Im Oktober 2018 kamen auf der Wasserkuppe drei Menschen ums Leben. - Archivbild: O|N

FULDA Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Prozess beginnt: Mutter und zwei Kinder auf Wasserkuppe getötet

24.02.21 - Am 14.10.2018 verloren auf der Wasserkuppe drei Menschen ihr Leben. Eine Mutter und ihre beiden Kinder (11 und 12 Jahre alt) wurden von einer einmotorigen Propellermaschine erfasst und dabei tödlich verletzt. Viele Umstehende mussten das tragische Unglück mitansehen (OSTHESSEN|NEWS berichtete).

Der damals 57-jährige Pilot soll sich nun ab kommender Woche vor dem Fuldaer Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, bei der Landung mit seinem Flugzeug auf dem Sonderlandeplatz der Wasserkuppe den Tod der kleinen Familie fahrlässig verursacht zu haben. Er soll den Flug angetreten haben, obgleich die zulässige Höchstabflugmasse der Maschine überschritten gewesen sei. Bereits vor dem Abflug in Mannheim hätte er es unterlassen zu überprüfen, ob die Cessna 172N die zulässige Höchstflugmasse von 1043 Kilogramm überschritt, obwohl sich diese Kontrolle angesichts von vier erwachsenen Passagieren aufgedrängt habe. Letztendlich sei der Flug daher mit einer Überladung von mindestens 32 Kilogramm angetreten worden, angesichts derer sich bereits der Abflug –auch aufgrund der damit verbundenen Leistungsbegrenzungen -verbot.

Beim Landeanflug auf der Wasserkuppe habe der Angeklagte dann den Queranflug verkürzt und die Landeklappen nicht auf die maximale Neigung gesetzt. So sei die Maschine mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf die Landebahn aufgesetzt.

Pflichtverletzung

Die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, dass der damals 57-Jährige sorgfaltswidrig gehandelt habe, indem er die Maschine nicht sofort durchstartete, sondern den Anflug fortgesetzte. Erst deutlich verspätet habe er ein Durchstartmanöver eingeleitet. Infolgedessen war die Maschine hinter dem Pistenende mit dem Hauptfahrwerk auf den Boden aufgeprallt, überquerte die dort verlaufende Straße mit noch immer laufendem Propeller und erfasste auf einem Gehweg die Mutter und ihre 12-jährige Tochter sowie den 11-jährigen Sohn, welche unmittelbar zu Tode kamen.

Insgesamt sind neun Verhandlungstage geplant.
(mr) +++


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