FULDA Der Stadtpfarrer bei O|N

Impulse von Stadtpfarrer Buß: Was ist das Wesentliche?

24.02.21 - Es hat in der Stadtpfarrkirche in Fulda schon einige Jahre gute Tradition, dass, wenn man die Kirche betritt in der Fastenzeit zu allererst der Blick auf das Fastentuch fällt, das dort im Altarraum das Kreuz verhüllt. Die Tradition des Fastentuches geht um das Jahr 1000 zurück. Schon damals verhängte man während der Fastenzeit den kompletten Altarraum. Neben dem Fasten des Leibes, dem Fasten durch Verzicht auf Speise und Alkohol, sollte es auch das Fasten Augen geben.

Stadtpfarrer Buß. Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

Während der Fastenzeit war der Blick auf den Altar und auf das Geschehen bei der heiligen Messe am Altar verhängt. Erst in der Osternacht wurde der Vorrang emporgezogen und der Blick fiel wieder auf den Altar. Später rückte das Fastentuch weiter nach hinten und verhüllt heute im Altarraum das Kreuz, in manchen Kirchen auch den Tabernakel. Der Blick auf den Gekreuzigten wird verhüllt. Die Verhüllung ist in vielen Kulturen auch ein Zeichen der Buße oder auch ein Zeichen der Trauer.

"Wir wollen umkehren und in dieser Zeit, in der wir hinlaufen auf das Geschehen von Karfreitag, dem Kreuzestod Jesu, sind wir auch durch Trauer bestimmt. Der Blick auf den Gekreuzigten ist genommen. Einige Jahre später entwickelte sich dann auch die Idee nicht nur mit einem einfarbigen Tuch das Geschehene oder den Altarraum zu verhüllen, sondern man wollte mit diesem Tuch auch eine Botschaft vermitteln. So haben auch die Fastentücher in der Stadtpfarrkirche, durch einen Künstler geprägt, immer wieder auch eine besondere Botschaft.

Das Fastentuch in der Stadtpfarrkirche. Foto: privat

In diesem Jahr tritt man in die Stadtpfarrkirche ein und muss unweigerlich auf dem Tuch den Satz lesen: "Was ist das Wesentliche?" Das Fastentuch in diesem Jahr (2021) ist auf Anregung meiner Mitarbeiterin in der Citypastoral Bernadette Wahl in einer Kooperation mit Antonius Netzwerk Mensch hier in Fulda entstanden. Ein großes braunes Buch verhüllt den Blick auf den Hochaltar und den Gekreuzigten und das Tuch trägt den Schriftzug "Was ist das Wesentliche?" Das Fastentuch ist sehr minimalistisch gestaltet mit dieser Frage und einem großen weißen runden Punkt. Einem Fokus. Der Blick wandert unwillkürlich vom Fokuspunkt zur Frage und dann wieder zurück. Farblich fügt es sich harmonisch eher zurückhaltend in die Umgebung ein. Der Blickpunkt des Tuches symbolisiert der Focuspunkt, den man aus dem Sucher eine Kamera kennt. Man kann diesen Sucher scharfstellen und so einen Ausschnitt eines Bildes besser, konkreter, schärfe in Blick nehmen.

So will die Fastenzeit uns animieren auch unser Leben neu in den Blick zu nehmen. Was ist eigentlich das Wesentliche in meinem Leben? Was trägt mich und gibt mir Halt auch in Krisensituationen? Wo bin ich verankert in meinem Leben? So vielfältig wie die Menschen sind, so vielfältig können auch die Antworten sein. Wir haben viele Menschen befragt, Gemeindemitglieder, Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben, einmal für sich festzuhalten, was das Wesentliche für sie ist. Wir veröffentlichen diese Statements in der Kirche als auch auf unserem Instagram Account in der Citypastoral. Die Frage des Fastentuches möchte ich auch Dir und Ihnen mit auf die weitere Zeit der 40 Tage auf Ostern hin mitgeben: Was ist eigentlich das Wesentliche für Dich in Deinem Leben und was gibt Dir Halt und Orientierung?" (Stefan Buß) +++


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