Überrascht wurden die Vorstandsmitglieder der Gelnhäuser Tafel Michael Frischkorn und Günther Rams von einem Angebot des Hallenbad Zweckverbandes. Wie die Gelnhäuser Tafel e. V. mitteilt, habe sich dieser in seiner letzten Sitzung gegen eine Sanierung der bestehenden Einrichtung und für den schon seit längerer Zeit favorisierten Neubau im Bereich der Freibadanlage entschieden. Nach reiflicher Überlegung habe man sich aus Kostengründen für diese Maßnahme entschieden. Die Sanierung des bestehenden Bades wäre den Aussagen der Gutachtern zur Folge für die bereits arg strapazierten Finanzen der beteiligten Kommunen zu einem "Eurograb" geworden.
Der Neubau durch einen externen Investor werde nun die jährliche finanzielle Deckungslücke der Zweckverbandmitglieder deutlich vermindert und man erhalte obendrein noch eine neue zeitgemäße Hallenbadanlage, die nun gemeinsam mit dem Freibad zu einem neuen Erlebnisbereich in Gelnhausen ausgebaut werden soll. „Durch geschickte Verhandlungen mit dem Investor ist es gelungen auch Einfluss auf die Gestaltung der zukünftigen Eintrittspreise zu nehmen, sodass sichergestellt ist, dass die Nutzung für Jedermann bezahlbar bleibt“, wurde aus dem Rathaus berichtet.
Auch was die weitere Verwendung des bisherigen Bades angeht, hat der Zweckverband bereits eine Entscheidung getroffen. „Wir haben von dem eklatanten Raumproblemen der Gelnhäuser Tafel schon seit längerer Zeit Kenntnis und sind nach eingehender Beratung zu dem Entschluss gekommen, das Hallenbad für einen symbolischen Betrag der Gelnhäuser Tafel zu übereignen“, so der derzeitige Zweckverbandsvorsitzende Albert Ungermann. "Damit wird die Anlage einer sinnvollen Weiterverwendung zugeführt. Aus diesem Grund verzichten wir in der Gemeinde Linsengericht auf eine eigene Ausgabestelle und werden den im Haushalt bereitgestellten Betrag von 50.000 Euro der Tafel für die entsprechende Umnutzung zur Verfügung stellen“, so Ungermann weiter.
„Wir wurden von dem Angebot des Zweckverbandes völlig überrascht und freuen uns nun natürlich riesig darüber“, kommentiert Michael Frischkorn der Tafelvorsitzende die unerwartete Offerte der beteiligten Kommunen. „Zwar wurde in der letzten Zeit das Hallenbadthema sehr kontrovers und leidenschaftlich in der Öffentlichkeit diskutiert, dennoch versichern wir allen Kritikern dieser sinnvollen und richtigen Entscheidung eine sozialverträgliche Lösung bei der anstehenden Umnutzung zu“, fügt Frischkorn hinzu.
Dazu gebe es bereits konkrete Vorstellungen. "Die jetzigen Schwimmbecken werden mit einer Betondecke abgedeckt, so dass aus dem derzeitigen Badebereich eine große Arbeits-, Lager- und Nutzfläche entsteht. Die somit entstandenen Hohlräume der ehemaligen Badebecken haben bereits die erforderliche Raumhöhe, sind vollflächig gefliest und eigenen sich hervorragend zur Einrichtung von Kühlräumen. Auch der vorhandene Sanitär und Umkleidebereich eignet sich mit wenigen Umbaumaßnahmen hervorragend für eine Nutzung durch unsere Tafelhelfer“, erklärt er den vorgesehenen Maßnahmenkatalog.
„Endlich haben wir mit einem vertretbaren finanziellen Aufwand die räumlichen Voraussetzungen, die wir uns schon immer gewünscht haben“, begrüßt auch Günther Rams der Finanzbeauftragte der Tafel diese Entscheidung. „Letztendlich ändert sich mit der Umnutzung nur der Verwendungszweck, jedoch nicht der gemeinnützige Charakter der Einrichtung, denn die Tafel ist zwar ein Verein, unterstützt in seiner Aufgabenstellung jedoch den Staat bei der Versorgung von bedürftigen Mitmenschen“, fügt Rams ergänzend hinzu.
Saunabetrieb geht weiter
Der vorhandene Saunabereich, welcher nun ebenfalls den Besitzer wechselt, wird, so versicherten die beiden Tafelvertreten einhellig, auch zukünftig von der Tafel als solcher betrieben und weiterhin der Allgemeinheit zugänglich bleiben. „Hier sehen wir für uns eine zusätzliche Einnahmequelle, die unsere Einrichtung gut gebrauchen kann. Auch unsere Tafelkunden bekommen dann für eine symbolische Münze Zugang zu einer Einrichtung, die sie sich ansonsten nur schwerlich leisten können“, schildert Rams die zukünftigen Tafelpläne. „In den nächsten Tagen werden die erforderlichen Formalitäten zwar bereits notariell besiegelt, die Übergabe der Einrichtung wird jedoch erst nach Fertigstellung der neuen Anlage erfolgen. Somit haben sowohl die derzeitigen Hallenbadnutzer als auch unser Schwimmverein keine badlose Zeit zu befürchten“, erklärt abschließend Bürgermeister Stolz. (Günther Rams) +++
Bildunterschrift: Michael Frischkorn und Günther Rams vor dem Hallenbad. Dort wird demnächst das Logo der Gelnhäuser Tafel sichtbar sein.