FULDA Der Stadtpfarrer bei O|N

Impulse von Stadtpfarrer Buß: Asche auf mein Haupt

17.02.21 - "Asche auf mein Haupt" ist eine auch im Alltag weit verbreitete Redewendung. Doch was steckt eigentlich dahinter? Man verwendet diese Redewendung oft auch eher etwas flapsig, wenn sich jemand für eine blöde Bemerkung, für etwas Dummes entschuldigt. Asche gilt als Zeichen der Trauer, Buße und Umkehr. Der graue Verbrennungsrückstand symbolisiert aber, vor allem im christlichen Zusammenhang, ebenso den Neuanfang und die seelische Reinigung.

Wer die Redewendung "Asche auf mein Haupt" verwendet, der hat zwar etwas angestellt, räumt jedoch durch die Aussage auch seinen Fehler bzw. seine Reue ein. Man könnte die Aussage somit auch übersetzen mit: "Es tut mir leid, es war meine Schuld". Im Begriff Aschermittwoch steckt dem Kern nach genau das: Dass sich Menschen ganz bewusst mit dem auseinandersetzen, was falsch gelaufen, wo sie schuldig geworden sind. Die Asche ist dafür ein Symbol. Ausgebranntes Holz hinterlässt nur noch Asche.

Hier gibt’s keinen Funken Feuer mehr. Nur noch verbrannte Reste. So wie blöde Bemerkungen, unüberlegte Handlungen, so wie etwas Dummes dafür sorgt, dass etwa aus ist. Eine Freundschaft, die zerbricht, ein Vertrauen, das zerstört wird. Dass nur noch Asche zurückbleibt. Bereits in der Bibel gibt es Hinweise und im Altertum trugen Menschen, die eine Sünde begangen hatten, von Aschermittwoch bis zum Osterfest ein Bußgewand und sie wurden mit Asche bestreut. In den nächsten 40 Tagen sollten die Sünder innerlich bereuen und Buße tun, bevor die christliche Gemeinde sie am Gründonnerstag wieder in ihren Kreis aufnahm.

Bereits im Altertum gab es die Tradition, sich zu traurigen Anlässen Asche auf Kopf oder Gewand zu streuen. Dadurch sollte der eigenen Trauer Ausdruck verliehen werden. Den Brauch der allgemeinen Aschebestreuung gibt es seit dem 11. Jahrhundert nach Christus. Die seelische Reinigung und Buße ist sprichwörtlich geworden: Noch heute - und auch im weltlichen Verständnis - gesteht man mit der Redewendung "Asche auf mein Haupt" seine eigene Schuld ein, man klagt sich sozusagen selbst an. Die Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch und der Auflegung der Asche beginnt, ist eine Zeit, in der sich der Menschen fragen kann, was ihm eigentlich im Leben wichtig ist. Wo er bei sich selbst klären kann, wo er Asche auf sein Haupt lädt – und wo er anders und neu werden kann. (Stefan Buß) +++

Stadtpfarrer Stefan Buß. Archivfoto: O|N / Hendrik Urbin


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