Pflegegrad (z.B. Demenz und eingeschränkte Mobilität) verfahren, die zuhause betreut werden und für die der Weg in ein Impfzentrum zu beschwerlich ist?
Das sagt das HMdIS: "Sollten diese älteren Menschen nicht mobil sein und auch keine Unterstützung durch Angehörige und Freunde haben, um ins Impfzentrum zu gelangen, besteht nach der flächendeckenden Öffnung der Impfzentren auch die Möglichkeit der aufsuchenden Impfung durch die mobilen Impfteams. Das wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen und von geeigneten transportfähigen Impfstoffen abhängen."

  • Wie werden Personen, die nicht in der Lage sind, selbständig einen Impftermin zu vereinbaren, informiert, dass ihnen eine Impfung zusteht? Werden sie separat angeschrieben?
Das sagt das HMdIS: "Grundsätzlich sollen alle Bürgerinnen und Bürger über eine breite Öffentlichkeitsarbeit unter Nutzung vielfältigster Kanäle erreicht werden. Das Land Hessen wird alle über 80-Jährigen schriftlich über die Anmeldungen für die persönliche Schutzimpfung informieren und ein Erfassungsverfahren für häusliche Impftermine starten."

  • Was müssen Angehörige oder Betreuer an Nachweisen erbringen, wenn sie die betroffene Person telefonisch oder per E-Mail zu einem Impftermin anmelden möchten?
Das sagt das HMdIS: "Im Rahmen der Terminvereinbarung wird es eine einfache Berechtigungsprüfung geben, in welcher für die angemeldeten Personen entsprechende Angaben gemacht werden, warum diese zur priorisierten Gruppe gehören. Bei den Menschen im Alter über 80 Jahren reicht bereits die Angabe des Geburtsdatums. Zum Zeitpunkt des Impftermins im Impfzentrum wird dann noch einmal die Berechtigung überprüft. Hierzu reicht in diesem Fall der Personalausweis."

  • Dürfen Angehörige oder Betreuer die zu impfende Person ins Impfzentrun begleiten?
Das sagt das HMdIS: "Ja, Angehörige oder Betreuer dürfen die Impfberechtigten begleiten."

  • Sind Ausnahmen bei der Zuordnung der regionalen Impfzentren vorgesehen? Beispiel: Der Betroffene lebt im nördlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises, sodass die Anreise ins Impfzentrum Fulda erheblich kürzer ist als in das zuständige Impfzentrum in Frankfurt am Main.
Das sagt das HMdIS: "Aufgrund der anspruchsvollen Logistik im Zusammenhang mit dem verfügbaren Impfstoff und des zuvor geprüften Bedarfs an Impfstoff aufgrund der Bevölkerungszahlen im jeweiligen Kreisgebiet ist es nicht möglich, ein anderes regionales Impfzentrum aufzusuchen als das jeweils originär zuständige. Maßgeblich sind die Meldeadresse bzw. der Wohnort des zu Impfenden. Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht, werden die Impfungen auf die 28 hessischen Impfzentren in den Landkreisen ausgeweitet und Bürgerinnen und Bürger, die von einem solchen Umstand betroffen sind, können sich wohnortnäher impfen lassen."

  • Wer wird wann geimpft? 
Die Impfung gegen das Corona-Virus läuft nach einer speziellen Priorisierung in drei Stufen ab, da anfangs nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht, um alle Impfwilligen zu impfen. Die Priorisierung richtet sich dabei nach Alter, Vorerkrankungen und dem Risiko, sich mit dem Corona-Virus anzustecken.

Die höchste Priorität - und damit die ersten Menschen, die geimpft werden – haben über 80-Jährige, Bewohner oder Beschäftigte in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen, Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten, sowie Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, pflegen oder betreuen oder selbst einem hohen Expositionsrisiko ausgesetzt sind.

Danach werden Menschen mit hoher Priorität geimpft. Zu diesen zählen Personen über 70 Jahre, Menschen mit Trisomie 21, Demenz, geistiger Behinderung und/oder nach einer Organtransplantation, enge Kontaktpersonen von über 80-Jährigen oder Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie Wohnheimen für geistig Behinderte. Des Weiteren zählen zu dieser Stufe auch enge Kontaktpersonen von Schwangeren, Beschäftige in stationären Einrichtungen für geistig behinderte Menschen sowie betreuende oder pflegende Personen geistig Behinderter. Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem oder erhöhten Expositionsrisiko, Polizei- und Ordnungskräfte, die einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur sowie Beschäftigte und Bewohner von Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen haben ebenfalls eine hohe Priorisierung.

Zur dritten Stufe und damit erhöhten Priorität zählen alle Menschen über 60 Jahre, Personen mit (Vor-)Erkrankungen, wie Adipositas, chronischer Nierenerkrankung, chronischer Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, diversen Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma, sowie Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko. Darüber hinaus auch Personen in relevanten Positionen in Regierung, Verwaltung und Verfassungsorganen sowie in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, THW und in der Justiz sowie Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, in Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation sowie Lehrer und Erziehern und Personen mit prekären Lebens- oder Arbeitsbedingungen.

  • Wie komme ich an einen Termin für die Impfung?
Termine zum Impfen können immer dann vereinbart werden, sobald genug Impfstoff bereitsteht Es gibt ein auf Bundesebene einheitliches Terminmanagement. Die Impfberechtigten werden informiert und können sich telefonisch oder per Online-Anmeldung einen Termin sichern.

  • Was kostet mich die Impfung gegen das Corona-Virus?
Die Kosten für den Impfstoff trägt der Bund. Die Bundesländer und die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für den Betrieb der Impfzentren und die mobilen Impf-Teams. Für die Bürger:innen fallen daher – unabhängig vom Versicherungsstatus – keine Kosten an.

  • Muss ich mich impfen lassen?
Nein. Die Impfung gegen das Corona-Virus ist freiwillig und bleibt jedem selbst überlassen.

  • Ich habe Morbus Crohn, zähle ich damit zur Risikogruppe?
Patienten mit Morbus Crohn zählen zur Risikogruppe für einen schwereren Verlauf, wenn sie Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen wie z.Bsp. Cortison. Eine generelle Einschätzung des Risikos ist jedoch komplex und individuell, weil es von vielen Faktoren abhängig ist. Dies sollte mit dem Hausarzt gemeinsam bestimmt werden.

  • Können sich auch Jugendliche mit Diabetes Typ 1 impfen lassen?
Menschen mit Diabetes Typ-1 können sich grundsätzlich impfen lassen. Eingeordnet werden sie in Gruppe 3 "erhöhte Priorität". Jedoch werden nach aktuellem Stand in Deutschland nur Erwachsene geimpft.

  • Ich bin 42 Jahre alt und habe 2003 eine Wespengiftallergie diagnostiziert bekommen. Nach dem Stich hatte ich einen anaphylaktischen Schock. Ich wurde 7 Jahre lang hyposensibilisiert und trage in den Sommermonaten ein Notfall Set mit mir. Des Weiteren habe ich eine rheumatische Arthritis. Zwar bin ich noch lange nicht "dran" aber dürfte ich aktuell mit diesem Impfstoff geimpft werden?
Personen, die eine Anaphylaxie auf einen anderen Impfstoff oder eine injizierbare Therapie berichten, sollte eine Risikobewertung mit dem Hausarzt und dem Impfarzt durchgeführt werden. Diese Personen können trotzdem geimpft werden. Sie sollten jedoch über die unbekannten Risiken einer schweren allergischen Reaktion aufgeklärt werden. Impfstellen sollten Patienten mit einer Vorgeschichte von Anaphylaxie für 30 Minuten nach der Impfung beobachten. Alle anderen Personen sollten für 15 Minuten nach der Impfung beobachtet werden, um das Auftreten von unmittelbaren unerwünschten Reaktionen zu überwachen.

  • Ich bin 29 Jahre alt, habe seit Geburt an eine chronische Erkrankung und habe eine rheumatische Erkrankung. Jetzt wollte ich wissen, wann ich an der Reihe wäre mit dem impfen gegen Corona. Zu welcher Gruppe würde ich gehören?
Bei rheumatischen Erkrankungen gibt es ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf, wenn man Medikamente einnimmt, die das Immunsystem schwächen. Jedoch ist das hohe Alter der Patientinnen der am stärksten gewichtete Faktor. Daher sind die hochbetagten zuerst an der Reihe. Eingeordnet werden sie in Gruppe 3 "erhöhte Priorität"

Wir haben bereits zahlreiche Zuschriften bekommen und bemühen uns, die gestellten Fragen zeitnah in diesem Beitrag zu ergänzen. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Fragen nicht separat, sondern so bald wie möglich in diesem Artikel beantworten. Sie haben weitere Fragen rund um die Corona-Impfung? Dann schreiben Sie uns an [email protected].
(js/sh) +++


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